„Trotz gravierender kritischer Fragen und Bedenken von Umweltexperten und Anwohnern scheinen Stadtverwaltung und die knappe CDU/FDP-Mehrheit im Stadtrat den Kletterpark Diepeschrath nach dem Motto Augen zu und durch  durchpeitschen zu wollen,“ sagt Jutta Gumprich-Kästel, die zur Demonstration am Montag auf dem Konrad-Adenauer Platz aufrief:

Unsere Bedenken und die von Umweltexperten wurden bei der letzten Ausschusssitzung, an der 230 Kletterparkgegner als Gäste teilnahmen, vom Tisch gewischt. Doch dann haben wir im kleinen Kreis beschlossen: Wenn die Politiker Bürgerbedenken nicht ernst nehmen und die Verwaltung dem Investor alles durchgehen lässt, lassen wir uns nicht entmutigen und kämpfen jetzt erst Recht und gehen auf die Straße!“ 

Am Donnerstag, 14.03.2013 tagt der Beschwerdeausschuss. Unsere Argumente gegen den geplanten Kletterpark in aller Kürze:

“Verkehrstechnisch ist es jetzt schon ohne den Kletterpark an Wochenenden bei schönem Wetter chaotisch durch wild parkende Autos rechts und links am Wegesrand,” erklärt Matthias Marienfeld, der die Demo ebenfalls mitorganiserte:  “Auch die Verkehrsverträglichkeit und die Besucherzahl wurden viel zu gering eingeschätzt! Wirtschaftlich wird der Park erst bei jährlich 80.000 Besucher – so die Erkenntnis realistischer Berechnungen anderer Kletterparkbetreiber!”

Wie diese am Diepeschrather Wald zusätzlich zu verkraften sein sollen, ist allen Anwohnern ein Rätsel. Jetzt schon kommen normale PKW nur durch vor- und rückwärtsrangieren einspurig vorbei. Rettungsfahrzeuge werden dann mit dem Kletterpark „aus der Luft“ herangeführt? Die Stadt legt es wohl drauf an, dass dem Verkehrschaos bald der Verkehrskollaps folgt! Die Anzahl der zusätzlich geplanten 38 Parkplätze ist ein Witz.

Die weiteren Argumente:

  1. Tierschutz: Fehlanzeige! Das Tierspektrum wurde nur oberflächlich in Bezug auf Fledermäuse geprüft , als ob es keine anderen schützenswerten Tiere auf den 20.000 Quadratmetern Fläche, die verpachtet werden soll, gibt. Da sich Tiere und 90 mit Metallmanschetten strangulierte Bäume nicht wehren können, müssen wir Bürger und Naturschützer uns für den Erhalt einsetzen!
  2. Umwelt- und Infrastrukturausschüsse sollten Ernst genommen werden und umfassend kritisch prüfen, was bei jedem Normalbürgerantrag geschieht.
  3.  Es wurden vor Jahren Krötenschutztunnel unter dem Diepeschrather Weg aufwändig gebaut. Damals wurde an Artenschutz gedacht. Das scheint vorbei zu sein! Nicht alles, was ein 30-Jahre alter Bebauungsplan hergibt, ist auch sinnvoll und ökologisch vertretbar. Inzwischen sollte auch im Rathaus Ökologie und verträgliche Verkehrslenkung keine Fremdworte sein. Stattdessen ist man auf dem ökologischen Auge „blind“.
  4.  Die Art und Weise, wie für viele Anwohner das Projekt still und heimlich durchgezogen werden soll, ist auch in höchstem Grade undemokratisch! Dies ist bereits der zweite Anlauf, den die Politik und der Investor machen: nach der Verhinderung des Kletterparks 2 „K 2“ an der Saaler Mühle durch aufgebrachte Anwohner, wo scheinbar wichtige Anwohner Schlimmeres durch Proteste verhinderten und Verwaltung und Politik die Pläne wie eine heiße Kartoffel fallen ließen. Gelernt wurde daraus: Das machen wir jetzt anders: möglichst schnell und geräuschlos.
  5.  Neben der Demonstration als vorletztes Mittel hoffen wir auch auf Unterstützung durch die zuständigen Behörden des Regierungspräsidiums in Köln. Hier zumindest will man das Projekt Kletterpark kritisch hinterfragen und prüfen, ob alle Auflagen und Gutachten den Park überhaupt zulassen. Schade, dass dies nicht die Stadtverwaltung und der Stadtrat in GL alleine hinbekommen und scheinbar die Bäume für die Investorenträume in den Himmel wachsen. „Notfalls demonstrieren wir so lange, bis das Projekt sauber alle Aspekte befriedigend berücksichtig,” so Juttta Gumprich-Kästel: “Und auch eine Eingabe beim Petitionsausschuss in Düsseldorfer Landtag behalten wir uns vor! “Wir geben nicht auf und machen es der Verwaltung und Politikern nicht so einfach. Weitergehende  Schritte behalten wir uns vor,” so Dirk Kästel

