Peter Baeumle-Courth, FHDW-Dozent und Bürgermeisterkandidat der Grünen

Visionen und Strategien für ein zukunftsorientiertes Bergisch Gladbach

Bergisch Gladbach wird in der Gegenwart als oft recht konzeptionslos wahrgenommen. Häufig wurde und wird auf einzelne Impulse reagiert. Eine zusammenhängende Bewertung von operativen Maßnahmen, strategische oder gar visionäre Leitlinien sind nicht erkennbar. Der Versuch, einen solchen Weg zu gehen, in dem sogenannten „Handlungsfelder“ und „Strategische Ziele“ in jedem Haushaltsplan benannt und nachvollziehbar gemacht werden sollten, ist bis heute nicht erfolgreich gelungen.

Visionen im Sinne eines „wo wollen wir langfristig hin?“ sind dringend notwendig, nur so ist es möglich, sinnvolle Strategien und letztlich konkrete Einzelmaßnahmen abzuleiten. Nachstehend drei Visionen für ein Bergisch Gladbach im Jahre 2025.

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GL 25 – Bergisch Gladbach im Jahr 2025

Vision 1: Vielfalt – Verlässlichkeit – Verträglichkeit

Im Jahr 2025 stehen die Menschen in ihrer Vielfalt im Mittelpunkt von Bergisch Gladbachs Politik und Verwaltungshandeln. Nachhaltige Konzepte, Planungen und Maßnahmen orientieren sich daran, dass sie klar definierten (Ziel-)Gruppen nutzen und anderen Menschen dabei nicht schaden. Das „Themendreieck“ Ökonomie-Soziales-Ökologie wird stets beachtet.

Vision 2: Selbstbewusstsein – Miteinander – Engagement

Bergisch Gladbach hat sich weiterentwickelt zu einer selbstbewussten Stadt mit positiver Ausstrahlung, in der über 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner aller Generationen gerne wohnen, arbeiten, sich treffen und erholen. Die Bürgerinnen und Bürger werden an wesentlichen politischen und Verwaltungsprozessen beteiligt und bringen sich überdurchschnittlich engagiert mit ein.

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Vision 3: Finanzstabilität – Autonomie – Entscheidungskraft

Im Jahr 2025 hat die Stadt Bergisch Gladbach (wieder autonome) finanzielle Entscheidungsbefugnisse (zurückgewonnen). Damit können Entscheidungen zur Weiterentwicklung der Stadt aus eigener Kraft getroffen und umgesetzt werden.

Zur Erreichung der o.g. Visionen sind konkretisierte Strategien und schlussendlich eine Vielzahl operativer Maßnahmen erforderlich. An dieser Stelle werden einige Strategien und anschließend exemplarisch einzelne Maßnahmen-Vorschläge aufgeführt.

Strategien auf dem Weg zu GL25

  • Politik und Verwaltungshandeln orientiert sich am Menschen. Die verschiedenen Interessen der verschiedenen Menschen(gruppen) in der Stadt sind wahrzunehmen und zu berücksichtigen.
  • Bergisch Gladbach plant nachhaltig: Konzepte werden entwickelt und auch umgesetzt.
  • Bergisch Gladbach konzentriert sich auf seine Stärken einer „kleinen Großstadt“ und erhält seine historischen Wurzeln. (Dies können historische Gebäude, Stadtviertel oder Bäume sein.)
  • Der demographische Wandel wird als Chance begriffen; hier lassen sich weitsichtige Politik und notwendige Haushaltskonsolidierung miteinander vereinbaren.
  • Die Wirtschaft ist selbstverständlicher, unverzichtbarer Bestandteil der Stadt: gemeinsam mit Unternehmen und den Verbänden werden Bedarfe ermittelt und künftige Entwicklungen geplant. Die Stadt unterstützt die Wirtschaft insbesondere durch wenig bürokratische und schnelle Verwaltungsabläufe.
  • Infrastruktur ist grundsätzlich zu erhalten, wo erforderlich zu erneuern, ergänzen oder ggf. auch zurückzufahren; Kosten hierfür sind realistisch zu planen.
  • Ein modernes Verkehrskonzept sorgt für einen sinnvollen Mix der Verkehrsmittel zur Erhaltung der erforderlichen sowie der Reduktion unnötiger Mobilität!
    (Ein Beispiel hierfür: der individuelle Eltern-Shuttle-Dienst für die Kinder zu Kitas und Schulen ist unnötig, wenn eine gute und akzeptierte öffentliche Verkehrsinfrastruktur sowie Fuß- und Radwegeverbindungen existieren!)
  • Innenbereiche der Stadt (insbesondere Stadtmitte, Bensberg, Refrath) werden attraktiv gestaltet. Eine gelungene Mischung aus Wohnen, Arbeiten, Handel und kulturellen, gastronomischen u.a. Angeboten sorgt für Aufenthaltsqualität für Jung und Alt, Arm und Reich.
  • Umwelt- und Klimaschutz ist konzeptionell verankert; u.a. wird der Anteil an regenerativer Energie erhöht; Biotopverbünde und Frischluftschneisen bei der Raumplanung unbedingt beachtet.
  • Moderne Informationstechnologien werden intensiv genutzt, nicht zuletzt erkennt die Stadt Bergisch Gladbach die Herausforderungen und Chancen rund um das Internet. Hier gibt es Möglichkeiten, Verwaltungs- und politische Prozesse schneller, preiswerter und transparenter zu gestalten.
  • Bürgerinformation und Bürgerbeteiligung sind bei wesentlichen politischen Entscheidungswegen etabliert; Verwaltungshandeln wird von der Politik insbesondere bei weitreichenderen Maßnahmen kontrolliert, bei Bedarf werden Bürgerinnen und Bürger aktiv informiert und ggf. beteiligt.
  • Unter Berücksichtigung der formulierten Visionen werden Ausgaben fortlaufend überprüft und die von der Stadt zu beeinflussenden Einnahmepotenziale behutsam und verantwortungsbewusst für den Haushaltsausgleich und Schuldenabbau genutzt.

