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Das sogenannte Gelbe Haus der OGS Bensberg. Foto: OGS Bensberg

Die Offenen Ganztagsschulen (OGS) in Bergisch Gladbach wachsen und wachsen – und dennoch gibt es in einzelnen Stadtteilen Engpässe. Unmittelbar vor den Osterferien verschickte die KGS Bensberg an einige Eltern Absagebriefe. „Mit Bestürzung und mit großen Bedauern“ wurde den Eltern mitgeteilt, dass ihre Kinder nicht berücksichtigt werden könnten. Betroffenen waren auch Familien, in denen beide Elternteile voll berufstätig sind.

Die Begründung der KGS: Als der Engpass im November 2012 absehbar wurde, habe man mit Vertretern der Stadtverwaltung über eine Erweiterung der OGS geredet – und gerade eben, in der Woche vor den Osterferien sei die überraschende Mitteilung gekommen, dass dies abgelehnt worden sei. Damit war klar, wer den Schwarzen Peter hat, die Empörung  in einigen Debatten auf Facebook groß.

Die Stadtverwaltung reagierte rasch. Bürgermeister Lutz Urbach versprach Aufklärung. Tatsächlich meldete sich jetzt Büroleiter Stephan Dekker mit einer Sachstandsmeldung.

Demnach steigt de Bedarf an OGS-Plätzen in der ganzen Stadt noch immer an an. Zum Stichtag im November 2013 sei von den Trägern ein Bedarf von 2470 Plätzen gemeldet worden. Insgesamt gibt es laut Urbach zwar 2650 OGS-Plätze in der ganzen Stadt. Aber eben nicht immer an der richtigen Stelle.

In Bensberg gibt es nach den Angaben der Stadt an der Evangelischen Grundschule (EGS) und der Katholischen Grundschule (KGS) jeweils rund 100 Plätze. Konkret wurde die Kapazität der EGS um einen auf 104 Plätze für das nächste Schulplatz erhöht, die der KGS um sechs aus 106 Plätze. Mehr ginge derzeit nicht, weil beiden Schulen dafür die entsprechenden Räume fehlen – vor allem für das Mittagessen.

Allein in der KGS Bensberg fehlen 34 Plätze

Tatsächlich liegt der Bedarf der KGS aber bei 140 Plätzen – womit alleine an der KGS 34 Kinder für das kommende Schuljahr ohne Betreuung dastehen.

Daher, so berichtet Dekker weiter, hätten Stadt, Schule und OGS überlegt, einen weiteren Schulraum zu einer Art Bistro umzugestalten, für Mittagessen und Betreuung. Der Einbau einer Ausgabeküche und weiteres Mobiliar hätte 80.000 bis 100.000 Euro gekostet, dafür aber die Kapazität der KGS um nur 40 Plätze erweitert und das Problem der EGS ungelöst gelassen.

Eine Mensa für beide Schulen  – und als Vorbild für andere Stadtteile

Statt dessen habe die Verwaltung „mit den beiden Schulleitungen und den Leitungen des Außerunterrichtlichen Angebotes“ überlegt, eine zentrale Mensa für beide Schulen zu bauen. Damit bekäme man eine dauerhafte Lösung für jeweils rund 200 Kinder an beiden Schulen. Das Platzproblem für ganz Bensberg würde gelöst, womöglich könnte man sogar noch Kinder aus angrenzenden Gebieten aufnehmen. In zwei weiteren Stadtteilen werde über ähnliche Lösungen nachgedacht.

Nur: so schnell geht ein solches Projekt nicht. Der Mensaplan soll nun, erläutert Dekker, „schnellstmöglich verwaltungsintern abgestimmt“ werden, dann müssen Schulausschuss und Stadtrat entscheiden – und erst dann kann gebaut werden.

Den Eltern, die für ihre Kinder zum Schuljahresbeginn in diesem Sommer eine Betreuung brauchen, ist damit wenig geholfen. Viele dieser Eltern hätten sich jedoch jetzt beim Jugendamt gemeldet und man versuche nun, individuelle Lösungen zu finden. Soweit das möglich sei.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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