Nachdem die Übergabe der Villa Zanders an den Trägerverein Galerie + Schloss scheiterte ist ein offener Streit über die Zukunft dieser wichtigen Kultureinrichtung entbrannt. Dabei sind die Fronten nicht immer ganz  übersichtlich:

  • Zunächst veröffentlichte die Gruppierung “kulturinteressierter Bürger” um Gerd Krämer, Karl Feldkamp, Karl-Hermann Eskens und Georg Dittrich Dokumente, in denen sie die Entwicklung hart kritisieren und sowohl den Stadtrat wie die Stadtverwaltung dafür verantwortlich machen.
  • Kurz darauf richtete sich der Trägerverein Galerie + Schloss mit einer moderateren, aber in der Sache harten Erklärung an die Stadt.
  • Und dann meldete sich der Galerist und Kulturvermittler Günter Henne zu Wort, der den “kulturinteressierten Bürgern” von der Veröffentlichung des Offenen Briefes abgeraten hatte, weil er zu polemisch sei und der Debatte schade.

Wir dokumentieren alle drei Schriftstücke Erklärungen. Machen Sie sich selbst ein Bild – und debattieren Sie mit. Weiter unten finden Sie weitere Informationen – und ein Kommentarfeld.

1. Erklärung von Vorstand und Beirat von Galerie & Schloss

Träger der städtischen Galerie Villa Zanders ist die Stadt Bergisch Gladbach, ihre Leitung obliegt dem Leiter der städtischen Museen, Herrn Dr. Vomm. Es entsprach auch dem ausdrücklichen Wunsch der Stadt, dass Herr Dr. Vomm in Personalunion zum Geschäftsführer des Fördervereins „Freunde der städtischen Galerie Villa Zanders e.V.“, heute „Galerie+Schloss e.V.“ gewählt wurde.

Herr Dr. Vomm scheidet zum April 2011 aus Altersgründen aus seinem Amt aus. Die Stadt hat aufgrund der schwierigen Haushaltslage beschlossen, seine Stelle nicht neu zu besetzen, somit entfallen beide Funktionen. Die wissenschaftliche Leitung der Städtischen Galerie soll angeblich von Frau Dr. Oelschlägel wahrgenommen, das Sekretariat von Frau Michels besetzt werden. Die Stadt kündigt jedoch weitere Personaleinsparungen und ein neues Nutzungskonzept an.

Über das städtische Nutzungskonzept besteht trotz zahlreicher Gespräche weiterhin keine Klarheit. Im Herbst des Jahres bot die Stadt überraschenderweise dem Verein die Trägerschaft über das gesamte Haus an, also auch die „Vermarktung“ des Erdgeschosses für private Veranstaltungen. Heute will sie jedoch wieder das Leben in ihrer „Guten Stube“ in eigener Regie organisieren und hat die Option Trägerschaft durch den Verein aufgegeben.

Der Verein hatte die Stadt weder um eine Trägerschaft gebeten, geschweige denn gedrängt. Der Verein hat sich jedoch intensiv mit den Konsequenzen  einer Trägerschaft in finanzieller, personeller und organisatorischer Art auseinandergesetzt und eine mittelfristige Programmstruktur entwickelt. Die Übernahme  einer Trägerschaft bei voller Einhaltung des städtischen Einsparsolls war jedoch schon wegen des hohen finanziellen Risikos unmöglich. Deshalb erübrigten sich weitere Überlegungen, die bestehende Satzung einem Trägerschaftsmodell anzupassen.

Der Vorschlag, den künftigen personellen Engpass durch Frau Corts als Partnerin von Frau Dr. Oelschlägel, auszugleichen, wurde von der Stadtverwaltung abgelehnt, obwohl Frau Corts seit vielen Jahren mit ihrem ehrenamtlichen Engagement als Vorsitzende des Vereins eine hohe Kompetenz für eine solche Tätigkeit bewiesen hat.

Die seitens des Vereins mehrfach erbetene schriftliche Äußerung der Stadt zur Fortführung des Hauses liegt bis heute nicht vor. Daher ist momentan völlig ungeklärt, wie satzungsgemäß ein sinnvoller Beitrag zur Zukunft des Kulturbetriebes der Villa Zanders geleistet werden kann. Auch der Vorschlag, wenigstens die für die Räume der Artothek jährlich vom Verein gezahlte Miete in Höhe von 6000 Euro zum Ausgleich von künftig anfallenden Geschäftsführungskosten zu streichen, wurde abgelehnt.

