Lutz Urbach, Bürgermeister der Stadt Bergisch Gladbach und Kandidat der CDU

Mein Credo: Das Beste für die Stadt

Vieles ist erreicht – haben “wir” erreicht:  Rat, Verwaltung und Bürgerschaft. Wie soll es aber weitergehen? Stillstand ist Rückschritt, und unsere Stadt soll sich behutsam, aber zielorientiert weiterentwickeln. Bei allem, was sich verändern darf, soll oder muss, lasse ich mich von der Frage leiten: Was ist das Beste für die Stadt?

Unsere Gesellschaft heute ist reibungsfreudig und durchsetzungsstark – was in einer Demokratie auch gewünscht und gut ist. Häufig sind es aber Einzelinteressen, die vertreten werden, gegen das Allgemeininteresse. Was oft vergessen wird: Fördern wir, was im Allgemeininteresse liegt, dann tut das auch den Einzelnen gut.

Dieser Beitrag ist etwas länger. Daher gibt es hier 
eine mobil optimierte Version für den ungestörten Lesegenuss.

Was aber ist dieses „Allgemeininteresse“ überhaupt? Ein schwieriger und sperriger Begriff, den wir als Bürgergemeinschaft in Bergisch Gladbach gemeinsam an einzelnen Handlungsfeldern diskutieren und definieren müssen. Dieser Prozess geht nicht ohne Reibung der Einzelinteressen.

Gut ist es, wenn sich Kontrahenten einen Perspektivwechsel erlauben: Es ist immer wertvoll, sich einmal in die Situation des anderen hineinzuversetzen, sich auf die andere Sichtweise einzulassen. Schaffen wir es, die anstehenden Entwicklungen und Prozesse in unserer Stadt kontrovers, aber sachlich und sachdienlich zu diskutieren, dann schaffen wir es auch, das Beste für die Stadt zu bewirken. Genau das ist mein oberstes Ziel.

Darunter fasse ich meine Einzelziele in den verschiedenen Handlungsfeldern zusammen.

Investieren in Bildung – Investieren in Zukunft

Schulsanierungen – Die Entscheidungen sind gefallen, die finanziellen Mittel sind eingeplant: Die Otto-Hahn-Schule und das Nikolaus-Cusanus-Gymnasium werden saniert. Nun möchte ich für einen reibungslosen Ablauf sorgen. Dabei müssen sich viele Menschen (mit unterschiedlichen Interessen und Zielen) an einen Tisch setzen: die Vertreter der betroffenen Schulen, die beauftragten Bauunternehmer und natürlich die Mitarbeiter der Stadtverwaltung. Mir ist eine respektvolle und transparente Kommunikation wichtig, damit die Schulen auch während der Sanierungsphase funktionieren und diesen Ausnahmezustand unbeschadet durchlaufen.

Auch in andere Schulen werden wir Gelder investieren. Wir möchten schließlich keinen neuen Sanierungsstau aufkommen lassen. Und auch die letzten Klassen der Gemeinschaftshauptschule Ahornweg und der Marie-Curie-Realschule brauchen eine zuverlässige und verantwortungsvolle Begleitung in den verbleibenden Jahren dieser Schule. Wir möchten für die Haupt- und Realschülerinnen und -schüler einen hochwertigen Unterricht und gute Abschlüsse gewährleisten.

Auf dem Weg zur kinderfreundlichsten Stadt in NRW

Nein, dieses kühne Ziel aus dem letzten Wahlkampf 2009 habe ich – haben wir – noch nicht erreicht. Vieles ist in die Wege geleitet worden: Ganztagsschulen sind auf dem Vormarsch. Die Bergisch Gladbacher Tagesbetreuung für Kinder unter drei Jahren ist vorbildlich; die Kita-Plätze für die 3 bis 6-jährigen dagegen sind noch nicht perfekt über das ganze Stadtgebiet verteilt.

An diesen Themen möchte ich weiterarbeiten. Kinder und damit Familienfreundlichkeit sind wirklich Herzenswünsche – vielleicht deshalb, weil ich Vater von drei Kindern bin und mir dieses Thema täglich vor Augen ist.

