Anfang Mai habe ich mich mit einer Gruppe interessierter Menschen zu einem Stadtrundgang getroffen, der das Thema “Interessante Frauen in Bergisch Gladbach” hatte. Dauer ca. 90 Minuten. Geführt von Frau Roswitha Wirtz.

Natürlich wurden auch die Damen der Zanders-Dynastie besprochen. Bei genauerer Betrachtung stellten wir fest, dass den meisten der Zandersdamen die Ehemänner sehr früh weggestorben sind und den Frauen in dieser Familie die größte Ehre gebührt, weil sie alle Verantwortung für die Familie und die Unternehmen übernahmen und alles am Leben erhielten.

Aber diese Familien sind stadtbekannt. Wann immer es um Bergisch Gladbach geht, fällt der Name Zanders. Darum möchte ich als Zusammenfassung des Rundganges die Frauen nennen, die weniger bekannt sind, z.T. heute noch leben, wichtig für die Stadt waren oder es eben auch heute noch sind.

Als erstes seien ein paar Organisationen genannt, die von Frauen gegründet wurden um sich gemeinsam der unterschiedlichsten Probleme annehmen zu können. Der Einfachheit halber sind diese Organisationen hier nur verlinkt. Bei Interesse möge man sich auf deren Internetseiten genauer informieren.

  • FINTE: Fraueninteressen in Bergisch Gladbach.
  • ABU: Aktive Bergische Unternehmerinnen
  • IDO: Initiative der Ordensträgerinnen: Dieser Verein hat noch keine eigene Internetseite. Sein Hauptaugenmerk gilt dem Thema „Gewalt von und an Jungen“. Für Mädchen wird bereits einiges getan, für Jungen die Gewalt erfahren oder ausüben bisher nur sehr wenig.

Nun aber drei interessante, weibliche Persönlichkeiten der Stadt:

Ilse Edelmann, geb. Deutsch

Die erste Frau, deren Leben mich beim Rundgang wirklich ergriffen hat, war Ilse Deutsch, später Edelmann, die sogar bei Wikipedia verzeichnet ist. Geboren 1905 in der Nähe von Berlin hatte sie eine unbeschwerte Kindheit und Jugend. Sie wusste lange nicht, dass ihr Vater Jude war.

Der Krieg und die Judenverfolgung trieben sie und ihre Eltern nach Bergisch Gladbach, sie wurden zeitweise in der Paffrather Str. 24 im Haus einer jüdischen Familie einquartiert. Nach vielen Umwegen kam Ilse Edelmann später nach Bergisch Gladbach zurück.

Sie wurde Lehrerin, gründete 1946 die SPD in Bergisch Gladbach, und war von 1956 bis 1975 Mitglied im Rat der Stadt.

1960, also im Alter von 55 Jahren vollführte sie einen sportlichen Handstand, der ihr die Ehre einer Karnevalsprinzessin einbrachte.

Sie erhielt das Bundesverdienstkreuz, den Ehrenring der Stadt, aber der Titel „Ehrenbürgerin“ blieb ihr versagt. Sie starb 2009 im Alter von 104 Jahren.

Evelyn Schad

Im Jahre 1938 gründeten die Eheleute Elisabeth und Josef Schad das Kräuterhaus Schad. Bis 1993 befand es sich an der Hauptstraße in der Nähe der Elefantenapotheke, dann zog es um an die heutige Adresse Hauptstraße 211.

1977 wurde das heutige Kräuterhaus und Drogerie von Evelyn Schad übernommen, die es auch heute noch mit viel Fachkenntnis betreibt.

Von der urigen Einrichtung des alten Kräuterhauses zeugen immer noch die alte Registrierkasse, eine Waage ohne Strom aber mit „Zünglein“ und der alte Kräuterschrank hinter der Theke.

Der Unterschied zu heutigen Drogerien ist, dass man sich hier seinen Lieblingskräutertee noch aus getrockneten Kräutern zusammenstellen lassen kann und genau sieht, was dort abgewogen wird. Man darf auch die Nase mal an eine Schaufel Pfefferminz halten und den Duft genießen.

Lisa Wendling

ist die dritte Frau, die mir auf dem Rundgang sehr imponiert hat. Sie hat eine ganz interessante Sache aus dem alten Fachwerkhäuschen an der Buchmühle gemacht, das früher einmal Bestandteil des Fronhofes von Bergisch Gladbach war. In dem Gebäude war früher eine kleine Ölmühle, zwischenzeitlich beherbergte es den Eine-Welt-Laden, die Musikschule, ein Handarbeitsgeschäft und zuletzt eine Weinhandlung.

Seit kurzem befindet sich dort das Bauoffice Erlebnisraum Architektur. Hier finden sich verschiedene Baugewerke zusammen mit einem gemeinsamem Ziel – ich zitiere aus dem Prospekt: „Die Synthese von qualifiziertem Wissen, langjähriger Erfahrung und hochwertiger Leistungen aus allen Gewerken zu einem Gesamtkunstwerk zu vereinen.“

Und wie solche „Kunstwerke“ aussehen können, kann man dort im kleinen Fachwerkhaus anschauen. Wer neu bauen will, oder altes umbauen möchte, sollte sich dort ein paar Ideen holen. Ein paar davon möchte ich hier zeigen:

Verschiedene Wandgestaltungen. Naturstein:

Hier sieht man auch, dass das Haus “innen größer als außen” ist. Auf dem ersten Foto außerdem Lehmputz auf der Giebelfläche und Aufgemaltes auf der Dachschräge.

Keine Tapete, einfach nur Papier.

Und spezielle Effekte mit Licht.

Die 90 Minuten des Rundganges waren viel zu kurz aber sehr unterhaltsam. Weitere Rundgänge zu diesem Thema wird es geben am

  • 08.06.2013
  • 22.06.2013

Anmeldungen sind möglich:
telefonisch beim Frauenbüro Bergisch Gladbach 02202-142647
per E-Mail an frauenbuero@stadt-gl.de
Treffpunkt jeweils um 14:30 Uhr am Rathaus
Preis: 6,00 € pro Person

(Frau Wirrkopf) Seit 1980 bin ich Bürger dieser Stadt, das ist fast mein halbes Leben. Nach 6 Jahren Hartz IV genieße ich nun seit Herbst 2012 meine wohlverdiente Rente. Ich lebe gerne hier. Daran, dass ich mehr Zeit als Geld habe, hat sich aber auch mit der Rente nichts geändert. Darum bin ich mit...

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