OrtZahl der FlüchtlingeErfüllung der Quote in %Abweichung in Personen
Kreis RheinBerg 3997
Bergisch Gladbach 1356  96,5 -50
Burscheid  232  95,8 -10
Kürten  283  98,6 – 4
Leichlingen  482 131,5  115
Odenthal  212 101,2 – 3
Overath  413 109,1  23
Rösrath  518 140,2 148
Wermelskirchen  501 105,1  24

Quelle: Bezirksregierung Arnsberg, Verteilerstatistik 1-9/2015

Die Stadt Bergisch Gladbach hat zum Stichtag 30.9. rund 50 Flüchtlinge weniger untergebracht als ihr eigentlich zugestanden hätte und ihr Soll damit nur um 96,5 Prozent erfüllt. Andere Städte im Kreis wie Burscheid oder Rösrath liegen dagegen weit über ihren Verpflichtungen (siehe Tabelle).

Das geht aus den Verteilungszahlen für Januar bis September hervor, die die Bezirksregierung in Arnsberg dem Städte- und Gemeindebund NRW zur Verfügung gestellt hatte. Sie berechnet anhand des Königsteiner Schlüssels (Bevölkerungszahl, Wirtschaftskraft), wie viele Flüchtlinge jede Stadt und Kommune theoretisch aufnehmen muss.

In der Praxis weichen die Zahlen zum Teil weit davon ab; unter anderem deshalb, weil einige Städte große Erstaufnahmeeinrichtungen beherbergen. Zum Beispiel die Gemeinde Möhnesee im Sauerland, die ihr Soll um mehr als 300 Prozent übererfüllt.

1356 Flüchtlinge bis Ende September … 

Im Fall Bergisch Gladbach hat Arnsberg 1356 Flüchtlinge gezählt. Die Stadtverwaltung selbst hatte für Ende September dagegen etwas weniger als 1100 Personen angegeben. Die Differenz könnte sich daraus ergeben, dass die Bezirksregierung zugewiesene Personen addiert; die Stadt womöglich diejenigen abzieht, die inzwischen weiter gereist sind.

Wichtiger ist jedoch die Quote. Rösrath hat sein Soll  um 40 Prozent übertroffen, wobei hier offenbar die Flüchlinge mitgezählt werden, die der Rheinisch-Bergische Kreis in eigener Verantwortung in Venauen untergebracht hat.

… und dennoch unter dem Soll

Bergisch Gladbach hingegen hat das Soll nach diesen Zahlen nur zu 96,5 Prozent erfüllt, hätte also eigentlich 50 Personen mehr übernehmen müssen.

Das ist ein wichtiger Punkt in den Verhandlungen mit der Bezirksregierung Köln, die am Donnerstag von allen Kommunen in NRW verlangt hatte, kurzfristig jeweils weitere 70 Flüchtlinge in der Erstaufnahme unterzubringen. Zwar verlangen die Kölner von jeder Kommune die gleiche Zahl. Sie werden jetzt aber vor allem auf diejenigen Druck ausüben, die unter ihrem Soll liegen.

Dass Bergisch Gladbach noch Nachholbedarf hat, hatte Bürgermeister Lutz Urbach am Freitag indirekt eingestanden. Im Interview mit KSTA/BLZ hatte er versichert, dass Bergisch Gladbach es schaffe, die geforderten 70 Personen bis Montag unterzubringen.

Dem Bürgerportal hatte er darüber hinaus bestätigt, dass er der Bezirksregierung sogar die Unterbringung von 250 Flüchtlingen angeboten habe – mit etwas mehr Zeit und wahrscheinlich unter gewissen Bedingungen. (Mehr Details dazu in diesem Beitrag.)

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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2 Kommentare

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  1. Danke für Ihren freundlichen Hinweis auf diesen Tippfehler. Vielleicht sollten Sie mal über Ihre Umgangsformen nachdenken.

  2. Kurze Frage: wie sind denn die 11,5 Personen in Leichlingen (letzte Tabellenspalte) zu verstehen? Copy-Paste-Fehler, oder werden Kinder oder kleine Menschen als halbe Personen gezählt?