Eine Sportarena für Schulen, Leichtathleten, Fußballer, Korfballer, Kugelstoßer, Weitspringer und viele andere: Unter diesem Titel lassen sich die Erneuerungspläne rund um das Bergisch Gladbacher Stadion zusammenfassen. Denn künftig soll den Schulen und Vereinen dort eine moderne Sportanlage zur Verfügung stehen, die von verschiedensten Gruppen genutzt werden kann. Das Stadion plus Umfeld soll wieder das Sportzentrum der Stadt werden. Eine neue Laufbahn und ein neuer Kunstrasenplatz stehen zur Debatte.

Bislang regiert die Tristesse auf der Anlage. „Marode“ und „nur eingeschränkt nutzbar“ sind  Attribute, die die dortigen Sportanlagen treffend beschreiben. Ein schadstoffbelasteter Platz sorgt für weiteren Druck:

  • Marode ist die Tartanbahn im Stadion selbst. 1982 gebaut, ist sie merklich in die Jahre gekommen, der Untergrund teilweise abgesackt.
  • Nur eingeschränkt nutzbar ist der Rasenplatz, denn alterbedingt muss er intensiv gepflegt werden: mähen, düngen, vertikutieren, Tiefenlockerungen, Neubesandung und Ausbesserung mit Rollrasen. Trotz dieser zeit- und damit kostenintensiven Arbeiten ist er in einem denkbar schlechten Zustand, die Drainage nicht mehr funktionstüchtig. Ein Übriges fügen Pilzerkrankungen hinzu, die immer wieder mit Pflanzenschutzmitteln behandelt werden müssen. Normalerweise rechnet man mit rund 800 Stunden Nutzungsdauer für einen Naturrasen pro Jahr. Das Stadion muss inzwischen regelmäßig gesperrt werden, der Platz ist nicht einmal mehr die Hälfte dieser Zeit nutzbar. Das heißt, neben wenigen anderen Veranstaltungen können dort nur noch drei Spiele in 14 Tagen stattfinden. Mehr geht bei diesem schlechten Zustand nicht.
  • Unter dem Titel „nur eingeschränkt nutzbar“ läuft auch der Tennenplatz neben dem Stadion. Nach vielen Jahren Nutzung fließt das Wasser kaum noch ab. Die Asche ist so feinkörnig geworden, dass sie die Drainage völlig verstopf hat. Unangenehmer Nebeneffekt: Der Boden wird teilweise steinhart. Bei Trockenheit ist es extrem staubig – kein guter Zustand wenn man bedenkt, dass der Platz dioxinbelastet ist. Als wenn das nicht genug wäre, befindet sich darunter eine alte Mülldeponie. Die benachbarte Feuerwache wurde deswegen auf tief in den Untergrund reichenden Pfählen errichtet. Auf dem Tennenplatz muss immer wieder Asche nachgefüllt werden, um das nachsackende Material aufzufüllen.

Alles in allem also gute Gründe, sich Gedanken über die Sportanlage zu machen, damit sie wieder zentrale Sport- und Wettkampfstätte der Stadt wird. Eine Sanierung würde vielen Nutzern helfen, die von morgens bis abends sieben Tage die Woche auf der Anlage aktiv sind. Den Tennenplatz teilen sich die Sportlerinnen und Sportler des 1. FFC Bergisch Gladbach „Die Löwinnen“ und des SV 09. Die Tartanbahn und weitere Sportanlagen wird von den Schulen, Leichtathleten des TV Herkenrath und TV Refrath genutzt. Zahlreiche weitere Sportler legen dort ihr Sportabzeichen ab. Die beiden Rasenplätze neben dem Stadion werden vom Olympiastützpunkt, dem SV 09, den Korfballern der Verein TUS Schildgen und Pegasus  und dem 1. FFC genutzt.
Die Verwaltung hat vorgeschlagen den dioxinbelasteten Tennenplatz künftig nur noch als Parkplatz zu nutzen. In einem zweiten Schritt könnten im Stadion die Tartanbahn erneuert und ein Kunstrasenplatz angelegt werden. Diese Plätze sind deutlich intensiver zu bespielen als andere Plätze. Auf Kunstrasen kann bis zu 2000 Stunden im Jahr gespielt werden, auf (gesundem) Naturrasen rund 800 Stunden. Durch geringeren Pflege- und Düngeaufwand mit Kunstrasen könnten jährlich Kosten in Höhe von rund 40.000 Euro gespart werden. Haupteinsparpotenzial ist eine Stelle in der Pflegekolonne des Stadions. (Der Mitarbeiter würde in einen anderen Bereich der Stadtverwaltung versetzt. Dort könnten dementsprechend auf eine nötige externe Neueinstellung verzichtet werden.) Der Bau der Anlagen wird mit rund 800.000 Euro veranschlagt.
Das Stadion wäre damit wieder das was es lange war: Die zentrale Sportstätte in der Stadt, in der verschiedenste Sportarten ausgeführt würden. Schulsport, Schulmeisterschaften, kreisweite Wettkämpfe und Trainingsgeländer zahlreicher Sportler. Die Vergabe der Nutzungszeiten läge ausdrücklich weiter bei der Stadt.
Als Alternative zu den Plänen wurde aus den Reihen der Sportler die Sanierung der Tartanbahn, der Bau eines Naturrasenplatzes im Stadion und eines Kunstrasenplatzes auf den Wiesen neben dem Stadion vorgeschlagen. Hintergrund ist die Befürchtung, dass Leichtathleten und Fußballer nicht gleichzeitig das Stadion nutzen könnten (Was wäre wenn ein Sprinter in vollem Lauf von einem Fußball getroffen würde?). Diese Variante II würde nach vorsichtiger Schätzung rund  250.000 Euro mehr als Alternative I kosten. Die Stadt sieht sich nicht in der Lage diese Mehrkosten angesichts der Haushaltslage darzustellen. Von Seiten der Vereine wird gegenwärtig über eine finanzielle Beteiligung nachgedacht.
Die Alternativen werden am Dienstag, 19. Juni, um 17 Uhr im Ausschuss für Bildung, Kultur, Schule und Sport diskutiert.

Pressestelle Stadt BGL

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