Der Streit über die Schulstandorte der weiterführenden Schulen und die Sanierung von NCG und OHS ist gerade einigermaßen beigelegt, da bahnt sich schon ein neuer Konflikt zwischen den Gymnasien und der Stadtverwaltung an.

In einem Brief an den Bürgermeister und die Leiter der zuständigen Verwaltungsabteilungen sowie an alle Ratsfraktionen beklagen sich die Direktoren der fünf Gymnasien in Bergisch Gladbach (Herkenrath, AMG, NCG, DBG und OHG) über den zunehmenden Dreck in ihren Schulen, der auch durch die Mithilfe der Schüler nicht mehr zu bewältigen sei. Der Brief liegt dem Bürgerportal vor.

Schon lange, so die Direktoren, seien die Reinigungskräfte eigentlich zu knapp bemessen, doch seit der Neuausschreibung der Verträge seien die Zustände “besorgniserregend und nicht mehr haltbar”. Die Verwaltung hatte ohnehin mit der Ausschreibung große Probleme und musste sie aufgrund von Verfahrensfehlern zweimal wiederholen, wodurch der Stadtkasse ein Schaden von rund 1,3 Millionen Euro entstanden war.

Eine tägliche Reinigung der Räume sei schon länger nicht mehr vorgesehen, doch mit dem einsetzenden Herbstwetter verdreckten die Schulen immer mehr. Da auch die Papierkörbe nicht mehr täglich geleert werden, seien auch Gesundheitsgefahren nicht auszuschließen – zumal sich durch die Langtage und Ganztagsunterricht die Menge des anfallenden Mülls starke erhöht habe.

Offenbar erwarte der Schulträger – sprich die Stadt -, dass die Kinder Räume und Flure selbst täglich fegten. Das sei aus Sicht der Direktoren und auch der Mehrzahl der Eltern aber nicht realistisch. Genau das habe auch die Berzirksregierung auf die Beschwerde von Eltern in Bergisch Gladbach vor einiger Zeit bestätigt.

Die Direktoren schlagen u.a. vor, den Müll nicht weiter als “Industriemüll” unsortiert zu entsorgen, sondern zu trennen und wenigstens die organischen Abfälle täglich abzuholen.

Das Fazit der Schulen:

Wir erwarten dringend eine Verbesserung der Reinigungssituation, um eine Verwahrlosung der Gebäude und schlimmstenfalls einer Gesundheitsgefährdung vorzubeugen.”

Tatsächlich müssen Kinder und Eltern in den Schulen immer häufig in Eigenregie Aufgaben des Schulträgers übernehmen. Die Renovierung von Klassenräumen auf eigene Kosten und in Eigenarbeit gehört vielerorts zum Standard, wenn sie nicht durch bürokratische Hürden behindert werden.

Der Werkraum im AMG. Foto:AMG online

Darüber hinaus springen immer wieder die Fördervereine ein, um die schlimmsten Notstände zu beseitigen. Über einen aktuellen Fall berichtet gerade das AMG:

Der Werkraum, schreibt Kunst-Fachschaftsvorsitzende Ingelore  Ebeling, sei seit 30 Jahren vernachlässigt worden:

Die vorhandenen Holztische verströmten zwar eine Aura künstlerischer Verfallsästhetik mit den graphischen Spuren und Hinterlassenschaften ganzer Schülergenerationen und boten den Vorteil ungehemmt „Schmutzarbeiten“ auf ihnen ausführen zu können – zu feineren Arbeiten des Zeichnens waren sie aber inzwischen gänzlich ungeeignet.”

Die Tische wurden inzwischen auf Kosten des Fördervereins aufgearbeitet. Doch nun …

…  fielen (und fallen) die Schränke in ihrem Schmutz von 50 (!) Jahren und ihren mangelhaften Scharnieren umso mehr ins Auge. “

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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