Die Beraterbank bei der Bürgerversammlung im Bergischen Löwen im Februar 2014

Die Bädergesellschaft der Stadt Bergisch Gladbach macht Verluste. Aber das ist keine Nachricht, sondern eigentlich immer so. Allerdings ist der Verlust im vergangenen Jahr kräftig gestiegen: um 669.000 Euro auf 1,541 Millionen Euro. Und das, obwohl das Jahr ziemlich gut lief.

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Die Einnahmen waren deutlich kräftiger gestiegen als die Ausgaben, das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit fiel 150.000 Euro besser aus als im Vorjahr.

Die Erklärung für den dennoch hohen Verlust findet sich ganz am Ende der Gewinn- und Verlustrechnung (siehe unten), die die Bädergesellschaft dem Haupt- und Finanzausschuss in seiner heutigen Sitzung vorlegt. Bei den außerordentlichen Aufwendungen steht ein Betrag von 820.205 Euro.

Die Erläuterung dazu:

Ausschlaggebend hierfür ist der außerordentliche Aufwand in Höhe von 820.000, bedingt durch den Beratungsaufwand für die zukünftige Energieversorgung in Bergisch Gladbach (820.000 Euro).“

Die Stadt Bergisch Gladbach hatte über die Bädergesellschaft die Neuordnung der Energieversorgung ausgeschrieben. Bei dem langen Entscheidungsverfahren, ob man eigene Stadtwerke mit einem strategischen Partner gründet oder sich an der Belkaw beteiligt, hatte sich die Stadtverwaltung renommierte betriebswirtschaftliche und juristische Berater zu Hilfe geholt. [Tweet “Bergisch Gladbach zahlte 2013 820.205 Euro an Berater in Sachen Energieversorgung #Belkaw #gl1”]

Ein Teil ihrer Honorare wurden bereits 2013 beglichen und findet sich nun in der Bilanz der Bädergesellschaft wieder. Aber nur ein Teil. Denn die Berater waren auch 2014 für die Stadt tätig – und einige von ihnen sind nun auch bei der Neuausschreibung der Konzessionsverträge wieder dabei.

Aktualisierung: Wir hatten zunächst berichtet „die Berater“ seien erneut tätig. Das ist nicht richtig, ausschließlich Tomas Dünchheim von der Rechtsanwaltschaftsgesellschaft Hogan Lovells Internation LLP berät die Stadt erneut. Roman Schneider, geschäftsführender Gesellschafter der smm-managementberatung GmbH stellte klar, dass seine Gesellschaft zwar die städtische Bädergesellschaft im ersten Verfahren beraten hat, in Sachen Konzession aber nicht aktiv ist. Das gelte auch für den Berater Klaus Schmitz-Toenneßen, Partner der DHPG Dr. Harzem & Partner KG, die im ersten Verfahren für das Steuerrecht zuständig war. Das wird von der Stadtverwaltung bestätigt.

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Weitere Informationen:

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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2 Kommentare

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  1. Was wäre es schön, würden die Leute sich einmal die Kompetenz der zu wählenden Parteien und Personen betrachten. Dann würde wohl eine Partei, die sich als Sprachrohr des Mittelstands und der Wirtschaft ausgibt, die längst aber gar nicht mehr begreift was der Mittelstand überhaupt darstellt und deren Vorsitzender bisher mit allem, was er wirtschaftlich angefasst hat mit Schall und Rauch in die Pleite gerauscht ist und sich vom Steuerzahler hat retten lassen, gänzlich aus unserem politischen Alltag verschwinden. Nee was wäre das schön!

  2. Bei 1.400.000,00 Euro “Experten” Honorar, die Frage sei erlaubt;
    Um wie viel größer oder kleiner wäre der finanzielle Aufwand der Stadt bei einer eigenständigen Fehleinschätzung durch den Stadtrat?
    Wenn vermeidliche „Experten“ so viel Kosten das der Aufwand den Ertrag komplett zunichtemacht, würde der einzig zu erlangende Erfolg darin bestehen das wir alle dem Stadtrat von vorn herein mehr Vertrauen entgegen bringen und ihn eigenständig Lösungen erarbeiten lassen.
    Im schlimmsten Fall geht nichts verloren. Im besten Fall werden 1,4Millionen eingespart und nebenbei wird Kommunalpolitik attraktiver und interessanter für Bürger und Politiker.
    Die Haftung liegt ohnehin in jedem Fall beim steuerzahlenden Bürger. Ganz gleich ob mit oder ohne “Expertenkommentar”.
    Gut man müsste dann natürlich nach Kompetenz wählen, sich die Leute genau anschauen, nicht da das Kreuz machen wo man es immer schon gemacht hat, der Gewohnheit wegen.