Der Verein  sieht sich  auf Grund der Belastung durch die laufenden Verhandlungen sowie die weiterhin ungeklärten Situation derzeit nicht in der Lage, ein Kulturprogramm für die nächsten 6 Monate vorzubereiten und umzusetzen, auch bleibt das Projekt „Geschichte Schloss Bensberg“ ausgesetzt.

Der Vorstand des Vereins  sieht die Zukunft des Hauses durch die personellen Einschnitte sowie die unsichere Gesamtsituation weiterhin stark bedroht, bietet aber weiterhin seine Unterstützung an. Er hofft -auch im Hinblick auf eine positive Haltung von Ehrenamtlern und Sponsoren – auf eine baldige Entscheidung und verbindliche Erklärung der Stadt, die ihn in die Lage versetzt, den Mitgliedern ein Konzept vorlegen zu können, das sowohl den satzungsgemäßen Aufgaben wie auch den neuen Rahmenbedingungen entspricht.

2. Dokumentation des Offenen Briefs

Bergisch Gladbach, den 19. Dezember 2010

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Urbach!
Sehr geehrte Fraktionsvorsitzende!
Sehr geehrte Damen und Herren!

Die seit Monaten anhaltenden Auseinandersetzungen über die Zukunft der Städtischen Galerie Villa Zanders erfüllen uns mit großer Sorge. Eine über mehrere Jahre gewachsene kulturelle und für die Stadt identitätsstiftende Institution wird, durch fehlende kulturpolitische Richtlinien und Entscheidungen, in ihrer Existenz bedroht.

Deshalb sehen wir uns als Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt verpflichtet, auf diesen Mangel in einem Offenen Brief hinzuweisen und dringend Abhilfe zu fordern. Der Brief wurde bis zu diesem Augenblick zusammen mit uns sieben Organisatoren von mehr als 100 an Kultur Interessierten unterzeichnet.

Mit freundlichen Grüßen

Volkmar Däberitz,  Georg Dittrich,  Karl-Hermann Eskens,  Karl Feldkamp, Rolf Hinterecker,  Gerd Krämer,  Hartmut Wunsch

Offener Brief: Zur Situation um die Städt. Galerie Villa Zanders in Bergisch Gladbach

Wir, die Unterzeichner dieses Briefes, fordern die Entscheidungsträger von Politik und Verwaltung der Stadt Bergisch Gladbach auf, dem jämmerlichen Gerangel um die Städtische Galerie Villa Zanders ein sofortiges Ende zu setzen!

Dieser weit über die Grenzen der Stadt hinweg bekannte und geschätzte Kulturort sowie der dort seit vielen Jahren aktive und engagierte Galerie+Schlossverein verdienen den erklärten Schutz der Gremien und dürfen weder der ungezügelten Machtgier Einzelner noch dem dumpfen Populismus einer reinen Eventorientierung zum Opfer fallen.

Das nun bereits seit Monaten schwebende Verfahren der Verwaltungsspitze sowie die Richtungslosigkeit der örtlichen Kulturpolitik im Umgang mit diesem historisch geprägten städtischen Juwel zeugen von einer bestürzenden Kulturfeindlichkeit. Das traurige Hin und Her ist unerträglich und lässt sich nicht mehr allein mit Sparzwängen entschuldigen.

Dass nun die kulturelle Zukunft des Hauses zum Teil per Leserbrief ausgehandelt wird, ist hinsichtlich gewisser Leserbriefschreiber der vorläufig unrühmliche Höhepunkt des Spektakels. Bestimmte dort argumentierende Protagonisten sind nur zu gern bereit, dem schwankenden Schiff mit viel Polemik und wenig Sachverstand eine persönlich gefärbte Richtung zu verleihen – lange genug hatten sie sich den Expertisen der Fachleute unterwerfen müssen, sind womöglich in der Vergangenheit persönlich nicht zum Zuge gekommen. Dieses von der Stadtspitze unwidersprochene Gezeter ist nicht etwa ein Ausdruck von Demokratie sondern schlichter Lobbyismus.

Das kann und darf nicht Grundlage einer Entscheidungsfindung im Zusammenhang mit dieser Kultur- und Bildungseinrichtung sein. Die Städtische Galerie Villa Zanders muss auch weiterhin ein Ort für zeitgenössische Kunst auf hohem Niveau bleiben, finanziell und ideell unterstützt von vielen kulturinteressierten Bürgern, Institutionen und Kulturschaffenden.

Das sollte sich sogar eine Kreisstadt im Nothaushalt leisten können. Wenn sie es will.

