Aktuelle Immobilienanzeige für Villa in Bergisch Gladbach. Foto: Screenshot

Die Immobilienblase in den USA oder Spanien ist legendär: Die Preise für Wohnungen und Häuser waren unaufhaltsam gestiegen, es wurde immer mehr gebaut. Als die Nachfrage mit dem Bauboom nicht mehr Schritt hielt, platzte die Blase.

Eine solche, für Anleger wie Konjunktur gefährliche Entwicklung, gibt es in Deutschland nach wie vor nicht. Das ergab jetzt eine Untersuchung des renommierten Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung in Berlin.

Allerdings, in einigen Metropolen und vor allem Universitätsstädten gebe es durchaus „explosionsartige“ Preisanstiege, die sich von der Mietpreisentwicklung abgekoppelt hätten und daher den Verdacht einer wachsenden Blase nährten.

Preise für Altbauten explodieren in neun Städten

Auf diese illustre Liste hat es auch Bergisch Gladbach geschafft. Und zwar im Segment der Altbauwohnungen, als eine von nur neun Städten in ganz Deutschland, neben Neuss, Paderborn, Schweinfurt oder München.

Für diese Einstufung hatte das DIW Daten des Analysehauses Bulwiengesa genutzt. Diese Zahlen zeichnen die langfristige Entwicklung seit 1996 nach, werden aber nicht veröffentlicht. Das DIW nennt auf Nachfrage nur Durchschnittswerte für 2011, 2012 und 2013.

Demnach sind die Preis für Bestandsimmobilien in diesen drei Jahren in Bergisch Gladbach zwar im Schnitt um 6,3 Prozent geklettert. Die Mieten stiegen allerdings im gleichen Zeitraum Jahr für Jahr um 6,6, Prozent – und damit noch schneller.

Ist die Überhitzung schon wieder vorbei?

Eine solche Entwicklung deutet gerade nicht auf eine Spekulationsblase hin. Aus den verfügbaren Daten kann man offenbar nur schließen, dass der Markt für Altbauwohnungen in Bergisch Gladbach in den vergangenen 16 Jahren spekulative Elemente aufwies, sich diese Überhitzung zuletzt aber wieder etwas abgekühlt hat. Zahlen für 2014 gibt es ohnehin nicht.

Weniger verwunderlich ist, dass das DIW in Köln eine Immobilienblase ausmacht, allerdings dort im Bereich der Neubauwohnungen; was insgesamt bei 31 der 127 untersuchten Städte der Fall sei.

Kölner weichen ins Umland aus

Kaufpreise für Eigenheime

Tatsächlich hatte auch die Kreissparkasse Köln in ihrem letzten Marktbericht darauf hingewiesen, dass die hohen Preise in Köln viele Käufer ins Umland drängten – wovon vor allem die westlichen Stadtteile und diejenigen mit guter Verkehrsanbindung in die Metropole profitierten.

Damit scheint dieser „Boom“ dann aber doch von einer konkreten Nachfrage getrieben sein – und kein Indiz für eine Spekulationsblase.

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Datix

Zahlen, Tabelle, Grafiken sind mein Metier. Weil mich interessiert, was sich hinter dem ganzen Datensalat verbirgt.

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