Die Bürgerinitiative  Lustheide nimmt Stellung zu dem städtischen Lärmgutachten zum Gewerbegebiet Lustheide.

Das Gutachten bestätigt, dass die Wohngebiete rund um die Straße Lustheide bereits erheblichen Geräuscheinwirkungen durch Straßenverkehr ausgesetzt sind. Die Lärm reduzierende Wirkung des etwa 180 m breiten Waldstreifens wurde mit 5 dB(A) berechnet. Dies entspricht den Aussagen unserer Bürgerinitiative, die nach eigenen Berechnungen von einer Steigerung des Autobahnlärms nach Entfall des Waldes von 3-5 dB(A) (je nach Lage der Wohnhäuser) ausging.

Im Lärmgutachten der Stadtverwaltung werden Autobahnlärm und Verkehrslärm der Straße Lustheide jedoch vermischt. Dies führt dazu, dass der Gutachter gesamt nur eine geringe Erhöhung des Lärms berechnet. Dies mag den gültigen Berechnungsvorschriften entsprechen. Dem Empfinden der Refrather Bürger entspricht es nicht. Tatsächlich schwanken die Lärmeinwirkungen der Straße Lustheide extrem. Zum Berufsverkehr liegt eine sehr hohe Verkehrsbelastung vor. Zu diesen Zeiten dominiert in vielen Bereichen die Lustheide die Lärmeinwirkungen. Vor allem in den Abend- und Nachtstunden und an Sonntagen ist der Autobahnlärm jedoch bis weit nach Refrath hinein dominant. Zu diesen Zeiträumen beeinträchtigen erhöhte Lärmeinwirkungen durch die Autobahn insbesondere die Nachtruhe und die Aufenthaltsqualität in Gärten.

Erhebliche, zusätzliche Lärmbelastungen sind durch das Gewerbegebiet und vor allem die hierfür vorgesehene, zusätzliche Straße („Planstraße“) zu erwarten. Im Gutachten wird hierzu nur die erforderliche, neue Planstraße berücksichtigt. Die Geräuschemissionen durch die eigentliche Gewerbenutzung sind überhaupt nicht untersucht. Nach der vorliegenden Immissionsprognose bewirkt allein die Planstraße an dem am stärksten betroffenen Wohngebäude bereits eine Erhöhung von bis zu 6 dB(A). Dies entspricht einer vierfach höheren Schallenergie als im derzeitigen Bestand. In anderen, angrenzenden Bereichen werden je nach Variante 1-3 dB(A) mehr errechnet. Eine Erhöhung um 3 dB(A) entspricht einer Verdoppelung der Schallenergie.

In der Prognose wird von 1400 Kraftfahrzeugen je Tag für die Planstraße in das neue Gewerbegebiet ausgegangen. Nach den angesetzten, prozentualen LKW-Anteilen am Verkehrsaufkommen muss von fast 200 LKW-Fahrten je Tag auf der Planstraße ausgegangen werden. Dies bedeutet zwangsläufig eine enorme zusätzliche Belastung sowohl für Anlieger als auch für den Verkehrsfluss auf der Lustheide während der Hauptverkehrszeiten. Die Lage der Planstraße ist zudem so gewählt, dass die von unserer Initiative befürchtete, spätere Erweiterung des Gewerbegebietes ermöglicht wird.

Im Folgenden ein Zitat eines Mitarbeiters der Stadtverwaltung im Kölner Stadtanzeiger vom 12. April 2012:

„Die großen Sorgen der Anlieger haben sich nicht bestätigt. Wir müssen das Plangebiet nicht aufgeben.“

Also: Alles eine Frage der Auslegung?

Hierzu ein kleines Vergleichsbeispiel:

Verhält sich der Autofahrer, welcher bei Tempolimit 50 km/h mit nur 48 km/h dicht an spielenden Kindern vorbei fährt vorbildlich?

Sollte er mehr Rücksicht auf seine kleinen Mitbürger nehmen?

Bewerten Sie selbst!

Wir vertreten die Auffassung, die Stadt sollte Ihre Bürger bestmöglich vor Lärm schützen und nicht im Rahmen der gesetzlichen Rahmenbedingungen zusätzlich belasten.

Viele Grüße von www.lustheide.de

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Lustheide

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