Gisela Müller-Veit eingerahmt von Bauaufsichts-Leiterin Elisabeth Sprenger (l.), Chefin-Sekretärin Ute Höller (r.) und Marzipan-Rathaus.

Gisela Müller-Veit eingerahmt von Bauaufsichts-Leiterin Elisabeth Sprenger (l.), Chefin-Sekretärin Ute Höller (r.) und Marzipan-Rathaus.

Sie war Frau der ersten Stunde im Fachbereich 6 der Bergisch Gladbacher Stadtverwaltung. Als Mitte der 90er Jahre die Ämter zu Fachbereichen wurden, berief der damalige Stadtdirektor Otto Fell die Chefin des Hochbauamtes, Gisela Müller-Veit, zur Leiterin des neu geschaffenen Ressorts Planen und Bauen. Am 31. Juli 2014 hat sie nun gemäß Beamtenrecht die Altersgrenze erreicht und scheidet aus dem aktiven Dienst aus.

Stolze 51 Jahre Berufsleben liegen hinter Gisela Müller-Veit, die bereits mit 14 Jahren eine Bauzeichnerlehre antrat. Ein Fachingenieurstudium in Paderborn und ein Architekturstudium an der RWTH Aachen schlossen sich an.

Sie drückte der Stadtplanung ihren Stempel auf

Nach Baureferendariat und Station bei der Stadt Leverkusen trat sie 1991 in den Dienst der Stadt Bergisch Gladbach und drückte seitdem insbesondere der Stadtplanung ihren Stempel auf. Ihr letztes großes Projekt, das über viele Jahre Beachtung in der Öffentlichkeit fand, war die Umgestaltung des Bergisch Gladbacher Stadtzentrums unter der Flagge der Regionale 2010.

Abschied nahm die scheidende Kollegin bereits Ende Juni von ihren Wegbegleitern in der Verwaltung. Bei einer Feierstunde, zu der sie in den Bensberger Ratssaal eingeladen hatte, drängten sich die Gratulanten, die ihr Glückwünsche mit auf den nun dienstfreien Weg gaben.

Kantig, durchsetzungsstark – und loyal

Bürgermeister Lutz Urbach würdigte ihre Person und ihre Arbeit mit sehr persönlichen Worten: „In den wenigen Jahren unserer Zusammenarbeit habe ich sehr dankbar Ihre Loyalität erfahren – nicht im Sinne von Schmusekurs, denn Sie haben immer Ihre Meinung gesagt. Sachlich, direkt – manchmal auch kantig. Das braucht ein Bürgermeister!“

Ihr direkter Vorgesetzter, Stadtbaurat Stephan Schmickler, enthüllte noch einen weiteren vorteilhaften Charakterzug seiner Mitarbeiterin. Bei Kontroversen mit anderen Behörden, mit freien Ingenieuren oder mit allzu geldgierigen Firmen habe sie sich nie gescheut, an vorderster Front für Klärung zu sorgen: „Mir hat es Nerven gespart und der Stadt eine große Menge Ärger und nicht selten auch viel Geld.“

Leidenschaftliche Planerin mit sozialer Kompetenz

Dabei war Gisela Müller-Veit in erster Linie leidenschaftliche Planerin mit hoher fachlicher und sozialer Kompetenz, die aber selbst nie gern im Mittelpunkt stand. Die Fäden der Fachaufgaben hatte sie hingegen fest in der Hand; dazu zählten Bauaufsicht, Denkmalpflege, Stadtplanung, Vermessung und Hochbau. Die Abteilung Hochbau ging 2007 an den Fachbereich 8 – Immobilienbetrieb, was ihr in den Folgejahren den hohen Einsatz für die Regionale 2010 ermöglichte.

Die Spuren der Hochbauchefin Gisela Müller-Veit sind indes längst noch nicht verwischt: In ihrer Zeit entstanden etwa das UFO-Jugendzentrum in Bensberg, die Feuer- und Rettungswache an der Paffrather Straße oder der Erweiterungsbau der Gewerblichen Berufsschulen. Die Generalsanierungen der Schulzentren in Herkenrath und am Ahornweg fielen ebenso in ihren Verantwortungsbereich wie die Fassadensanierung an der Villa Zanders oder die PCB-Sanierung der Johannes-Gutenberg-Realschule.

Meilensteine: Schloss Berg, Kronauer Waldsiedlung, Kalköfen Cox

Auch nach 2007 blieb der Denkmalschutz in ihrem Ressort. Meilensteine ihres Schaffens sind hier die Projektbegleitung für den Umbau des Schlosses Bensberg als Grandhotel, die Einrichtung von Denkmalbereichen in Frankenforst und in der Gronauer Waldsiedlung oder die Sanierung der Kalköfen Cox.

Vieles, was zurückstehen musste, darf für die frischgebackene Pensionärin nun in den Vordergrund rücken: Literatur und Musik genießen, Rad fahren, Wandern und natürlich auch weiterhin das – nun rein private – Erschließen architektonischer Schätzchen.

Ein „Schätzchen“ ganz besonderer Art gaben ihr die Kolleginnen und Kollegen am Schluss der Feierstunde mit auf den Weg: das Rathaus Bensberg als maßstabsgetreues Modell aus Kuchenteig und Marzipan.

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Pressestelle Stadt BGL

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