Die Stadtverwaltung kommt bei ihren Verhandlungen mit dem Eigentümer des Löwencenters in Bensberg voran – und hat nun Details der geplanten neuen Marktgalerie veröffentlicht.

Bei einer Pressekonferenz haben Bürgermeister Lutz Urbach und der Eigentümer des alten Loewencenters Bensberger Schlossstraße Pläne für den Neubau einer moderne Marktgalerie vorgstellt. Die Eckdaten:

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  • Baubeginn: 1. Quartal 2013
  • 6000 Quadratmeter Verkaufsfläche
  • 2500 Quadratmeter für Wohnen und Büros
  • 150 Stellplätze
  • Investitionssumme rund 20 Millionen Euro
  • Ankermieter: Supermarkt
  • Architekt: Wolfgang Engels

Die Projektleitung liegt bei der Firma Atos, die wiederum für den Eigentümer, der Luxembuger Fonds GP-7 Opportunity LBC Luxco S.a.r.l. & Co. KG. arbeitet. Ein Atos-Vertreter sprach von drei Interessenten für die Rolle des Ankermieters. Weil die Kaufkraft in Bensberg hoch sei, dürfe die Vermietung des Gebäudes kein Problem sein. Der Neubau wird auch städtebaulich für Veränderungen sorgen: Er reicht viergeschossig bis an die Schlossstraße heran, nur das vierte Stockwerk ist nach hinten versetzt. Die Öffnung der Bensberger Fußgängerzone wird von den Investoren nicht verlangt. Am 26 . Juni werden die Pläne  im Planungsausschuss beraten.

Die Stadtverwaltung beschreibt das Projekt in einer Pressemitteilung so:

Zu den Plänen:

Die Marktgalerie Bensberg soll rund 6000 Quadratmeter Nutzfläche bieten. In den unteren beiden Etagen (E0 und E1) an der Fußgängerzone werden Geschäfte des Einzelhandels Platz finden. Eine offene Galerie auf E1 sorgt für Transparenz und städtisches Flair. Für rund 60 Prozent der Flächen liegen laut Stefan Witjes bereits konkrete Absichtserklärungen potentieller Mieter vor.

Ankermieter wird ein Vollsortimenter, der rund ein Drittel der Fläche beanspruchen wird. „Es wird ein frischebetonter Markt werden. Das ist ein ganz großer Wunsch in Bensberg“, sagte Projektentwickler Uwe Jantz. Über den beiden Erdgeschossen sollen zwei Parkdecks mit rund 160 Stellplätzen folgen, die an der Rückseite von der Straße „Markt“ aus angefahren werden. Darüber schließt sich ein Doppelgeschoss mit einem begrünten Innenhof in der Mitte an. Um diesen grünen Ruhepunkt gruppieren sich Büros, Wohnen und Gastronomie über den Dächern Bensbergs.

Die Anlieferung der Geschäfte in den Geschossen E0 und E1 erfolgt ähnlich wie heute über die Straße Markt. Die Laderampe wird „eingehaust“, ist also nicht zu sehen.

Ein Aufzug sorgt für einen barrierefreien Übergang von der Schlossstraße zum Marktplatz – ein lang gehegter Wunsch der Verwaltung. Zusätzlich wird links des Gebäudes eine breite Freitreppe den Weg vom Marktplatz zur Schlossstraße herab ermöglichen und stadtbildprägend sein. Sie mündet auf einen Platz, der sich an die Fußgängerzone anschließt.

Bei der Frage nach der Öffnung der Fußgängerzone sind von den Investoren noch keine eindeutigen Präferenzen in die eine oder andere Richtung zu erkennen. Sollte sich eine deutliche Mehrheit der Händler für eine Öffnung aussprechen, würden  die Investoren das aber begrüßen.

Seit langer Zeit bemüht sich die Stadtverwaltung, einen Investoren für das Loewen-Center zu gewinnen. In zahlreichen Treffen stimmten sich die Planer mit den Investoren ab, damit Bensberg endlich wieder eine attraktive, anziehende Fußgängerzone erhält. Allein Bürgermeister Lutz Urbach war bei rund 60 Treffen persönlich dabei, um das Projekt voranzutreiben.