Ein Gedanke: Kinderfreundlichkeit darf sich nicht nur an Betreuungseinrichtungen, Spielplätzen, Freizeitangeboten, sicheren Verkehrswegen festmachen. Kinderfreundlichkeit gehört zuerst in die Köpfe der Menschen. Wo das Kindergeschrei auf Spielplätzen zum Streitfall wird, ist etwas faul. Ich möchte dieses Thema immer mehr in unseren Köpfen verankert wissen – denn Kinder sind unsere Zukunft.

Lesen Sie mehr:
Alle Beiträge über Lutz Urbach
Was Sie über Lutz Urbach wissen müssen
Die Ausgangslage: Bürgerinterview mit Lutz Urbach von 2010
Die Website von Lutz Urbach

Wir sind eine Stadt und eine Bürgergemeinschaft

Auch bei Inklusion und Integration gilt: Wir machen viel, stellen uns immer besser auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung ein und denken über Wege nach, die Integration von Migranten und religiösen oder kulturellen Minderheiten  zu fördern. Das ist richtig und auch für die nächsten Jahre ein Thema in Bergisch Gladbach. Aber diese Thematik darf sich nicht in Diskussionen und Projekten erschöpfen – sie muss wie die Kinderfreundlichkeit in unseren Köpfen als eine Selbstverständlichkeit verankert werden. Erst, wenn wir nicht mehr über Inklusion und Integration reden, haben wir Inklusion und Integration auch geschafft.

Werden wir also aktiv! Für mich sind die Begegnungen mit Menschen mit Behinderung oder mit Menschen anderer Kulturkreise oder Religionen eine wichtige und bereichernde Zeit. Hier geht es nicht nur um Teilhabe dieser Personengruppen am Stadtleben, sondern um unsere gegenseitige Anteilnahme.

Unsere Stadt im Wandel

„Regionale – und was dann?“, denken viele Bürgerinnen und Bürger. Die Regionale 2010 hat uns viele Jahre beschäftigt, und sie wird uns noch viele Jahre beschäftigen. Denn die Buchmühle kann erst fertig gestellt werden, wenn die Maßnahmen zum Hochwasserschutz in der Stadtmitte umgesetzt sind. Aber auch wenn die Regionale somit fast Vergangenheit ist, werden in der Stadtentwicklung weitere Schritte notwendig sein. Der neue Flächennutzungsplan ist für die kommende Ratsperiode ein Muss.

Ebenso wurden andere Themen für die Zukunft schon in der öffentlichen Diskussion angeschnitten:

Wie wird sich der Gronauer Kreisel weiterentwickeln? Ansprechende architektonische Entwürfe liegen vor; diese Pläne werden aktuell eifrig verhandelt. Ich möchte helfen, Wege zu ebnen und Türen aufzustoßen, damit das Projekt „Gronauer Kreisel“ umgesetzt wird und das dortige Areal zu einem attraktiven Entree unserer Stadt aufgewertet wird.

Die Sicherung der Nahversorgung in den Nebenzentren und den Stadtteilen ist ein wichtiger Schwerpunkt auf meinem Arbeitszettel. Über der Entwicklung der Stadtmitte und Bensbergs dürfen wir die anderen ebenso wichtigen Orte der Nahversorgung nicht vergessen. Erst lebendige Stadtteile schaffen eine gut funktionierende Stadt.

Und doch noch einmal die Stadtmitte, denn hier stellen sich Fragen wie: Welche Möglichkeiten gibt es für das forum? Das Gebäude der Stadtbücherei ist sanierungsbedürftig. Und wie geht es mit den Planungen eines neuen Stadthauses weiter? Ich hoffe sehr, dass sich dieses Projekt rechnet, denn damit hätten wir ein vorbildliches Entree in die Stadtmitte, eine Bündelung vieler Fachbereiche der Stadtverwaltung an einem zentralen, für die Bürgerinnen und Bürger gut erreichbaren Ort und Platz für eine zeitgemäße Stadtbibliothek.

