Die Delegation am Bergisch-Gladbach-Square in Ganey Tikva

Antrittsbesuche haben in der Regel etwas sehr formelles, aber nicht, wenn es um Israel geht! Diese Reise nach Ganey Tikva, der israelischen Partnerstadt von Bergisch Gladbach, lieferte den Beweis.

Marion Linnebrink ist die Leiterin des Pressebüros von Bürgermeister Lutz Urbach und vertrat ihn auf der Reise nach Israel und Palästina. Neben Axel Becker und Heinz D. Haun vom Verein zur Förderung der Städtepartnerschaft mit Beit Jala in Palästina war auch ich, Petra Hemming, als Vorsitzende des „Verein zur Förderung der Städtepartnerschaft Ganey Tikva-Bergisch Gladbach“ mit dabei.

Wir wollten das Team um Bürgermeisterin Lizy Delaricha in Ganey Tikva kennenlernen und erste Ideen austauschen, wie die Städtepartnerschaft weiter mit Leben gefüllt werden kann. Erst im Juni dieses Jahres hatte sich der Verein gegründet

Hinweis der Redaktion: Ein Beitrag zum Besuch in Beit Jala (Palästina) folgt

Ruty Vortrefflich ist die Koordinatorin der Deutsch-Israelischen Partnerschaft zwischen Ganey Tikva und Bergisch Gladbach und empfing uns mit großer Herzlichkeit und Freude am Flughafen von Tel Aviv.

Kaum in Israel angekommen, kam die Delegation in den Genuss eines besonderen Ereignisses in Ganey Tikva: wir wurden spontan von einer Familie eingeladen, die der lokalen Synagoge eine neue Thora gespendet hat, eine Art Danksagung nach einer schweren Zeit oder einem tragischen Vorfall in der Familie.

Die Delegation wurde vom Hausherrn und den anderen Gästen herzlich empfangen. Die Thora wurde auf dem Tisch ausgebreitet, bevor sie dann in einem bunt verzierten Wagen mit Baldachin und von lauter Musik begleitet durch die Straßen zur Synagoge gefahren wird. Jeder der eingeladenen Gäste, der die Thora Rolle tragen und mit ihr durch die Straße tanzen möchte, konnte dies gegen eine Spende, die der Synagogengemeinde zu Gute kommt, tun!

Mehr kulturelle und sportliche Kontakte

Beim anschließenden Abendessen stießen dann Bürgermeisterin Lizy Delaricha, Omer Shlomovitz, Mitarbeiter der Verwaltung, Sharon Paz, Leiterin des lokalen Sportzentrums, sowie Dalia Shemer aus dem Bürgermeisterbüro zu uns. Die Gespräche verliefen sehr freundschaftlich und harmonisch: der Ganey Tikva-Verein und auch Lizy Delaricha wünschen sich einen Ausbau der Beziehungen auf kultureller und sportlicher Ebene.

So konnten wir zum Beispiel mit einem bekannten israelischen Schauspieler, der u.a. auch internationale Workshops für Jugendliche und Erwachsene realisiert, sprechen: Ika Sohar war sofort von unserer Idee, einen Workshop für israelische und Bergisch Gladbacher Jugendliche zu realisieren, begeistert.

In Ganey Tikva gibt es viele Künstler, die in ganz Israel bekannt sind: Lizy Delaricha wird die Wahl schwerfallen einen besonderen Künstler oder eine Künstlerin auszuwählen, dem wir in Bergisch Gladbach in der Zukunft eine Ausstellung widmen werden.

Am nächsten Morgen wurden wir im neu errichteten Kindergarten „Hatsav“ in Ganey Tikva von einer singenden Kinderschar empfangen, anschließend besichtigten wir die ebenfalls neue Grundschule „Kochavit Michael“, die in einem sehr modernen und ansprechenden Kultur- und Begegnungszentum in Ganey Tikva liegt.

Dann statten wir noch der bereits lange Jahre bestehenden Grundschule einen Besuch ab, an der Ruthy Vortrefflich tätig ist. Der Schulleiter, Yoav Pridan, erzählte uns von seinem Besuch in Bergisch Gladbach.

Ein Kreisel am Ortseingang als Bergisch-Gladbach-Square

Natürlich durfte auch der Bergisch-Gladbach-Square in Ganey Tikva bei der Besuchsrunde nicht fehlen: man hat sich doch für einen anderen als den ursprünglichen Kreisverkehr entschieden. Die Wahl fiel auf einen sehr stark befahrenen Kreisel direkt an der Einfahrtstraße von Ganey Tikva!

Die Skulptur, die wir unserer Partnerstadt in Israel schenken wollen, fand bei allen großen Anklang und ich konnte Lizy Delaricha eine Miniaturausgabe der Skulptur, die vom Gladbacher Künstler Helmut Brands geschaffen wird, überreichen.

Ruty Vortrefflich, Lizy Delaricha, Petra Hemming, Marion Linnenbrink

Die Skulptur zeigt die Kunstfigur „Janus“, ein Mittler zwischen den Welten, er ist Licht und Schatten, Quelle für Kraft, Freund und Friedesstifter, so Brands. Der Ganey Tikva-Verein hat sich für diese Skulptur entschieden und ihr den Namen „jahad“, hebr. Für „zusammen“ gegeben.

So symbolisieren die 3 Figuren entweder Israel, Deutschland und Palästina, oder auch das Gestern, das Heute und das Morgen.

Petra Hemming

geboren in Düsseldorf, Vater war Gründer der Städtepartnerschaft Haifa-Düsseldorf, erster Schüleraustausch mit Gymnasium in Haifa 1979, Gastfamilie vom Holocaust betroffen, Beziehung entwickelte sich zum Gastvater langsam, aber zur Austauschschülerin Hana sofort intensive Freundschaft, die bis...

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