Klaus Graf, Kandidat der Demokrative14

Wir haben die sechs Kandidaten zur Bürgermeisterwahl am 25. Mai gebeten, ihre Vision für Bergisch Gladbach über die nächste Wahlperiode hinweg aufzuschreiben: Wie stellen Sie sich die Stadt im Jahre 2025 oder 2030 vor? In dieser Folge präsentiert Klaus Graf, der Kandidat der Demokrative14, seine Ideen für eine „Komplettstadt“.

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Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben. Albert Einstein

Die Entwicklung lenken – eine edle Aufgabe

Die Zukunft einer Stadt vollständig zu planen ist in demokratischen Systemen glücklicherweise nahezu unmöglich. Die Entwicklungsrichtung einer Stadt lenkend zu beeinflussen, ist dagegen wohl eine der befriedigendsten und edelsten Aufgaben eines Kommunalpolitikers. „Edel“ insofern, weil sich Geist und Charakter hier daran festmachen, über die Beschränkungen von Parteilinie und Einzelinteressen hinauszublicken und zu handeln.

Doch darf ein Fehler nie gemacht werden: Ein Versuch der Gestaltung kann niemals gegen den Willen der Bürgerinnen und Bürger erfolgreich sein. Visionen brauchen Unterstützer und Umsetzer. Und viele davon.

Was möchten also diejenigen, die tagtäglich in, von und mit dieser Stadt leben? Dies ist die entscheidende Frage.

Was denkt ihr, ihr Menschen Bergisch Gladbachs?

Ist diese Stadt gut so wie ist? Wie soll sie sein, wohin soll sie sich entwickeln, diese Stadt? Zur Stadt der pendelnden Schläfer, zur Stadt der rauchenden Schlote? Zur grünen Stadt, Industriestadt, Stadt der Jungen, Stadt der Alten?

Oder soll diese Stadt eine zukunftsfähige „Komplettstadt“ werden?

Eine eindeutige Antwort ist wichtig, denn eine jede Richtungsfestlegung bedeutet entwicklungspolitisch andere Schwerpunkte zu setzen. Eine Schlafstadt tickt anders als eine Komplettstadt. Aber denkt immer daran: Veränderung braucht Neugier, Mut und eine gehörige Portion Geduld. Bereit etwas zu verändern?

Hier gibt es eine mobil optimierte Version für den ungestörten Lesegenuss.

(M)eine ganz persönliche Vision

Im großen Ratssaal: Klaus Graf

Da ich bisher noch keine anderen Antworten kenne, beantworte ich die Frage nach dem „Wohin, BGL?“ ganz subjektiv für mich. Von meinem Platz aus als direkter Nachbar Bergisch Gladbachs.

Ich persönlich würde mir wünschen, dass sich Bergisch Gladbach zu einer, wie ich es nennen möchte, “Komplettstadt” entwickelt.

Eine “Komplettstadt”, das ist für mich:

Eine vernetzte Stadt, die die neuesten und schnellsten Netztechnologien umarmt und ihren Bürgern und Unternehmen netzneutral zugänglich macht. Gerade vor dem Hintergrund der “Stadthaus”-Diskussion sehe ich hier durch die Vernetzung eine wesentlich kleinere und flexiblere Lösung für machbar. Das fest zugewiesene Büro wird immer weniger wichtig, viele Büroarbeiten lassen sich schon heute problemlos vom privaten Arbeitszimmer aus machen (Stichwort: Flexible Workspace) während man/frau z. B. auf den Nachwuchs aufpasst. Das entlastet die Menschen und den Verkehr.

Eine kluge Stadt in der bspw. eine Zweigstelle der Uni Köln, vielleicht für Biotechnologie – das gibt es in Köln noch nicht -, Studenten, Gastronomen und Kulturschaffende anzieht. Und im Laufe der Zeit auch die entsprechenden Unternehmen. Stichwort: Zukunftsbeirat. Ein Beirat aus kreativen Köpfen, der dem Stadtrat halbjährlich über neue Trends und Ideen berichtet.

Eine schöne Stadt für die ein Designbeirat aus Künstlern, Kunsthistorikern, Architekten und Experten für neue Wohn- und Lebensformen, Baurichtlinien erarbeitet und überwacht. Denn auch die Kulissen einer Stadt formen das Lebensklima und Verhalten im öffentlichen Raum und das willkürliche In-die-Gegend-Betonieren ist kein Ausdruck von Vielfalt oder gar Freiheit, sondern Zeichen gesellschaftlicher Trägheit und politischen Unvermögens. Und der Immobilienmarkt belohnt schöne Städte.