Wenn die externen Experten, die derzeit die Finanzierbarkeit prüfen, den Daumen heben, dann werden wir in der nächsten Wahlperiode wichtige Beschlüsse fassen – auch für das Grundstück zwischen Markt und Gohrsmühle, auf dem die jetzigen Stadthäuser stehen. Im Hinterkopf dürfen wir da gerne die Chance auf eine attraktive Vermarktung halten. Gleiches gilt für das Grundstück am forum; auch dort werden wir gute Vermarktungschancen verfolgen.

Sie sind noch nicht überzeugt? Dann diskutieren Sie mit Lutz Urbach
und den fünf anderen Bürgermeisterkandidaten am Stammtisch des Bürgerportals: 
8. Mai, 19 Uhr, Terrasse vor dem Penthouse des Bergischen Löwen
Einladung per Facebook

Aufstrebende „Schlossstadt“ Bensberg

In Bensberg gab es in den letzen zwei Jahren eine Achterbahn der Emotionen: Leerstand des Löwen-Centers, Investoreninteresse, Architektenentwürfe, konkrete Planungen und Anliegerbeschwerden – Meinungen hin, Meinungen her. Das ist jetzt vorbei: Das alte Gebäude wird in Kürze abgerissen, etwas Neues entsteht, und ich bin sicher, auch viele kritische Bürgerinnen und Bürger werden sich an der neuen und einladenden Markt-Galerie erfreuen.

Aber auch das ist nicht alles, denn Marktgalerie hui, öffentlicher Straßenbereich pfui? Das wollen wir nicht. Wir werden auch den öffentlichen Bereich in der Schloßstraße planen  – mit dem Ziel, dass diese Einkaufsmeile an Attraktivität gewinnt. Sicherlich werden wir auch über das Für und Wider der Fußgängerzone diskutieren – gemeinsam, mit den Bürgern und  Einzelhändlern.— Das Bensberger Zentrum wird eine Perle!

Aber auch abseits des Zentrums gibt es eine Herausforderung, die ich gerne in den nächsten Jahren gelöst hätte: Die Feuerwache Süd. Es ist für uns so selbstverständlich, dass unsere Feuerwehr topfit und schnell vor Ort ist, wenn es brennt. Aber genauso selbstverständlich ist es, der Feuerwehr gute Rahmenbedingungen für ihre Arbeit zu geben. Die Feuerwache Süd muss endlich einen zeitgemäßen und funktionstüchtigen Neubau erhalten.

Die Stadt – unser „Wohnzimmer“!

Wir alle wollen es sauber haben, in unseren Straßen, Wohnplätzen, Ortsteilen, in unserer Stadt. Dafür unterhalten wir Dank Ihrer Gebührengelder eine Stadtreinigung, eine Abfallentsorgung, eine städtische Grünpflege. Glauben Sie mir, die Kolleginnen und Kollegen tun eine Menge dafür, dass der täglich anfallende Unrat, Müll und Wildwuchs dort hin kommt, wo er hin gehört. Trotzdem tauchen immer wieder Schmuddelecken auf und nicht selten hat es den Anschein, dass wir ihnen ständig hinterher laufen müssen. Das ärgert Sie, das ärgert auch mich.

Der ehemalige Bürgermeister unserer israelischen Partnerstadt Ganey Tikva, Avishei Levin, hat mir einmal folgenden Ratschlag gegeben: „Lutz“, sagte er, „wenn Du ein guter Bürgermeister sein willst, dann investiere Deine Ressourcen in Bildung, Bildung und noch einmal Bildung … und halte Deine Stadt sauber. Eine bessere Visitenkarte gibt es nicht.“

Ja, die saubere Stadt liegt mir am Herzen, und folgender mir angetragene Dialog zwischen zwei Bürgern gibt mir Mut, es gemeinsam mit Ihnen zu schaffen. Auf einer kleinen, von einer Baumböschung begrenzten Stichstraße in Paffrather Randlage kommt ein Passant mit einem Anlieger ins Gespräch, der sich über einen Laub- und Wildwuchsstreifen ärgert. Er sieht nicht nur hässlich aus; er macht das Sträßchen auch unnötig eng. Das findet seine Wohngemeinschaft überhaupt nicht gut – die einzige in der Stichstraße – und er wünscht sich, dass die Stadt dem optischen Übel endlich abhilft.