Forderungen der Initiative gegen den Kletterpark

 Wir fordern eine Neuaufstellung des 30 Jahre alten Bebauungsplan und die Ablehnung der Verpachtung der städtischen Fläche an den Investor. Im Detail:

  1. Das Verkehrskonzept ist auf jeden Fall auf den Prüfstand zu stellen und nicht blind den Vorgaben des Investors zu vertrauen. Bei 20.000 Besuchern, die der Investor angibt bzw. bis zu 80.000 Besuchern, die andere Kletterparkbetreiber für wirtschaftlich erforderlich halten, sind 38 zusätzliche Parkplätze ein schlechter Witz, zumal sich alles auf 7 bis 8 Monate Öffnungszeit konzentrieren wird. Es ist auf jeden Fall eine deutlich erhöhte Anforderung an das Verkehrskonzept zu stellen. Blindes Vertrauen auf Investorenvorgaben sind fahrlässig und sollten auch Schadensersatzansprüche gegen Verwaltung und Politiker nach sich ziehen.
  2.  Stopp des Baugenehmigungsverfahrens, bis alle Sachfragen geklärt, alle Ausschüsse (Umwelt und Infrastruktur) einbezogen und die Qualität der vorhandenen Umweltgutachten durch die übergeordnete Fachbehörde ausreichend geprüft sind. Wer z.B. als Privatmann eine Baugenehmigung haben will für seinen Hausbau muss zum Teil viele Monate, wenn nicht Jahre warten. Warum also im Kletterparkfall diese Eile und oberflächliche Betrachtung?
  3. Keine mit der heißen Nadel gestrickten Naturschutzgutachten. „Wir benötigen Gutachten, die nicht nur oberflächlich und stückweise die Auswirkungen des Vorhabens untersuchen,“ so Astrid Mühlenbrock vom RBN (Bergischer Naturschutzverein). Eine reine Aufzählung von Schutzgebieten reiche nicht aus, um den Auswirkungen des Kletterparks gerecht zu werden. Von vorne herein seien verschiedene Beeinträchtigungen der Tierwelt ausgeschlossen. „Daher sind die vorliegenden Gutachten mangelhaft“; so Mühlenbrock.

Durch die große Zustimmung fühlen wir uns auch stark genug, um weiter gegen den Kletterpark zu kämpfen und kurzfristig auch andere ggfs. Bürgerbegehren oder rechtliche Schritte zu unternehmen, wenn die Politik und Verwaltung auf unsere berechtigten Forderungen nicht eingeht.

Wir sind nicht gegen Kinder. Im Gegenteil, wir haben Kinder, aber diese sollen nicht an dieser sensiblen Stelle klettern, sondern weiterhin kostenfrei spielen können, wie Generationen zuvor.  Natur und Tierwelt haben diesen Kampf “David gegen Goliath” verdient…

Über positive Reaktionen freuen wir uns. Wir suchen jetzt den Kontakt zu einem Fachanwalt für Verwaltungsrecht. Tel. 0162-2336701

Kontakt/weitere Informationen:

Dirk Kästel

Journalist, Initiator Kunst hilft geben, Beirat Förderkreis rechtsrheinisches Köln

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3 Kommentare

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  1. Lieber Christian,
    gerne gehe ich auf Ihre Argumente ein:
    1. “einseitigen Stimmungsmache gegen den Kletterwald”?! Nein, wir äußern nur unsere Bedenken, statt alles mit rosaroter Brille hinzunehmen!
    Sie sind anderer Meinung ,das ist o.k.
    2. Vorteile Kletterwald:
    – “Der Kletterwald ist für die Umwelt unproblematisch”: Bäume werden nicht beschädigt. Anreise mit dem Fahrrad oder zu Fuß wegen einer guten Erreichbarkeit möglich, lange Autoreisen bleiben erspart oder werden gekürzt. Somit wird CO2 eingespart.
    Sorry, der Betreiber selbst will sicherlich nicht nur Radfahrer erreichen. Wenn dem so wäre, gäbe es kein. Er will deutlich Kölner und andere auswärtige Gäste anlocken.

