Die Mannschaft der SPD für die Kommunalwahl. Mit Klaus Orth (ganz links), Michael Zalfen (7.v.l.) und Klaus Waldschmidt (Mitte). Foto: SPD

Die SPD in Bergisch Gladbach beschäftigt sich nicht nur mit dem Berliner Koalitionsvertrag, sondern bereitet sich mit Hochdruck auf die nächste Wahl vor: am 25. Mai werden der Stadtrat und der Bürgermeister neu gewählt, außerdem der Kreistag und das Europaparlament.

Nach dem schwachen Abschneiden bei der Bundestagswahl kann sich die SPD zwar kaum Hoffnung machen, als stärkste Fraktion aus der Wahl zum Stadtrat hervorzugehen. Aber sie will wenigstens versuchen, die Vormacht von CDU und FDP aufzubrechen. Ohnehin hat schwarz-gelb im Rat nur eine knappe Mehrheit und stützt sich bei Einzelfragen immer wieder auf Stimmen der Grünen. Auch Bürgermeister Lutz Urbach (CDU) scheut sich nicht, das Wort „Jamaika“ in den Mund zu nehmen. Der Ländername steht gemäß den Farben der Nationalflagge für Schwarz-gelb-grün, ein Bündnis von CDU, Liberalen und Grünen.

Dieses informelle Bündnis will die SPD jetzt aufbrechen und geht mit einem Angebot auf die Grünen zu: Man könne doch einen gemeinsamen Kandidaten für das Bürgermeisteramt vorschlagen, der gegen Lutz Urbach antritt.

Dies Idee, ausgebrütet von den Vorständen von Ortsverein und Fraktion, teilte Ortsvereinsvorsitzender Robert Winkels am Donnerstagabend einer Ortsvereinsversammlung mit. Formal werden nun die beiden Vorstände eine Kommission bilden, die nach einem geeigneten Kandidaten sucht.

Bislang waren als mögliche Bewerber Michael Zalfen (Bundestagskandidat, Vizebürgermeister), Fraktionschef Klaus Waldschmidt und Ex-Bürgermeister Klaus Orth genannt worden. Festlegen will sich aber noch niemand.

Die erste Reaktion der Grünen fiel etwas unterkühlt aus: „Wir entscheiden in Einzelfragen jeweils sachorientiert GRÜN. Dabei ergibt es sich, dass wir je nach Sachlage mal in Übereinstimmung mit der einen oder anderen Partei abstimmen. Dahinter steckt aber kein wie auch immer tituliertes Bündnis, sondern ausschließlich GRÜNE Politik. Bezüglich der anstehenden Wahlen sprechen Fraktions- und Ortsvorstandsmitglieder sowohl mit KollegInnen der SPD als auch CDU.”

Grundsätzlich, so die Grünen, gehen sie nach wie vor davon aus, einen eigenen Bürgermeister-Kandidaten aufzustellen. Auch die FDP hatte angekündigt, nicht erneut Lutz Urbach im Wahlkampf zu unterstützen, sondern einen eigenen Bewerber ins Rennen zu schicken.

Die SPD bietet für die Stadtratswahlen nach eigener Aussage eine „ausgewogene Politiker-Mannschaft, auf, um „die Bürger davon überzeugen, dass es eine gute und vor allem vernünftige Alternative für die Gladbacher Politik gibt“. Weiter heißt es in der Presseerklärung:

Unsere Heimatstadt hat eine bessere Politik verdient! Die SPD will diese Stadt gestalten, wie es einer Stadt dieser Größe würdig ist. Wir wollen die Bürgermeinung wieder stärker gewichten und neue Ideen einbringen.”

Für die Kommunalwahl wurde eine Reserveliste aufgestellt, die angeführt wird von Fraktionschef Waldschmidt, der Vizefraktionschefin und Kindertagesstättenleiterin Brigitte Schöttler sowie dem weiteren Vizefraktionschef und Jura-Studenten Marcel Kreutz.

Für die Wahlkreise wurden folgende Kandidaten nominiert:

1 – Schildgen, René Berg
2 – Katterbach-West, Michael Schubeck
3 – Katterbach-Ost, Lenore Schäfer
4 – Paffrath-Nord/Nußbaum, Kastriot Krasniqi
5 – Paffrath-Süd, Thomas Sussenburger
6 – Hand-West, Benedikt Bräunlich
7 – Hand-Ost, Brigitte Schöttler
8 – Hebborn, Michael Zalfen
9 – Stadtmitte-Ost/Romaney
10 – Sand, Jürgen Haase
11 – Stadtmitte-West, Klaus Waldschmidt
12 – Heidkamp-Ost, Erich Dresbach
13 – Gronau-Ost/Heidkamp
14 – Gronau-West, Klaus Orth
15 – Refrath-Nord, Marcel Kreutz
16 – Refrath-West, Thomas Galley
17 – Refrath-Lustheide, Ute Stauer
18 – Refrath-Mitte/Kippekausen, Andreas Ebert
19 – Refrath-Frankenforst, Sascha Keimer
20 – Bensberg-Süd/Kaule, Nikolaus Kleine
21 – Lückerath, Lasse Pütz
22 – Bensberg-Mitte, Marta Bähner-Sarembe
23 – Moitzfeld, Sarah Peetz
24 – Bensberg-Süd/Bockenberg, Mirko Kommenda
25 – Börbroich/Ehrenfeld, Guido Bach
26 – Herkenrath/Herrenstrunden, Gerd Neu

Die Grünen hatten ihre Kandidaten für die Wahlkreis bereits im November vorgestellt, sich zur Bürgermeisterwahl aber noch nicht geäußert.

Bei den anderen Parteien läuft die Kandidatenkür in den Ortsverbänden derzeit noch. Die CDU hält ihre Mitgliederversammlung am 16. Januar ab, die FDP am 23. Januar, die AfD am 11. Dezember.

Darüber hinaus treten auch die Linke und voraussichtlich die BfBB, die Freien Wähler, die Kiditiative, die Piraten, die Partei und die Bürgerpartei GL bei der Kommunalwahl an. Informationen über deren Kandidaten liegen noch nicht vor.

Weitere Informationen:

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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