Und was sagt der Passant? „Lieber Mann, wenn ich Bewohner Ihrer Anlage wäre, würde ich jetzt mit Schaufel und Besen selbst Hand anlegen. Sie haben sofort ein Erfolgserlebnis und leisten einen Beitrag zu Entlastung Ihrer Stadt.“ Zwei Tage später treffen sich die beiden an gleicher Stelle. Besagte Stichstraße ist blitzsauber. „Selbstgemacht“, sagt der Anlieger.

Damit wir uns recht verstehen, Sie sollen nicht unseren Job machen, aber: Zur rechten Zeit tun Gesten, wie die geschilderte, einfach gut. Eine saubere Stadt in Partnerschaft mit Ihnen – das schwebt mir vor.

Übrigens: Damit hat der Verein „Wir für Bergisch Gladbach“ schon am 9. November letzten Jahres begonnen: Bei der Spielplatzsäuberungsaktion haben sich viele Bürgerinnen und Bürger um den Müll auf unseren Spielplätzen gekümmert. Weiter ging es am 5. April  mit „GL putzt munter“. Der Verein „Wir für Bergisch Gladbach“ hat diese Aktion für die ganze Stadt  aufgegriffen und sich der neuen Fußgängerzone angenommen. Ein tolles Engagement von „Wir für  Bergisch Gladbach“!

Von Stau zu Stau?

Der Verkehr ist das drängende Problem unserer Zeit, nicht nur, aber leider auch in Bergisch Gladbach. Unsere Verkehrsprobleme sind „hausgemacht“, denn unsere Stadt wurde nicht auf dem Reißbrett entworfen, sondern sie ist eine über viele Jahrzehnte gewachsene Stadt. Was können wir ändern? Wenig, denn  Bebauung und Natur setzen uns enge Grenzen, einmal ganz abgesehen von den knappen Investitionsgeldern bei Stadt und Land NRW.

Der Bahndamm ist das beste Beispiel: Auf der einen Seite Entlastung der Dolmanstraße, flüssigere Wege, die dem Individualverkehr aber auch dem Wirtschaftsverkehr dienen, auf der anderen Seite der Naturschutz und der Schutz der Bahndammanlieger.

Ein solches Kontrastprogramm zeigt unsere Probleme auf: Wir wollen alle mit dem PKW von A nach B ohne Stau, und dabei produzieren wir den Stau. Wir wollen alle in den Geschäften in unserer Stadt eine Vielzahl schöner Produkte kaufen, aber die Produkte kommen nun mal mit dem LKW zu den Geschäften. Wir wollen alle sichere Arbeits- und Ausbildungsplätze, aber wir wollen nicht, dass unsere Unternehmen mit ihren LKW die Straßen verstopfen.

Kurz gesagt: Viele Möglichkeiten, neue und bessere Straßen zu bauen, haben wir in Bergisch Gladbach nicht, und wenn es eine Möglichkeit gibt, ist der Gegenwind stark.

Lutz Urbach stellt mit Martin Hardt das neue Parkleitsystem vor

Zwei Stücke in diesem Verkehrspuzzle sind bessere Radwege und effizienter öffentlicher Personennahverkehr. Daher ist es für mich sehr wichtig, diese beiden Verkehrsformen Fahrrad und ÖPNV zu stärken und attraktiver zu machen – damit mehr Bürger umsteigen!

Alle anderen Diskussionen um neue und alte Straßen wollen wir sachlich und umfassend prüfen – bevor wir zu Entscheidungen kommen. Denkverbote gibt es nicht, und ich bitte alle Bürgerinnen und Bürger, Unternehmerinnen und Unternehmer ihre Positionen ohne Polemik auf der Sachebene und mit demokratischen Mitteln zu nutzen – damit wir unter dem Strich, das Beste für die Stadt finden.

Mittelständische Wirtschaftsbetriebe: Unsere „Wohl-stand-beine“

Wirtschaftsförderung soll auch zukünftig Chefsache bleiben. Mein Ziel ist es, auch weiterhin die Gewerbestandorte zu stärken, um Arbeits- und Ausbildungsplätze zu sichern und neue einrichten zu können. Mit dem eigenen Stadtentwicklungsbetrieb haben wir es geschafft, den Gewerbestandort Obereschbach zu entwickeln.