    3. Der Kletterwald ist keine touristische Attraktivität , sondern bietet den Einwohnern aller Altersklassen der Stadt Bergisch Gladbach eine weitere Möglichkeit die Freizeit aktiv und erholsam zu verbringen, wodurch die Wohnqualität gesteigert wird.
    Sorry, der Markt ist die Millionenstadt Köln.

    4. Der Zusammenhalt, Teamgeist und Selbstbewusstsein der Kinder, Jugendlichen, Familien, Schulklassen und Gruppen werden durch das kooperative Handeln und das gemeinsame Klettererlebnis im Freien gestärkt
    Wir sind auch für Freizeitaktivitäten, aber nicht in diesem sensieblen Bereich, wo der Artenschutz zu beachten ist , das sind Bundes- und Landesvorschriften.

    5. Der Mensch wird näher an die Natur gebracht. Aber nicht in Massen und mit Autos ab in den Wald und kreuz und quer parken, wie dies jetzt schon der Fall ist und dies jahrelang ,hingenommen wurde durch das Ordnungsamt.

    6. Steigender Stress auf dem Arbeitsplatz, eintönige Bürotätigkeiten, zu wenig Bewegung erhöhen die Gefahr an Burnout zu erkranken, was ein sehr wichtiges und aktuelles Thema auch im Arbeitsministerium ist. Der Kletterwald bietet die Möglichkeit nicht nur körperlich, sondern auch geistig zu trainieren, um den täglichen Stress entgegenzuwirken.

    Wenn sauber gutachterlich nachgewiesen worden wäre, dass keine Bedenken bestehen – gerne. Aber diese Gründlichkeit wird geradezu augenfällig und jetzt belegt vermisst. Siehe Bericht Grauspecht Rote-Liste-Vogel gebietet Planungsstopp – das Aus für den Kletterpark ist das einzig Richtige.
    Aber vielleicht findet der Investor an anderer Stelle im Dritten Anlauf passendes Waldstück. K 1 zeigt ja, dass es auch klappen kann, wenn man alles richtig beachtet und macht.

    7. In der heutigen Zeit, wo viele Kinder den größten Teil ihrer Freizeit vor dem Computer oder Fernsehen verbringen, was zu wenig Bewegung und einem Aufenthalt in geschlossenen Gebäuden führt, schafft der Kletterwald einen idealen Ausgleich.

    Da haben Sie Recht! Kletterwald ja, aber aus ökologischen, rechtlichen und verkehrstechnischen gründen nicht im Diepeschrather Wald!

    8. Das Bundesministerium für Gesundheit stellt fest: „15 Prozent der Kinder und Jugendlichen sind übergewichtig oder fettleibig.“ Durch die vermehrte körperliche Aktivität lässt sich der Trend zu Übergewicht und Bewegungsmangel bei Kindern und Jugendlichen verringern oder sogar stoppen.

    Korrekt.

    9. Es macht nicht nur viel Spaß, den Wald „von oben“ zu erleben, sondern trainiert auch Körper und Geist. Gefördert werden Mut, Ausdauer und Geschicklichkeit, was das Selbstvertrauen stärkt und eigene Grenzen aufzeigt.
    ja, aber nicht da wo Tiere der roten Liste besonders geschützt werden müssen.

    10. Vorteile für die Naherholungsanlage:

    – Entlastung des Grünflächenamtes bei der Pflege der Naherholungsanlage: Aufstellung von weiteren Mülleimern und ihre Entleerung, der Müll wird in der gesamten Naherholungsanlage gesammelt sowie auf den Parkplätzen
    Sorry: Sehe ich anders, die Stadt lässt seit Jahren den Müll durch Dritte entsorgen. Die Müllensorgung sehe ich als Selbstverständlichkeit an.
    11. Die vorhandene Freizeitanlage bleibt weiterhin kostenlos und für jeden begehbar
    Das ist ja wohl Selbstverständlichkeit! Wird aber deutlich eingeschränkt durch Europarutsche!!!

