Die grün markierten Teile wurden aufwändig aus- oder neu gebaut

Am Samstag weiht der Kölner Bürgermeister Hans-Werner Bartsch auf der Obstwiese an der Isenburg das Kölner Teilstück des Strundewegs ein. Nicht alles, aber vieles ist schon fertig, Probe fahren lohnt!

Starten kann man an der Quelle der Strunde in Herrenstrunden. Doch unsere Testfahrt an diesem regnerischen Mittwochmorgen Ende Mai beginnt erst am neuen Buchmühlenpark, immer den gelben Pfeilen der “Erlebnisroute Ost” nach.

Das Gelände der Firma Zanders wird auf der Südseite umkurvt, dann geht es durch die Gartensiedlung an Kaufland und Finanzamt vorbei zur alten Bahntrasse am Rodemich.

Schilder und Infotafeln weisen in Bergisch Gladbach recht zuverlässig den Weg und informieren über Wissenswertes entlang der Strecke, zum Beispiel dass hier am Rodemich mehr als fünfzig Jahre lang eine Straßenbahn verkehrte.

Der Weg ist so holprig, dass man noch den Originalschotter der 1958 still gelegten Strecke zu spüren glaubt. Manchmal verengt sich die “Landschaftsachse” zu einem schmalen Pfad.

Überhaupt verläuft die Strecke auf Gladbacher Stadtgebiet auf vorhandenen Wegen, die allenfalls mit ein paar Schaufeln Schotter instand gesetzt wurden. Nur bei Gut Schiff wurde ein Stück Weg neu geschaffen, in Richtung Igeler Mühle die vorhandene Strecke ausgebaut.

Weiter Richtung Westen durchstreift man den Rand der Schluchter Heide, ein herrliches Wald- und Naturschutzgebiet, das beinahe von einem Autobahnzubringer durchtrennt worden wäre. Der Strunde nähert man sich dann wieder über die Straße “Am Dannekamp”. Wer das sehenswerte Wachendorf-Gelände (improvisierter “Skulpturengarten”) anschauen möchte, muss einen Abstecher machen. Beim Abzweig Schlodderdicher Mühle scheint ein Wegweiser zu fehlen. Durch den grünen Thielenbruch führt der Weg weiter zur Gierather Mühle, der letzten Station auf Gladbacher Stadtgebiet.

Zwar ist die Strunde zweifellos ein “verbindendes landschaftliches Element und kulturgeschichtliches Rückgrat der Region,” wie es in einem Schreiben zur Eröffnung heißt. Doch der sehr verschiedene Umgang mit dieser “Landschaftsachse” spricht nicht gerade für eine sehr enge Verbindung der Gladbacher und Kölner Planer. Aber was nicht ist, kann ja noch kommen.

Wieder geht es in den Wald, vorbei an der Stelle, wo sich Umbach und Strunde trennen. Wenig später wird der Umbach gequert. Gleich fällt auf, dass die Stadt Köln sich die “Kultur- und Landschaftsachse” als richtigen Radweg vorstellt. Naturnah wurde der Weg auf drei bis vier Meter verbreitert. Nach vielen Pfützen auf Gladbacher Stadtgebiet, erlaubt eine neue wassergebundene Decke nun auch bei Schmuddelwetter eine sichere und weitgehend spritzfreie Fahrt.

In Strunden laden mehrere Gasthäuser zur Einkehr ein. Lohnend ist auch ein Abstecher zum Tante-Emma-Laden von Arno Mix an der Ecke Strundener Straße / Brambachstraße. Die Route aber führt weiter über die Hardthofstraße. Im spitzen Winkel knickt sie dann ab auf einen nagelneuen Weg, der von Bäumen gesäumt zwischen Pferdekoppeln zum Thurner Hof führt.

Nach Queren der Mielenforster Straße geht es am Gelände des Turnvereins Dellbrück vorbei (Gaststätte TV Terassen) zu einem die Strunde begleitenden Grüngürtel. Neue Brücken und Bänke, Spielgeräte und Tischtennisplatten – man hat sich viel Mühe gegeben, Spaziergängern und Radlern etwas zu bieten.

Nervig sind jedoch die rot-weißen Drängelgitter an jeder Querung. Das Hindurchzirkeln erfordert so viel Aufmerksamkeit, dass das Beachten des Autoverkehrs mitunter schwer fällt. In meinen Augen ein erhebliches Zuviel an Fürsorge, das die Nutzung des Weges als Alltagsroute unnötig beeinträchtigt.

Weil in Köln die Beschilderung (noch) fehlt, ist etwas unklar, wie genau der Weg vom Krankenhaus Holweide zur Isenburg geführt werden soll. Sehr wahrscheinlich via Iddelsfelder- und Schweinheimer Straße am Kölner “Klein Venedig” vorbei zur alten Wasserburg Isenburg in Holweide.

An der Isenburg ist die halbe Strecke geschafft

Hier auf der Obstwiese soll am Samstag, 1. Juni 2013, ab 14.30 Uhr der Kölner Teil des Radweges offiziell eingeweiht werden. Anschließend wird der Weg in Richtung Thielenbruch mit dem Fahrrad erkundet. Wer möchte kann aber auch schon früher, um 13.45 Uhr, mit dem ADFC in Buchheim starten, und zwar am Ende der Arnsberger Straße, Ecke Elisabeth-Schäfer-Weg (Nähe Straßenbahnhaltestelle Frankfurter Straße).

Beide Treffpunkte sind mit der S-Bahn ab Gladbach oder mit der Straßenbahn ab Thielenbruch erreichbar. In beiden Bahnen können Fahrräder mitgenommen werden.

Die Route eignet sich, gegebenenfalls leicht verändert, auch prima als Alltagsverbindung zwischen der Kreis- und der Domstadt. Die Strecke und wie es von Holweide weiter Richtung Kölner Dom geht, wurde hier im Bürgerportal ausführlich beschrieben.

Vielleicht mag der ein oder andere die Eröffnung der Strecke zum Anlass nehmen, selbst auf dem Weg zum Job öfters auf Rad zu steigen. Passend dazu startet am 1. Juni wieder die Aktion “Mit dem Rad zur Arbeit”. Wer sich allein oder mit Kollegen bis Ende August mindestens 20 mal auf den Sattel schwingt, kann Städtereisen, Packtaschen und andere nützliche Dinge gewinnen.

Der Strundeweg ist übrigens nicht die einzige attraktive Radstrecke nach Köln. Niemand muss sich über die Mülheimer- und Bergisch-Gladbacher-Straße quälen! Es geht auch noch deutlich grüner und ruhiger als beim Strundeweg.

In loser Folge, so der Plan, wollen wir hier weitere Routen vorstellen – und nicht nur ins Herz der Domstadt, sondern auch zu anderen (Arbeits-) Plätzen, wie Leverkusen, Wermelskirchen oder Merheim. Vorschläge und Tipps sind beim Huusmeister (info@in-gl.de) sicherlich willkommen.

Weitere Informationen:

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