Eine nachhaltige Stadt mit Baum- und Grünflächensatzung, mit einem starken elektrifizierten ÖPNV, einem innovativen Fahrradkonzept und mit Stromzapfsäulen für die beginnende E-Mobilität. Eine Stadt, die ihre alten Gebäude schätzt und weiterverwendet und Gewerbeflächen erst sucht, wenn alte Flächen absehbar voll genutzt sind. Und eine Stadt, die gerade auch bei neuen kommunalen Gebäuden nicht alleine auf Funktionalität setzt, sondern bautechnisch auf Ökologie und Langlebigkeit achtet und gestalterisch vorbildgebend den Richtlinien des erwähnten Designbeirates folgt.

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Eine offene Stadt, die keine Angst vor ihren Bürgern hat sondern sie frühzeitig informiert und involviert, die Hinterzimmerklüngelei nicht toleriert sondern bekämpft und politische Teilhabe mit allen Mitteln fördert.

Eine mobile Stadt, die über neue Verkehrskonzepte wie das des “Geteilten Verkehrsraumes/Shared Space” oder über den Bus-auf-Abruf “Kutsuplus”, der gerade in Helsinki getestet wird, nachdenkt. Ebenso über CarSharing, über die Bevorzugung von “Fahrgemeinschafts”-PKW, über die Tieferlegung der S-Bahn-Gleise um die Pendel-Nadelöhre zu erweitern und den Verkehr zu beschleunigen.

Eine freundliche Stadt, die auch Hausbesuche bei alten oder behinderten Menschen macht. Und damit meine ich nicht nur die Verwaltung, sondern vielleicht auch Anwälte und Banken.

Eine serviceorientierte Stadt, die mutigen und klugen Menschen mit neuen Ideen unter die Arme greift und ihnen unnötige bürokratische Hindernisse gar nicht erst in den Weg stellt.

Eine familienfreundliche Stadt mit ausreichend Kitas und Kindergärten, gepflegten Spielplätzen und hervorragenden Schulen, Sportvereinen, Musikschulen, Jugendzentren etc.

Eine sicherere Stadt, die sich nicht hinter trügerischen Überwachungskameras versteckt, sondern die auf einer stärkeren Polizei basiert und auf der Ethik des Hinsehens. Die für und mit Ihren Bürger Notfallpläne z. B. für Starkregenereignisse entwickelt, sie informiert und direkt involviert.

Eine lebendigere Stadt mit vielfältigeren kulturellen Angeboten vom Theater über Blockbuster-/Programmkino bis zur E- und U-Musik.

Eine soziale Stadt der verbundenen und sich ergänzenden Generationen und Lebensformen, d.h. von der Qualitäts-KiTa bis hin zu seniorengerechtem Wohnen. Eine Stadt, die ein lebendiges Miteinander von „jung“ und „alt“, von Schülern, Studenten, Arbeitnehmern, Arbeitssuchenden und Rentnern ermöglicht und eine Kultur des Austausches fördert. Eine Stadt, die über Sozialgerechte Boden-Nutzung (sog. “Münchner Weg”) nachdenkt.

Eine kämpferische Stadt, die im Deutschen Städtetag für die Verringerung und Vereinfachung von Vorschriften kämpft, die die kommunalen Verwaltungen belasten. Wer so eine Stadt möchte, sollte mich am 25. Mai zum Bürgermeister wählen.

Die Führungsmannschaft der Demokrative14: Fabian Schütz, Klaus Graf, Hendrik Sonnenberg, Thomas Obermeier

Jetzt sind Sie dran

Wie beurteilen Sie Klaus Grafs Zukunftspläne und Visionen? Bitte nutzen Sie das Kommentarfeld unten oder beteiligen Sie sich in der Debatte in der offenen Facebookgruppe „Politik in Bergisch Gladbach“. Oder kommen Sie zu unserer „Elefantenrunde“ mit allen sechs Kandidaten, am 8. Mai, 19 Uhr (mehr Infos).

Zum Vergleich: 
Lutz Urbach (CDU): „Mein Credo – das Beste für die Stadt“ 
Michael Schubek (SPD): „Mehr  Beteiligung, mehr Engagement“ 
Peter Baeumle-Courth (Grüne): „Attraktive kleine Großstadt“
Jörg Krell (FDP): „Freiräume für Eigenverantwortung“

KlausGraf

ist freier Sprecher - und Kandidat der Demokrative14 bei der Bürgermeisterwahl 2014 in Bergisch Gladbach.

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