    12. Die Verkehrssicherheit wird durch die regelmäßigen TÜV-Abnahmen gewährleistet
    Selbstverständlichkeit!
    – Die Rettungswege werden im Gegensatz zu der heutigen Zeit frei bleiben, da das Personal des Kletterwaldes dafür sorgen wird.
    Klingt schön, nur mir fehlt der Glaube. Haben Sie schon mal dort ein schönes Sommerwochende erlebt???

    13. Es werden feste Sanitäranlagen installiert, die auch von den Besuchern des Spielplatzes genutzt werden können, was einen hygienischen Zustand der Anlage deutlich verbessert
    Bei den vielen Besuchern wäre etwas anderes auch kaum möglich, ohne dass es zum Himmel stinkt.

    14. Durch die Nachbesserung der Parkplätze auf der Gasterrasse mit der Errichtung der senkrechten Parkplätze werden die Autos ordnungsgemäß geparkt, wodurch viel weniger Platz auf der Gastterrasse benötigt wird

    Für die erwarteten Besucher viel zu wenige! Der Investor rechnet mit 20.000 Gästen in 7 Monaten. Was ist, wenn es doch mehr werden, bis zu 80.000, wie Kletterparkbetreiber für wirtschaftlich erforderlich halten???

    15. Die Autos werden vom Aufsichtspersonal des Kletterwaldes auf die Gastterrasse gelenkt. Der Diepeschrather Weg wird somit frei zugänglich bleiben.
    Glaubenssache, können dies Investor und Stadt schriftlich im Pachtvertrg fixieren? wo kann man Ihre Rosarote Brille kaufen??? Sie haben hoffentlich dafür Verständnis,dass wir Anwohner und Naturschützer den Kletterpark wg. Artenschutz (Grauspecht Rote Liste, bedrohte Tierart unter besonderem Schutz steht und bei näherer gutachterlicher Prüfung sicherlich auch andere unter Schutz gestellte Tierarten gibt) und wg. Verkehrsproblematik den Pachtvertrag notfalls auch gerichtlich überprüfen lassen – wenn die Stadt nicht doch ein Einsehen hat.
    16. Schaffung von Arbeitsplätzen
    Klingt gut, aber warum in ökologisch und verkehrstechnisch problematischer Zone Heideterrasse /Diepeschrather Wald?
    Und Areitsplätze nicht um jeden Preis -an der Stelle no go!

    Was wurde für die Realisierung des Projektes durchgeführt:

    17. Es wurde ein Lärmgutachten von einer renommierten Firma aus Köln durchgeführt, wo klar festgestellt wurde, dass keine Lärmbelästigung stattfindet
    Gerade die Fundiertheit bezweifeln viele Anwohner, wie wir meinen zu Recht.

    18. Eine artenschutzrechtliche Untersuchung hat stattgefunden, für die eine bekannte Spezialistin aus dem Raum Köln beauftragt wurde. Die Ergebnisse haben belegt, dass keine Bedenken vorhanden sind.

    Der Bericht von Artenschutzexperten von heute “Grauspecht entdeckt” – belegt, was derartige Gutachten des Investors, dessen Interessen Sie nicht nur ideell vertreten (sind Sie deren Rechtsanwalt?/Berater?) Wert sind. Gutachten und Gutachterin sowie Investor und Stadt haben hiernach nachweislich unrecht. Und wir sind sicher, dass es noch weitere Tiere gibt, die im Diepecrather Wald rund um den Spielplatz auf der Roten Liste für Artenschutz stehen.

    19. Es wurde ein Landschaftspflegerischer Begleitplan aufgestellt. Der Plan sieht vor eine Ausgleichsmaßnahme zu schaffen. Es wird eine Neuanpflanzung durchgeführt mit einer anschließenden 30- jährigen Pflege. Das bedeutet, das neue Baume entstehen und somit die Natur und Umwelt gefördert wird. Die Kosten einer solchen Maßnahme betragen bis zu 20.000 € und werden vom Betreiber der Anlege finanziert.

    Klingt wie große Mildtätigkeit, ist aber bei näherer Betrachtung klar, dass dies nur durch Kommerzialisierung der bisherien Spielfläche – Teilentzug / Beeinträchtigung geht. Wer will schon spielende Kinder unter Europasrutsche? Bleibt mulmiges Gefühl!