Volkmar Däberitz,  Georg Dittrich,  Karl-Hermann Eskens, Karl Feldkamp, Rolf Hinterecker, Gerd Krämer, Hartmut Wunsch – sowie weitere bisher 97 weitere Unterschriften

Der Offene Brief „Zur Situation um die Städt. Galerie Villa Zanders in Bergisch Gladbach“ ist bisher (Stand 19. Dez. 2010) von folgenden Bürgerinnen und Bürgern unterschrieben worden:

Almut Al-Yaqout, Inhaberin d. Buchhandlung Funk, Bergisch Gladbach
Bernd Alkfeld, Bergisch Gladbach
Jasmin Avdagic, Student, Bergisch Gladbach
Hanno Becker, Bergisch Gladbach
Hanns Georg Becker, Bergisch Gladbach
Beatrix Becker-Jetzek, Lehrerin, Bergisch Gladbach
Günter Beckers, Bergisch Gladbach
Dr. Franz Wilhelm Boschbach, Bergisch Gladbach
Ute Braun; Künstlerin, Bergisch Gladbach
Joana Brückner, Lehrerin, Bergisch Gladbach
Andrea Bruns, Overath
Dr. Peter Bruns, Overath
Marianne Bruns, Overath
Volkmar Däberitz, Bergisch Gladbach
Georg Dittrich; Bergisch Gladbach
Monika Dittrich, Bergisch Gladbach
Dagmar Ditzer, Architektin,Bergisch Gladbach
Barbara Dörffler, Köln
Ulrich Dörr, Galerist, Bergisch Gladbach
Martin Dupont, freischaffende Künstlerin, Bergisch Gladbach
Karl Hermann Eskens, Bildender Künstler, Overath
Barbara Feldkamp,  kulturinteress. Bürgerin, Bergisch Gladbach
Karl Feldkamp, Autor, Bergisch Gladbach
R. Gärtner, Bergisch Gladbach
Christoph Gesing, Köln
Uwe Grede, Köln
Frank Grobolschek, Geschäftsführer, Bergisch Gladbach
W. Gyr, Bergisch Gladbach = Gyr, Bergisch Gladbach
Walter Hanel, Karikaturist, Bergisch Gladbach
Anni Hanke-Eiden, Bergisch Gladbach
Günter Helmig, Vorsitzender “Wort&Kunst e.V.“; Bergisch Gladbach
Peter Henry, Journalist, Berlin
Elfriede Heuser, Bergisch Gladbach
Rolf Hinterecker, Bildender Künstler, Bergisch Gladbach
Gernot Jäger; Bergisch Gladbach
Renate Jäger, Bergisch Gladbach
Edda Jende-Boschbach, Bergisch Gladbach
Prof. Dr. Martin Jürgens, Regisseur, Berlin
Raymund Kaiser, Köln
Klaus Karrasch, Bergisch Gladbach
Heike Kehres-Woost, Künstlerin, Rösrath
Markus Klaas; Overath
Dieter Klepsch, Dipl.-Bibliothekar, Bergisch Gladbach
Kneipp, Bergisch Gladbach
Kneipp-Kramer, Bergisch Gladbach
Ute Kossmann, Schauspielerin, Bergisch Gladbach
Kilian Kramer, Bergisch Gladbach
Michael Kramer, Bergisch Gladbach
N. Kramer, Bergisch Gladbach
Gerd Krämer; kulturinteress. Bürger, Bergisch Gladbach
Ulla Krämer, Overath
Stefan Kuntz, Erzähler, Bergisch Gladbach
Vladimir Kuzmin, Künstler, Köln
Ingrid Lahres, Bergisch Gladbach
Günter Litzinger, Bergisch Gladbach
Heidi Litzinger, Bergisch Gladbach
Wolfgang Lüttgens, Künstler, Köln
Christa Manz-Dewald, Bergisch Gladbach
Steffen Missmahl, Grafik-Designer, Köln
Ursula Molitor, Künstler, Rösrath
Hiroko Nakajima-Beckers, Künstlerin; Bergisch Gadbach
Maximilian Oehm, Bergisch Gladbach
Wilfrid Oehm, Bergisch Gadbach
Günter Päffgen, Gastwirt, Bergisch Gladbach
Lynn Pitzschel, Lehrerin, Köln
Cathrin Pröhl, Fachang. f. Medien, Köln
R.D.-Karrasch, Bergisch Gladbach
Barbara Reimann, Stud.Direktorin, Berlin
Alo Renard, Künstler (AdK), Köln
Wolfgang Rieger, Kunstvermittler, Köln
Elfriede Rohde, Bergisch Gladbach
Fiona Rohde, Redakteurin; Bergisch Gladbach
Jürgen Rohde, Bergisch Gladbach
Susanne Roßbach, Köln
Sylvia Ruppert, Künstlerin, Bergisch Gladbach
Christa Sanio, Köln
P. Schiefer- Grede, Köln
Dr. Peter Schiller, Kunsthistoriker, Berlin
Karl-Chr. Schliemann, Bergisch Gladbach
Vera Schliemann, Bergisch Gladbach
Dietmar Schneider, Herausgeber “Kölner Skizzen“, Köln
Dr. Sverrir Schopka, Geschäftsführer, Overath
Margret Schopka, Künstlerin, Overath
Franz-Josef Schwamborn, Bergisch Gladbach
Maria Schwamborn, Bergisch Gladbach
Herbert Stahl, www.museum-stahl.de, Bergisch Gladbach
Barbara Stewen, Künstler (AdK), Lindlar
Henry Stewen, Lindlar
Dr. Thomas Täubner, Galerist, Kürten
Karin Täubner, Dipl. Ing. Fotografie, Kürten
Xuemei Täubner-Liu, Galeristin Kürten
Heiko Thurm; Grafiker/Musiker, Bergisch Gladbach
Karin von Hagen, Galeristin, Bonn
Dr. Heide Weber-Schütz, Bergisch Gladbach
Monika Weber, Köln
Phillipp Werner, Köln
Carola Willbrand, Bildende Künstlerin, Köln
Joachim Willbrand, Köln
Dr. Wolf-Dieter Wirth, Odenthal
Elisabeth Wirth, Odenthal
Michael Wittassek; Künstler, Bergisch Gladbach
Hartmut Wunsch, Bergisch Gladbach
Ursula Wunsch, Bergisch Gladbach

