Die tiefgreifenden Sparpläne der Stadt im Bereich der Jugendzentren hatte die Offenen Träger zu einem geharnischten Offenen Brief genötigt, der dann in einen gründlichen Diskussionsprozess führte. Heute stellten Bruno Hastrich, Fachbereichsleiter Jugend und Soziales, und Thomas Droege, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der freien Träger in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit, gemeinsam einen Kompromiss vor.

Wir dokumentieren die

Erklärung von freien Trägern, Politik und Verwaltung:

Der Jugendhilfeausschuss hatte in seiner Juni-Sitzung die Verwaltung beauftragt, in enger Abstimmung mit den Trägern der Jugendeinrichtungen und einem Interfraktionellen Arbeitskreis, ein bedarfsgerechtes Konzept zu entwickeln, das ein möglichst differenziertes Angebot für Kinder und Jugendliche in Bergisch Gladbach sichern sollte.

Dabei war auch den Einsparvorgaben und den haushaltsrechtlichen Abstimmungen mit der Kommunalaufsicht Rechnung zu tragen – nicht zuletzt um den Kinder- und Jugendeinrichtungen eine gesicherte Perspektive für die nächsten fünf Jahre zu geben.

Vorschlag der Träger – Prüfung durch Verwaltung und Politik
Nach intensiven Gesprächen zwischen Verwaltung und freien Trägern der offenen Kinder- und Jugendarbeit haben die Träger ein abgestimmtes Sparkonzept vorgelegt, das die Einsparvorgaben von jährlich 10% auf die freiwilligen Leistungen nicht  pauschal nach dem „Rasenmäherprinzip” weitergibt, sondern das sinnvolle Umstrukturierungen vornimmt.

Dieser Trägervorschlag wurde von der Verwaltung geprüft und in die Beratungen des Interfraktionellen Arbeitskreises eingebracht. Parallel wurde dass Einvernehmen mit der Kommunalaufsicht hergestellt. Die konstruktiven Bemühungen aller Beteiligten sind auf einem guten Weg. Über den aktuellen Sachstand der positiven Gespräche berichteten in einem gemeinsamen Pressetermin Bruno Hastrich, Fachbereichsleiter Jugend und Soziales, und Thomas Droege, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der freien Träger in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit.

Die Eckpunkte der Überlegungen in der Übersicht:

  • Die Kinder- und Jugendeinrichtungen in Bergisch Gladbach, die 2010 zusammen eine Förderung von 860.000 Euro erhalten, stellen sich für die nächsten Haushaltsjahre auf öffentliche Förderung in Höhe von durchschnittlich 710.000 Euro ein. Die Träger der Offenen Kinder- und Jugendarbeit erbringen somit einen Konsolidierungsbeitrag von 150.000 Euro im Jahr.
  • Statt einer jährlichen Einsparung von 10% erfolgt der Einschnitt in 2011 so, dass die Angebotsstrukturen, die Ende 2011 existieren, grundsätzlich bis Ende 2015 aufrecht gehalten werden können. Diese Paketlösung wird von der Kommunalaufsicht mitgetragen, die auch der stärkeren Gewichtung der pflichtigen Förderanteile (rund 150.000 €) zustimmte. Somit können die Jugendeinrichtungen ihre Planungen für die nächsten fünf Jahre vornehmen, ohne mit jährlichen Kürzungen kalkulieren zu müssen.
  • Die gute Nachricht: Die Kinder- und Jugendeinrichtungen sollen von Schließungen weitgehend verschont bleiben und auch künftig für Kinder zwischen 10 und 14 Jahren offen bleiben.
  • Nicht gehalten werden können allerdings die Außenstellen in Herkenrath, am Bockenberg und im Hermann-Löns-Viertel. Diese ist jetzt schon personell kaum lebensfähig.
  • Die pädagogischen Anforderungen in Wohnquartieren mit erhöhten Förderbedarfen sollen durch sozialraumbezogene Stadtteilarbeit   und Erziehungshilfe abgedeckt werden.
  • Die Freizeiteinrichtung Schildgen (FrESch) bleibt als Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche erhalten. Die 1,5 Stellen werden auf eine pädagogische Fachkraft reduziert.
  • Das Cafe Leichtsinn wird von den Katholischen Jugendwerken Rhein-Berg e.V. ehrenamtlich weitergeführt. Die Stadt Bergisch Gladbach leistet nur noch eine Pauschalförderung von 22.000 Euro im Jahr. Der katholische Träger leistet damit den größten Beitrag zur Konsolidierung.
  • Das Jugendzentrum Q1 wird als Standort in der Stadtmitte gestärkt und erhält eine halbe Stelle mehr.
  • Das CROSS (ehemals K.O.T. Gronau) behält zwei Stellen; gibt halbe Stelle Hermann-Löns-Viertel auf.
  • Kreativitätsschule und Krea-Jugendclub in Refrath behalten ihr Personal. Für Schwerpunktarbeit werden die Mittel um 5.000 Euro auf 11.000 Euro aufgestockt.
  • UFO – das Jugendkulturhaus der AWO bleibt bei gleicher personeller Ausstattung erhalten; die Außenstelle im ZAK am Bockenberg entfällt.

Parallel zu den vorgenannten Veränderungen in der offenen Kinder- und Jugendarbeit soll der bedarfsgerechte Ausbau der Kindertagesbetreuung für die Schüler/innen bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres schrittweise vorangetrieben werden.

Der Ausbau der kommunalen Bildungslandschaft als Erziehungs- und Bildungspartnerschaft für junge Menschen soll in Zusammenarbeit von Schule und Jugendhilfe vorangetrieben werden. Dazu sollen in enger Abstimmung zwischen Schulen, freien Trägern und Verwaltung (Fachbereich 4 und 5) an den Standorten der weiterführenden Schulen gemeinsam Konzepte entwickelt und umgesetzt werden.

Die intensiven Gespräche werden in den nächsten Tagen fortgesetzt, damit der Jugendhilfeausschuss am 27. Oktober das Konzept und die Verträge für die Offene Kinder- und Jugendarbeit beraten und entscheiden sowie die Einladung an die weiterführenden Schulen zur gemeinsamen Konzeptentwicklung aussprechen kann.

Die fachliche Diskussion soll auch nach dem Beschluss im Herbst fortgesetzt werden. Ausdrücklich betonen alle Gesprächspartner ihre Bereitschaft in 2012 und 2014 zu Dialogforen zusammen zu kommen, um die Entwicklungen in der Arbeit mit den jungen Menschen miteinander zu erörtern und die Perspektiven fortzuschreiben.

Weitere Informationen:

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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