    20. Natürlich kann Investor auch gutes Geld verdienen, es müssen “nur die geltenden Vorschriften und Auflagen” erfüllt werden. Bundesartenschutzverordnung, Landesvorschriften, verträgliche Verkehrssituation, sind schon jetzt nicht hinreichend beachtet, wie Anwohner und Naturschützer versichern. Wo haben Sie Ihre Vor-Ort-Eindrücke her? Besuche an Werktagen – können Sie vergessen, bei schönem Wetter am Wochenende steppt hier “der Bär”. Noch mehr Belastung wäre Verkehrskollaps!
    Mit freundlichen Grüßen! Kletterpark Diepeschrath ade! Versuchts mal da, wo es weder bedrohte Tiere betreifft und Anwohner nicht durch noch mehr, nicht kanalsierbaren Parkverkehr belastet werden. Für den dritten Versuch des Investors “good luck”
    Dirk Kästel

  2. Hallo Herr Völkel,

    durch Wiederholung werden Ihre Argumente leider auch nicht besser. Gerne trage ich meine Fakten auch noch einmal bei und verbinde sie mit der Frage, warum der artenschutzrechtlichen Untersuchung einer “bekannten Spezialisten” der auf der roten Liste befindliche Grauspecht nicht auffiel: https://in-gl.de/2013/03/13/stoppt-grauspecht-stadt-und-investor/

    Sehr wohl gibt es zahlreiche Schadensfälle an Bäumen in Kletterparks. Es gibt hierzu eindeutige Erhebungen, die eindrucksvoll die Auswirkungen der unnatürlichen Belastung der Tragbäume dokumentiert. Besonders erschreckend ist die Tatsache, dass die Schäden für die Betreiber völlig unerwartet eintraten. Dies können Sie gerne einmal nachlesen unter http://www.marcwilde.de/fileadmin/marcwilde/Dokumente/06_Baeume_sind_das_Kapital_des_Kletterwaldes.pdf

    Die schwerwiegenden Bedenken, die der Bergische Naturschutzverein gegen das Projekt aufgeführt hat empfehle ich Ihnen ebenfalls als begleitende Lektüre: http://www.bergischer-naturschutzverein.de/pdf/RBN-Klettergarten-Diepeschrath.pdf
    Demgegenüber ist die von Ihnen angeführte artenschutzrechtliche Untersuchung denkbar ungeeignet, eine Unbedenklichkeitsbescheinigung für den Kletterwald auszustellen – oder denken Sie dass z.B. die Begutachtung eines Teils der Fauna in den Wintermonaten ernsthaft zu belastbaren Ergebnissen führt?

    Weiterhin wird sich noch heraustellen müssen, wie viele Besucher tatsächlich mit dem Fahrrad (oder gar zu Fuß?) anreisen würden – ich bin da eher skeptisch, was eine z.B. eine umweltfreundliche Inanspruchnahme des ÖPNV anbetrifft. Denn entgegen Ihrer Annahme ist das Vorhaben durchaus als Touristenmagnet konzipiert, dass auch Besucher aus der weiteren Umgebung anziehen soll. Allein Bergisch Gladbach wird wohl kaum auf Dauer die erforderlichen 18.000 Besucher pro Jahr beisteuern können.

    Die von Ihnen aufgezählten Vorteile eines Kletterparks wie Bewegungsanreiz für Kinder, Förderung von Teamgeist etc. kann ich bestätigen. Allerdings macht ein Kletterwald an dieser Stelle insbesondere auch aus verkehrstechnischer Sicht einfach keinen Sinn. Dies hat Herr Steinbüchel im vorangegangenen Post auch herausgearbeitet.

    Die von Ihnen aufgeführten Vorteile für die Stadt (Arbeitsplätze: das dürften überwiegend geringfügig Beschäftigte sein) bzw. das Grünflächenamt (eher ein Armutszeugnis für die Stadt, dass nur auf dem Wege des gewerblichen Tourismus eine Naherholungsanlage in einem akzeptablen Zustand gehalten werden kann) halte ich nicht für besonders stichhaltig.

    Mit freundlichen Grüßen

    U. Eschbach

  3. Hallo,

    für alle, die sich nicht mit der einseitigen Stimmungsmache gegen den Kletterwald zufrieden geben, sind hier nochmals einige Fakten, die ich auch an anderer Stelle schon dargelegt habe:

    Vorteile Kletterwald:
    – Der Kletterwald ist für die Umwelt unproblematisch: Strom wird nicht benötigt, Bäume werden nicht beschädigt, Anreise mit dem Fahrrad oder zu Fuß wegen einer guten Erreichbarkeit möglich, lange Autoreisen bleiben erspart oder werden gekürzt. Somit wird CO2 eingespart.

