Jägerstraße 1-3, von der Odenthaler Straße aus gesehen. Das Grundstück zieht sich die Straße hoch.

Wer an der Ampel an der Odenthaler Straße gestanden hat, der kennt diesen Giebel an der Ecke zur Jägerstraße.

Das braune Doppelhaus steht zum Teil seit Jahrzehnten leer, einige Fenster sind vermauert, der wilde Parkplatz dient als Müllabladeplatz. Ein echtes Schmuckstück, das sich bereits seit 20 Jahren zum Teil im Besitz der Stadt Bergisch Gladbach befindet, die in ihrer Pressemitteilung von einem „Schandfleck“ spricht. Getan hat sich, zum Ärger nicht nur der Anwohner, nichts.

Doch jetzt sind Baustellenschilder aufgetaucht, die einen Abriss ankündigen. Schon am kommenden Montag geht es los.

Tatsächlich hat die Stadtverwaltung die Basis für eine gründliche Neuordnung der Straßenecke Odenthaler/Jägerstraße gelegt, erläutert Stadtsprecher Martin Rölen: „Aus den verwinkelten Parzellen ist nun eine großzügige, bebaubare Fläche entstanden, die vermarktet werden kann.“ Durch den Verkauf des konsolidierten Grundstücks könnten die Abrisskosten finanziert werden, zudem wurde die öffentliche Verkehrsfläche an diesem Engpass vergrößert.

Die Stadtverwaltung hat nun von den Erben der Bewohnerin von Haus Nr. 1, die vor vier Jahren gestorben war, Gebäude und Grundstück gekauft. Im Zuge eines Umlegungsverfahrens wurden dann die sehr ungünstig geschnittenen Grundstücke, die zu beiden Häusern gehörten, neu aufgeteilt.

Bereits am kommenden Montag beginnen die Abrissarbeiten, innerhalb von vier Wochen soll das Gebäude verschwinden – dabei könnte auch die Jägerstraße zwischendurch mal gesperrt werden.

Die hintere Giebelseite des Gebäudes an der Jägerstraße.

Wie es dann mit der Brachfläche weitergeht, ist allerdings noch nicht so klar. Zwar will die Stadtverwaltung die gesamte Straßeneinmündung übersichtlicher und sicherer gestalten. Aber erst dann, wenn auch die Neubauten entstehen, um nicht frisch Fertiggestelltes wieder aufreißen zu müssen.

Was und wann neu gebaut wird ist völlig offen

Konkrete Pläne für die Bebauung, berichtet Rölen, gibt es aber noch nicht. Die beiden Grundstücke mit einer Gesamtfläche von gerade mal 600 Quadratmeter werden demnächst von der Stadtverwaltung getrennt angeboten. Platz sei immerhin für „zwei Baukörper, die sich in Form und Ausmaß in die bestehende Bebauung einfügen“.

Erlaubt ist an dieser Stelle nur eine zweigeschossige Bauweise, allenfalls noch ein Staffelgeschoss. Doch was und wann dort entstehen soll, ist nach Angaben der Stadtverwaltung noch völlig offen. „Wir wollten erst einmal Tabula Rasa machen, damit man überhaupt eine Vorstellung von dem Grundstück bekommt”, erläutert Rölen.

Das schmale Grundstück zieht sich weit die Jägerstraße hoch und schließt die Garage ganz rechts ein.

Die Anwohner sind zwar froh, dass der Schandfleck endlich verschwindet. Gerade die direkten Nachbarn machen sich aber auch Sorgen, was mit den zum Teil sehr großen Tannen und Kiefern passiert, die ihnen derzeit noch Sichtschutz bieten. Auch was die zukünftigen Wegerechte und die Absicherung ihrer Grundstücke angeht, fühlen sie sich von der Stadt nicht richtig informiert.

Die Bäume müssen fallen

Tatsächlich müssen im Zuge der Abrissarbeiten alle Bäume fallen, nur ein Einziger am Ende des Grundstücks soll stehen bleiben. Das Grundstück werde durch einen Bauzaun abgesichert, kündigt die Verwaltung an. Und die unmittelbaren Nachbarn sollen von Mitarbeitern des Stadtentwicklungsbetriebes vor Ort detailliert auf den Stand gebracht werden.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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