Das Angebot steht, jetzt gilt es, neue Betriebe nach Bergisch Gladbach zu holen. Solche mit möglichst vielen Arbeitsplätzen und mit zukunftsfähigem Ausbildungsangebot.  Aber Obereschbach alleine reicht nicht. Für eine 100.000-Einwohnerstadt ist die Ansiedlung von Unternehmen eine wichtige Daueraufgabe, will sie sich nicht von anderen Kommunen abhängen lassen.

Eine starke Wirtschaft, ein leistungsfähiger Mittelstand – das sind die Säulen unseres Wohlstands. Darauf können wir nicht verzichten, denn schönes Wohnen will auch bezahlbar sein. Deshalb ist es so bedeutsam, Bergisch Gladbach mit einer gesunden Wirtschaftsstruktur als attraktiven Lebensraum weiterzuentwickeln.

Und dabei gilt für mich die Regel: Denkverbote gibt es nicht. Wenn wir nicht mehr denken, nicht mehr verschiedene Möglichkeiten ausloten dürfen, dann bleiben wir stehen und werden von anderen im Wettbewerb verdrängt. Wenn wir als kommunale Gemeinschaft von vornherein zu bestimmten Projekten „nein“ sagen, dann treten wir auf der Stelle.

Natürlich gibt es berechtigte Widerstände gegen so manche Idee, aber wir sollten dennoch diese Ideen objektiv und neutral auf ihre Umsetzungsfähigkeit prüfen. Möglicherweise ergibt sich dann ein „Nein“ oder aber ein „Ja“ mit Bedingungen, vielleicht sogar ein klares und mehrheitsfähiges „Ja“. Aber immer ergibt sich eine fundierte Entscheidung, die einen Abwägungsprozess durchlaufen hat.

Kultur und Sport – für eine liebenswerte Stadt

Im Kulturbereich gab es zuletzt vermehrt Unruhe: Es wurde über die Schließung der Städtischen Galerie Villa Zanders spekuliert, es wurde darüber berichtet, dass der Bergische Löwe kaputt gespart wird. Das waren traurige Momente. Ich möchte diese Diskussionen beenden und unsere gemeinsamen Anstrengungen in die Sicherung aller kulturellen Einrichtungen investieren. Keine Schließungsgerüchte mehr, sondern Bündelung aller Energien.

Die Ehrenamtlichen des Galerie+Schloss e.V. machen es vor. Und für den Bergischen Löwen werden wir auch Lösungen finden, um einen attraktiven Theaterbetrieb zu gewährleisten, der einer Kreisstadt würdig ist.

Fördern möchte ich auch weiterhin – und sei  es auch „nur“ ideell und mit Manpower aus der Stadtverwaltung – unsere freie Kulturszene. Diese tollen Initiativen verdienen unsere Anerkennung, Aufmerksamkeit und Unterstützung.

Im Sport hat sich viel getan, von Stadionsanierung bis zum Ausbau von Kunstrasenplätzen. Einen solchen soll Jan Wellem noch bekommen und in Moitzfeld sowie Sand sind Naturrasenplätze geplant. Da wollen wir ’dran bleiben, damit die Vereine in unserer Stadt auch gleiche Bedingungen und gleiche Chancen haben.

Der Sport hat in der vergangenen Jahren im Rahmen der Haushaltskonsolidierung stark „bluten“ müssen. Das muss ein Ende haben. Mit dem Stadtsportverband gemeinsam stimmen wir gerade einen Pakt für den Sport ab.

Unsere Basis: der sichere und leistungsfähige Kommunalhaushalt

Muss das sein? Ja, es muss sein: Wir werden im Wahlkampf und darüber hinaus immer auch über Finanzen sprechen – denn sie gehen uns alle an! Zugegeben: Der Kommunalhaushalt ist langweilig, schwer zu verstehen und erscheint manchen alles andere als transparent. Nicht umsonst beschäftigt die Stadt einen Kämmerer und eine Kämmerei, und nicht umsonst kümmere ich mich als gelernter Kämmerer auch persönlich um unsere Stadtfinanzen.

