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Während Autos kaum übersehen und überhört werden können, ist dies bei Fahrrädern ganz anders: sie sind leise, flink, oft auf Nebenrouten oder Schleichwegen unterwegs. „Verkehrsdruck“ ist noch ein Wort aus der Autowelt. Radfahrer werden aber immer mehr und – elektrisch unterstützt – immer schneller.

Es gibt einen krassen Widerspruch zwischen der wachsenden Verkehrsbedeutung des Fahrrades und dem, was Radfahrern und Pedelec-Nutzern an Radwegen angeboten wird: in aller Regel zu eng, zu schlecht und zu gefährlich. Grund für das Missverhältnis ist, dass Radfahrer eben so leise, flink und wendig sind – und deshalb von Politik und Öffentlichkeit in ihren Bedürfnissen leicht ignoriert werden.

Sternfahrt startet erstmals in Bergisch Gladbach

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Radfahrer wollen aber nicht länger übersehen und an den Rand gedrängt werden. Das zeigte allzu deutlich die fünfte Kölner Fahrrad-Sternfahrt am Sonntag. Gegenüber dem Vorjahr waren bei bestem Wetter geschätzt mehr als tausend Menschen dabei. Erstmals startete eine Gruppe in Bergisch Gladbach am Markt[1].

Zusammen mit Gruppen aus Wipperfürth und Bensberg machten sich an die siebzig Radler auf nach Refrath und Brück. Dort war der Fahrradtross schon auf 100 Radfahrer angewachsen. Weitere kamen am LVR-Turm in Köln-Deutz aus Leverkusen, Mülheim und Porz hinzu. Am zentralen Treffpunkt zog sich der Fahrradwurm vom Rudolfplatz bis zum Neumarkt. Wer auf einem Spezialrad wie Liegerad, Cruiser oder Faltrad unterwegs war, fand schnell Gleichgesinnte. Die Karawane machte dann fröhlich klingend noch eine große Runde über die Ringe zur Abschlusskundgebung am Neumarkt.

Tourentipps und Kulturfragen

Die Tourentipps des Kölner Fahrradbeauftragten[2] gingen weg wie warme Semmeln. Hans-Georg Kleinmann vom Aktionsbündnis[3] erläuterte die Ziele der Sternfahrer: sichere Fahrt auf direkten Wegen, ausreichend Platz für Radfahrer,     ein rücksichtsvolles Miteinander aller Verkehrsteilnehmer und letztlich lebenswerte Orte in Köln und Umgebung mit guter Luft und weniger Lärm.

Franz Meurer, Pfarrer in der Gemeinde Vingst/Höhenberg und Kölns erster alternativer Ehrenbürger, wünscht sich ein Klima des Miteinanders im Verkehr und zitierte dazu auch den Philosophen Peter Sloterdijk und Rezepte für ein zufriedenes, gesundes und langes Leben aus der Wochenzeitung „Die Zeit“: Am allerwirksamsten sei gute Nachbarschaft. Man müsse die Dinge vor Ort angehen. Und, so war es wohl auch gemeint: Nachbarschaft lebt sich im Verkehr von Sattel zu Sattel viel einfacher als aus der Windschutzscheibenperspektive.

Kleine Sternfahrten bei Critical Mass

Unter dem Motto “Wir behindern nicht den Verkehr, sondern sind Verkehr! Wir erobern uns die Straße zurück – und Du kannst dabei sein“ treffen sich Kölner zweimal im Monat zum gemeinsamen Radfahren. Es gibt keine formelle Organisation oder Route, aber feste Treffpunkte – jeweils am Rudolfplatz direkt unter dem Hahnentor, am letzten Freitag im Monat um 17.30 Uhr und am zweiten Samstag im Monat um 20 Uhr zum „Nightride“. Das ganze nennt sich Critical Mass[4].

Nach der deutschen Straßenverkehrsordnung ist die kritische Masse bei 16 Radfahrern erreicht. Bilden sie eine erkennbar zusammengehörige Gruppe, bilden sie nach Paragraph 27 der Straßenverkehrsordnung StVO[5] einen geschlossenen Verband. Es darf auf der Fahrbahn nebeneinander gefahren werden, auch wenn ein Radweg vorhanden ist. Der Verband gilt wie ein einzelnes Fahrzeug, kann deshalb beispielsweise in einem Zug über eine Kreuzung mit Ampel fahren, auch wenn diese zwischenzeitlich rot zeigt. Der querende Verkehr muss warten.

Radfahren in Bergisch Gladbach

Voraussichtlich im Herbst erscheint der neue Kölner Fahrradstadtplan, der auch weite Teile des Bergisch Gladbacher Stadtgebietes umfasst. Gute Infos für Radrouten im Rheinisch-Bergischen-Kreis und darüber hinaus liefert das Routenportal Komoot[6] und der Radroutenplaner NRW[7]. So findet man auch Touren nach Köln, die weitaus grüner sind als die Strecke der Sternfahrer. Fahrradinteressierte aus Bergisch Gladbach treffen sich wieder nach den Sommerferien. Der Termin wird rechtzeitig auf der Internetseite des ADFC Köln[8] bekannt gegeben.

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