Peter Baeumle-Courth beim politischen Stammtisch des Bürgerportals

Operative Maßnahmen auf dem Weg zu GL25

Einige der operativen Maßnahmen und Grundprinzipien zur Realisierung der o.g. Visionen und Strategien sind z.B.:

  • Bedarfsanalysen stehen am Beginn aller Planungsprozesse: wer möchte, wem nützt das Vorhaben?
  • Voraussichtliche Kosten und wahrscheinlicher (ökonomischer, sozialer und ökologischer) Nutzen sind stets einander gegenüberzustellen.
  • Runde Tische sorgen über alle Bereiche hinweg dafür, dass die Bürgerinnen und Bürger und je nach Thema auch Vereine, Unternehmen, Verbände u.a. informiert und bestmöglich beteiligt werden.
  • In den Bereichen, in denen Privatpersonen, Vereine, Unternehmen o.a. federführend handeln, sorgt die Stadt für erforderliche Planungsvorgaben und wo möglich für konstruktive Begleitung (zum Beispiel durch Kulturförderung, Wirtschaftsförderung, Schulentwicklungsplanung).
  • Nicht alles muss Bergisch Gladbach alleine erledigen: interkommunale und regionale Zusammenarbeit wird – wo sinnvoll und möglich (wie etwa bei der Informationstechnologie) – angestrebt.
  • Steuerhebesätze, Steuern und Gebühren werden möglichst dynamisiert: erforderliche Erhöhungen sind ebenso wie vertretbare Senkungen zu realisieren.

Wenn Bergisch Gladbach sich seiner Stärken bewusst wird, diese ausbaut und seine Rolle als attraktive kleine Großstadt in der Ballungsregion Köln gut interpretiert, wird es im Jahre 2025 noch liebenswerter sein wie heute.

Jetzt sind Sie dran

Wie beurteilen Sie Peter Baeumle-Courths Zukunftspläne und Visionen? Bitte nutzen Sie das Kommentarfeld unten oder beteiligen Sie sich in der Debatte in der offenenFacebookgruppe „Politik in Bergisch Gladbach“. Oder kommen Sie zu unserer „Elefantenrunde“ mit allen sechs Kandidaten, am 8. Mai, 19 Uhr (mehr Infos).

Zum Vergleich:
Lutz Urbach (CDU): „Mein Credo – das Beste für die Stadt“
Michael Schubek (SPD): „Mehr  Beteiligung, mehr Engagement“
Klaus Graf (Demokrative14): „Komplettstadt mit vielen Facetten“
Jörg Krell (FDP): „Freiräume für Eigenverantwortung“

pebaco

Peter Baeumle-Courth, wohnhaft in Moitzfeld, beruflich tätig an der FHDW (Fachhochschule der Wirtschaft). Mehr unter baeumle-courth.eu oder im Blog blog.baeumle-courth.eu. Seit 2004 Mitglied des Rates der Stadt...

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