    – Der Kletterwald ist keine touristische Attraktivität , sondern bietet den Einwohnern aller Altersklassen der Stadt Bergisch Gladbach eine weitere Möglichkeit die Freizeit aktiv und erholsam zu verbringen, wodurch die Wohnqualität gesteigert wird

    – Der Zusammenhalt, Teamgeist und Selbstbewusstsein der Kindern, Jugendlichen, Familien, Schulklassen und Gruppen werden durch das kooperative Handeln und das gemeinsame Klettererlebnis im Freien gestärkt

    – Der Mensch wird näher an die Natur gebracht

    – Steigender Stress auf dem Arbeitsplatz, eintönige Bürotätigkeiten, zu wenig Bewegung erhöhen die Gefahr an Burnout zu erkranken, was ein sehr wichtiges und aktuelles Thema auch im Arbeitsministerium ist. Der Kletterwald bietet die Möglichkeit nicht nur körperlich, sondern auch geistig zu trainieren, um den täglichen Stress entgegenzuwirken.

    – In der heutigen Zeit, wo viele Kinder den größten Teil ihrer Freizeit vor dem Computer oder Fernsehen verbringen, was zu wenig Bewegung und einem Aufenthalt in geschlossenen Gebäuden führt, schafft der Kletterwald einen idealen Ausgleich.

    – Das Bundesministerium für Gesundheit stellt fest: „15 Prozent der Kinder und Jugendlichen sind übergewichtig oder fettleibig.“ Durch die vermehrte körperliche Aktivität lässt sich der Trend zu Übergewicht und Bewegungsmangel bei Kindern und Jugendlichen verringern oder sogar stoppen.

    – Es macht nicht nur viel Spaß, den Wald „von oben“ zu erleben, sondern trainiert auch Körper und Geist. Gefördert werden Mut, Ausdauer und Geschicklichkeit, was das Selbstvertrauen stärkt und eigene Grenzen aufzeigt.

    Vorteile für die Naherholungsanlage:

    – Entlastung des Grünflächenamtes bei der Pflege der Naherholungsanlage: Aufstellung von weiteren Mülleimern und ihre Entleerung, der Müll wird in der gesamten Naherholungsanlage gesammelt sowie auf den Parkplätzen

    – Die vorhandene Freizeitanlage bleibt weiterhin kostenlos und für jeden begehbar

    – Die Verkehrssicherheit wird durch die regelmäßigen TÜV-Abnahmen gewährleistet

    – Die Rettungswege werden im Gegensatz zu der heutigen Zeit frei bleiben, da das Personal des Kletterwaldes dafür sorgen wird.

    – Es werden feste Sanitäranlagen installiert, die auch von den Besuchern des Spielplatzes genutzt werden können, was einen hygienischen Zustand der Anlage deutlich verbessert

    – Durch die Nachbesserung der Parkplätze auf der Gastterrasse mit der Errichtung der senkrechten Parkplätze werden die Autos ordnungsgemäß geparkt, wodurch viel weniger Platz auf der Gastterrasse benötigt wird

    – Die Autos werden vom Aufsichtspersonal des Kletterwaldes auf die Gastterrasse gelenkt. Der Diepeschrather Weg wird somit frei zugänglich bleiben.

    – Schaffung von Arbeitsplätzen

    Was wurde für die Realisierung des Projektes durchgeführt:

    – Es wurde ein Lärmgutachten von einer renommierten Firma aus Köln durchgeführt, wo klar festgestellt wurde, dass keine Lärmbelästigung stattfindet

    – Eine artenschutzrechtliche Untersuchung hat stattgefunden, für die eine bekannte Spezialistin aus dem Raum Köln beauftragt wurde. Die Ergebnisse haben belegt, dass keine Bedenken vorhanden sind.

    – Es wurde ein Landschaftspflegerischer Begleitplan aufgestellt. Der Plan sieht vor eine Ausgleichsmaßnahme zu schaffen. Es wird eine Neuanpflanzung durchgeführt mit einer anschließenden 30- jährigen Pflege. Das bedeutet, das neue Baume entstehen und somit die Natur und Umwelt gefördert wird. Die Kosten einer solchen Maßnahme betragen bis zu 20.000 € und werden vom Betreiber der Anlege finanziert.

    Mit freundlichen Grüßen!
    Christian