Finanzen haben nämlich auch mit Vertrauen zu tun. Gerade weil der Kommunalhaushalt so komplex und unüberschaubar scheint, müssen Bürgerinnen und Bürger viel Vertrauen aufbringen. Ich spüre aber immer wieder, dass viele Menschen Politik, Finanzen und Vertrauen nicht zusammen bringen können. Zu oft werden wir enttäuscht. Gerade darum, ist es mir wichtig, immer und überall auch über Finanzen zu sprechen, über die Schwierigkeiten, die wir haben, weil zu wenig Geld da ist, über die Schulden, die sich in der Vergangenheit angehäuft haben aber auch und vor allem über die Chancen, aus unserer Finanzmisere herauszufinden.

Den Ansatz haben wir in der letzten Wahlperiode mit dem Schritt aus dem Nothaushalt und dem Haushaltssicherungskonzept geschafft. Auf diesem Weg aber müssen wir beharrlich und mit gutem Augenmaß weiter gehen, dabei sparsam haushalten, ohne wichtige Einrichtungen kaputt zu sparen. Ich wünsche mir, dass Sie mir für diese Schritte in die Zukunft Ihr Vertrauen schenken.

Das Unternehmen, das nicht gewinnorientiert arbeitet

Gibt es das? Ja, das gibt es. Dieses Unternehmen vor Ihrer Haustüre heißt „Stadt Bergisch Gladbach“. Die Stadt funktioniert wie ein großes Unternehmen, das Produkte herstellt und anbietet, das Einnahmen erzielt und Ausgaben verursacht. – Und die Gewinne? Die gibt es nicht, denn leider schreiben wir ja noch „rote“ Zahlen.

Doch wenn in der Zukunft die Einnahmen über den Ausgaben liegen würden? Dann gibt es immer noch keine Gewinne im Sinne der Wirtschaft. An den „schwarzen“ Zahlen verdient keiner, jedenfalls kein Unternehmer oder Aktionär.

Mit den Einnahmeüberschüssen könnten wir verstärkt investieren und Rücklagen bilden. Und dabei würden wir alle gewinnen: mehr Lebensqualität, mehr Wohlstand und mehr Sicherheit.

Dafür, dass wir auf die Gewinnerseite kommen, setze ich mich gerne als Bürgermeister ein. Es ist eine spannende Herausforderung, für ein solches Unternehmen wie die Stadt zu arbeiten, das eben nicht gewinnorientiert ist. Für mich macht der Kreislauf des Gebens und Nehmens einen Sinn, ein Kreislauf, in dem keiner auf der Strecke bleibt.

Ich freue mich, wenn Sie meinen „Arbeitsvertrag“ bei diesem faszinierenden Unternehmen verlängern möchten.

—————————————————————————————-

Jetzt sind Sie dran

Wie beurteilen Sie Lutz Urbachs erste Amtszeit – und was halten Sie von seinen Zukunftsplänen und Visionen? Bitte nutzen Sie das Kommentarfeld unten oder beteiligen Sie sich in der Debatte in der offenen Facebookgruppe „Politik in Bergisch Gladbach“. Oder kommen Sie zu unserer „Elefantenrunde“ mit allen sechs Kandidaten, am 8. Mai, 19 Uhr (mehr Infos).

Zum Vergleich:
Michael Schubek (SPD): „Mehr  Beteiligung, mehr Engagement“
Peter Baumle-Courth (Grüne): „Attraktive kleine Großstadt”
Klaus Graf (Demokrative14): „Komplettstadt mit vielen Facetten“

Jörg Krell (FDP): „Freiräume für Eigenverantwortung“Tomas M. Santillan: „Eine ‘Stadt für alle’ ist keine Utopie“

Lutz Urbach

ist Bürgermeister der Stadt Bergisch Gladbach. Kontakt: l.urbach@stadt-gl.de

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

1 Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  1. Auszug aus seinem Arbeitszeugnis: Herr L. U. bemühte sich im Rahmen seiner Möglichkeiten, die Ihm übertragenen Aufgaben zu erfüllen. In Hinblick auf das Entwicklungspotenzial unseres Unternehmen, erfolgt eine Trennung in beiderseitigem Einvernehmen. Wir wünschen Herrn L.U. für seinen weiteren Lebensweg alles Gute.