3. Die Erwiderung von Günter Henne

Lieber Gerd Krämer,

Dank für Ihre Aktivität in Sachen Villa Zanders und der Kultur in B.Gl.!
Leider sehen meine Frau und ich uns außerstande, diesen offenen Brief, den Sie mit Ihren Mitstreitern entworfen haben, zu unterzeichnen. Denn er erscheint uns, ebenso wie Ihr Anschreiben, allzu sehr mit heisser Nadel gestrickt und zudem voller Polemik zu stecken.

Das “jämmerliche Gerangel” wurde durch einen Leserbrief von Karsten Panzer “angezettelt” und u.E. mit angemessenen Erwiderungen durch Karl Feldkamp, Fritz Roth und Hartmut Wunsch abgewehrt.

Polemische und aggressive Formulierungen sind im Kampf um unsere Sache wenig hilfreich! “Jämmerliches Gerangel”, “ungezügelte Machtgier Einzelner”, “dumpfer Populismus”, “reine Eventorientierung”, “bestimmte dort argumentierende Protagonisten”, die “womöglich in der Vergangenheit persönlich nicht zum Zuge gekommen sind”, “Gezeter”, “Lobbyismus” – all das sind Formulierungen, die in die Debatte um sehr ernste Anliegen nur aggressive Polemik bringen und die entsprechende Reaktion erzeugen.

Dazu gehören sie nicht zu dem uns gewohnten Stil.

Und bitte: Nennen Sie doch ganz einfach und ganz offen die Namen der Personen, auf die Sie anspielen! Wir sollten nicht den Kampf zwischen Leserbriefmeinungen in dieses Papier mit einbringen!

Das einzige, was von Ihrem Aufruf stehenbleiben sollte, ist der fettgedruckte letzte Abschnitt (aber ohne seinen letzten Satz)! Wir sollten nicht vergessen: Wir haben eine außerordentliche Notsituation!

Die Stadt hat kein Geld, galerie+SCHLOSS e.V. hat kaum Geld und wir alle sind bereit, unter und aus den nun gegebenen Verhältnissen das Beste zu machen! Natürlich sind jetzt die Bereitschaft der Vereinsmitglieder zu einem höheren Jahresbeitrag und die großzügige Hilfe von Sponsoren besonders gefragt!

Ich hatte nach der Sitzung des Kulturausschusses am 14.12. ein längeres Gespräch mit Frau Dr. Oelschlägel. Wir waren uns einig, ein Ergebnis dieser Sitzung positiv zu werten: Die Villa Zanders (“Städtische Galerie Villa Zanders Bergisch Gladbach”) bleibt als eine Einheit der Stadt Bergisch Gladbach ( ohne Ausklammerung des Erdgeschosses ) erhalten und kann nicht in die Trägerschaft von galerie+SCHLOSS e.V. übergehen. Wir hoffen, in Frau Dr. Oelschlägel eine visionsreiche künstlerische Leiterin der Galerie zu behalten.