Der Zeitplan der Investoren für die Marktgalerie ist ehrgeizig: Gegen Ende des ersten Quartals 2013 soll mit dem Bau begonnen werden. Wenn alles gut läuft, soll die neue Marktgalerie Mitte 2014 eröffnet werden. Zunächst werden die Pläne im Planungsausschuss der Stadt kommende Woche vorgestellt und nach den Sommerferien die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung gestartet werden. Ziel ist es, die Offenlage in der Ausschusssitzung Anfang Dezember 2012 abzuschließen, damit im März 2013 der Satzungsbeschluss vorliegt. Das ist ehrgeizig, und alle Gruppen müssen für das Gelingen zwingend an einem Strang ziehen. Doch die Projektentwickler sind ein erfahrenes Team das auf zahlreiche erfolgreiche oder im Bau befindliche Objekte verweisen kann, zum Beispiel in Oldenburg oder München. In Göttingen ist die Situation mit der in Bergisch Gladbach vergleichbar, denn dort bauen sie gegenwärtig eine Bestandsimmobilie in der Innenstadt vollständig um.

Zur Historie:

Seit 2009 steht das Loewen-Center in Bensberg leer. Mitten in der Fußgängerzone blicken Besucher in verwaiste Schaufenster. Wiederbelebungsversuche der Bensberger Händler brachten nicht den gewünschten nachhaltigen Erfolg. Bensberg drohte im Dornröschenschlaf zu versinken. Nach langwierigen Verhandlungen ist nun eine Lösung gefunden, die ein echter Aufbruch für Bensberg ist. Denn auch an anderer Stelle werden nach langem Stillstand nun zahlreiche Projekte angepackt:

Das Kino wurde umfassend erweitert und ist heute ein hochmodernes Aushängeschild für die Stadt. An der Falltorwache entsteht auf dem Gelände der ehemaligen belgischen Schule eine sehenswerte Wohnanlage. Am Eingang der Schlossstraße entsteht rechter Hand neben dem dm-Markt ein repräsentatives Wohn- und Geschäftshaus. Nun wird auch das Problem des lange leer stehenden Loewen-Centers angepackt! Rund 50 Millionen Euro werden von privaten Investoren in Bensberg investiert. Das machen diese nicht aus altruistischen Motiven, sondern weil sie an den Standort glauben. Und das ist gut für die ganze Stadt.

Bei der Vorstellung der Pläne kündigte Bürgermeister Lutz Urbach gleichfalls an, den Runden Tisch für Bensberg nach den Sommerferien einzuberufen. Denn wenn der größte Knoten zerschlagen wird, können in diesem Fahrwasser auch weitere Projekte für Bensberg angestoßen werden. Das ist gut für Bensberg und die ganze Stadt. Insofern war der 18. Juni ein guter Tag für ganz Bergisch Gladbach.

Weitere Informationen:

 

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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  1. Hi,

    wenn ich das richtig sehe an o.g. Zeichnung wird das Center doch nicht so ein Betonklotz, sondern hat auch eine große Glasfront. So gefällt mir das schon eher.
    Allerdings die 2 Parkgeschosse dazwischen zu setzen find ich nicht so gut, da es für meinen Geschmack viel zu hoch wird und die Fußgängerzone/ Straße erdrückt, was dadurch verstärkt wird, dass das Objekt ganz an die Straße herangezogen werden soll.

    Die Straße, die jetzt eingezeichnet ist, ist doch ein Witz, so ein “Sträßchen” und dann so ein Trümmer von Gebäude davor. Wo sollen dann noch die Fußgänger entlang laufen auf der Centerseite, dass sind ja immerhin die Kunden o. wird die Straße so schmal, dass nur noch ein Smart durchpasst ?

    Davon mal ganz zu schweigen, es wird immer von einer “Fußgängerzone” gesprochen, in einer solchen fahren aber im Normalfall keine Autos. Es wäre schön, wenn es eine bliebe u. man nicht aufpassen muss, dass man platt gefahren wird. Denn an die ausgeschilderte Schrittgeschwindigkeit hält sich eh keiner und an das Fahrverbot an den ausgeschilderten Tagen auch nicht. Hab selbst bereits einen riesen Sprung machen müssen um einem rasenden Auto zu entgehen.
    Hab schon von manch einem gehört, dass, wenn er sich nicht mehr wohl fühlt u. Bensberg nur noch eine Knautschzone wird, dann werde er halt bald in Refrath einkaufen gehen. Da haben die bensberger Händler auch nichts von. Dann hat die Öffnung der Fußgängerzone auch nicht geholfen, im Gegenteil. Und wenn man sich an Gladbach orientiert, was die Händler u. Politiker gerne tun, dann sollte man die Fußgängerzone zu lassen, eine offene gibt es in BGL auch nicht.
    PS: Wäre schön, wenn zur Abwechslung einmal auf die Wünsche der Bürger, die Kunden Bensbergs , die sich wohl fühlen müssen, eingegangen würde u. nicht immer den Händlern nach der Nase getanzt wird, wie zum Beispiel einem Hrn. Daubenbüchel.