„Frauenselbsthilfe nach Krebs“ wurde vor dreißig Jahren gegründet und bietet Möglichkeiten zum Austausch

„Frauenselbsthilfe nach Krebs“ wurde vor dreißig Jahren gegründet und bietet Möglichkeiten zum Austausch

„Die Diagnose Krebs teilt das Leben in ein Davor und ein Danach“, sagt Angelika Stüttgen. „Waren die Zeiten vorher unbeschwert und mit Aktivitäten gefüllt, so wird die Zeit danach oftmals mit Ängsten und Unsicherheiten überschattet; alles Bisherige wird in Frage gestellt, sei es der Beruf, die Partnerschaft oder die Lebensweise“, erläutert die Vorsitzende der Bergisch Gladbacher Gruppe „Frauenselbsthilfe nach Krebs“ (FSH). Die Gruppe feiert jetzt ihren 30. Geburtstag.

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Stüttgen und ihre beiden Vorstandskolleginnen Angelica Schlösser und Sabine Rohde-Meyer wissen aus eigener Erfahrung, wie sehr die Diagnose Krebs die eigene Gedankenwelt dominiert. Wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Aber: Diese drei Frauen, die andere Betroffene schon seit Jahren mit Wissen, Sensibilität und Geduld auffangen und begleiten, stehen auch dafür, dass diese Krankheit überwindbar ist.

„Als ich erkrankte, suchte ich mir zuerst Hilfe im Internet, fand auch ein gutes Forum, das mich durch die ersten harten Zeiten begleitete“, erinnert sich Sabine Rohde-Meyer.  Bald jedoch merkte sie, „dass mir der persönliche Kontakt fehlte“. So fand sie den Weg zur Bergisch Gladbacher FSH-Gruppe, in der sich einmal im Monat (siehe Infos  unten) zwischen 10 und 20 betroffene Frauen zum Erfahrungsaustausch, zu Vorträgen oder nur zum Klönen treffen.

„Von Neuerkrankten hören wir immer wieder, dass sie sich nach der Entlassung aus dem Krankenhaus oder nach anstrengenden Therapien völlig allein gelassen fühlen“, sagt Angelica Schlösser. „In dieser Situation bieten wir Gespräche und Unterstützung an. Über ein Telefonat ist der Kontakt in unsere Gruppe hinein unkompliziert gegeben – ohne Kosten und Verpflichtungen.“

Vorstand Frauenselbsthilfeg

Sabine Rohde-Meyer, Angelica Schlösser und Angelika Stüttgen sind der Vorstand der “Frauenselbsthilfe nach Krebs”.

Hoffnung auf Heilung

Mit jährlich  70.000 Neuerkrankungen ist Brustkrebs nach Angaben des FSH-Bundesverbandes die häufigste Tumorerkrankung bei Frauen. Aber dank neuer Methoden der Früherkennung  haben sich die Chancen auf Heilung durch unterschiedliche Therapien deutlich verbessert.

Der Bergisch Gladbacher Gruppe gehören Frauen an, die zehn, einige sogar 20 Jahre gesund und geheilt nach Krebs leben. Angelika Stüttgen: „Wir sind sehr froh, dass diese Frauen bei den monatlichen Treffen dabei sind, weil gerade sie den Neuerkrankten Mut machen. Sie stehen für das Weiterleben mit Freude und neuen Perspektiven.“

Die Frage, warum sich Sabine Rohde-Meyer in der Selbsthilfegruppe engagiert, beantwortet sie so: „Der persönliche Austausch, die Möglichkeit der Unterstützung durch Gespräche im Krankenhaus oder über lange Telefonate, sind mir sehr wichtig. Verständnis können eigentlich am besten Betroffene vermitteln. Man fühlt sich nicht so allein; man kann frei über die Erkrankung reden, ohne die eigenen Angehörigen zu belasten. Niemand bei uns greift zu diesen oftmals unerträglichen Mutmach-Sprüchen.Wir unternehmen gemeinsam  auch schöne und interessante Dinge, etwa ein Wochenendaufenthalt im Kloster oder unser Treffen zum Eisessen oder das gemeinsame Walken im Wald. Oft haben wir einfach nur Spaß.“

Und Angelica Schlösser bekräftigt:  „Bei uns machen alle Altersgruppen von Betroffenen mit.“

Die drei Vorstands-Frauen sind davon überzeugt, dass sich durch das Wirken der vielen Selbsthilfegruppen mit bundesweit 35.000 Betroffenen eine starke Lobby gegenüber den Ärzten und den Krankenkassen gebildet hat. Über die FSH-Arbeit bekomme die Sichtweise von Patienten starke Konturen, die wiederum in die Behandlungen einfließe, die die Kostenübernahme verbessere und letztlich auch die Forschung beeinflusse.

Weitere Informationen

Die „Frauenselbsthilfe nach Krebs“ in Bergisch Gladbach trifft sich an jedem 1. Donnerstag im Monat ab 15.30 Uhr im Marienkrankenhaus (kleiner Seminarraum UG 1), von Oktober an auch ab 17.00 Uhr für Berufstätige. Am 6. November wird ein Vortrag über „gesunde Ernährung“ veranstaltet. Der 1976 gegründete Bundesverband ist in 12 FSH-Landesverbänden unterteilt. In den zahlreichen örtlichen Selbsthilfe-Gruppen werden derzeit rund 35.000 an Krebs erkrankte Frauen und Männer unterstützt und beraten.

Kontakt und mehr infos auf der Website

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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