Wir bitten Sie herzlich, diese sehr überstürzte Unterschriftenaktion in dieser Form nicht durchzuführen. Es muss ja auch nicht bis zum 19.12.sein.

Es grüßen Sie, Günter+Usch Henne (17.12.2010)

Weitere Informationen:

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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3 Kommentare

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  1. Die Polemik in dieser Diskussion ist in einem hohen Maße peinlich, vor allem aber undemokratisch. Den Mund sehr voll nimmt u.a. Herr Panzer, ein “ bildender Künstler“. „Bildende Künstler und Künstlerinnen drücken künstlerische Ideen durch Kunstwerke aus den verschiedensten Praxisfeldern wie Malerei, Grafik, Skulptur, Raum, Installation, Performance, Fotografie und neue Medien aus“, so erklärt die Bundesagentur für Arbeit.

    Unterstellen wir, dass jeder, der Briefe schreibt und die Trommel schlägt, eine eigene Kunst-Form verfolgt. Was an den von Herrn Panzer (Leserbrief Stadtanzeiger) referenzierten „Forderungen“ „bestechend- innovativ“ und “ nachhaltig“ sein soll, erschliesst sich nicht. Er rekapituliert gedanklich den Müll, den andere VOR die Städtische Galerie gestellt hatten. IN die Städtische Galerie gehört so eine Kunstform auch nicht.

    Das Haus zu einer Spielwiese der kommunalen und regionalen Künstler-Grössen zu entwickeln, die ansonsten kaum Forum finden, kann nicht der Auftrag einer Städtischen Galerie sein.

    Wie dumm das Geschwafel dieser Scheiberlinge ist, eröffnet sich jedoch nur denen, die sich intensiv mit der Arbeit der Kuratoren über 20 Jahre (unter diesen beschränkten Möglichkeiten) beschäftigt haben.
    “ Kooperationen“ haben wiederholt stattgefunden, und auch die letzten haben grossen Erfolg: sowohl die Ausstellung „Einrichten-Leben in Karton“ von Dr. Oelschlägel, die z.Zt. in der (Städtischen) Galerie Stiehl Waiblingen gezeigt wird, als auch die beiden Ausstellungen von Dr. Vomm, “ Schirmer“ ( sehen Sie unter: http://webmuseen.de/johann-wilhelm-schirmer-duesseldorf.html) und “ Scheuren“ , jeweils (!) eine Kooperation mit 5 anderen Museen der Region.
    Diese und viele früheren Ausstellungen wurden von den wirklich kritischen Besuchern, den Kunstkritikern der grossen (!) deutschen Zeitungen, gesehen, und bewertet. Lesen Sie in der „Zeit“, in der „FAZ“, in der „Süddeutschen Zeitung“ und deren Online-Medien nach !
    Erschliessen Sie sich selber diese Informationen, und überlassen Sie nicht Herrn Panzer dieses Haus!

  2. Immer mehr Geld reinschaufeln in die Villa Zanders, bis sie bis oben hin voll ist! Das wünschen sich die Kulturschaffenden der Bergisch Gladbacher Szene!
    Geht aber nicht! Weil die Stadt pleite ist! Das ist traurig, aber wahr!
    Das müssen auch die Kulturinteressierten endlich mal einsehen! Und das die Vereinsvorsitende sich da ein Denkmal setzen will, scheint doch klar zu sein. Offenbar hat sie keine Lust mehr auf ihren Job in der Bauverwaltung und will lieber bezahlte Museumsdirektorin werden. Nene, ganz uneingennützig!

    Ketzerische Frage: Warum nicht den Kulturbetrieb der Villa einfach ganz einstampfen! Die Villa wieder – wie sie es früher mal war – zu einem Verwaltungsgebäude machen! Die Räume unten für Hochzeiten und Kongresse vermieten. Bringt Geld. Spart Geld!

    Wir leben nicht mehr auf einer Insel der Glückseligen! Das haben aber viele in GL noch nicht gemerkt! Die Stadt soll einfach weiter zahlen und zahlen und zahlen!

    Liebe Leute, Kultur pur is nicht mehr!

  3. Ich fürchte, da haben sich einige zur Unterschrift mitreißen lassen, ohne richtig nachzudenken. Was wird denn gefordert in diesem doch eher polemischen Brief? Wieso jämmerliches Gerangel? Bei der Villa Zanders sucht die Stadt (= die Eigentümerin) ernsthaft nach einer Lösung, insbesondere wie man das Erdgeschoss für (bezahlte)Veranstaltungen mehr nutzen kann. Und wieso sollte die Stadtspitze Leserbriefen widersprechen? Sorry, aber dieser Brief erscheint mir wenig sachlich und nicht sehr hilfreich.