Anton Feckter seine Ehefrau Maria-Catharina, geb. de Caluwé, um 1870 Foto: F. Raps

Nein, nicht Vinzenz Feckter ist diese Ausstellung gewidmet !!!!! Sondern seinem Vater, dem Paffrather Lehrer Anton Feckter (1800 – 1874). Das Schulmuseum will endlich an diesen Mann erinnern.

+ Anzeige +

Selbst in Paffrath ist er inzwischen fast vollkommen vergessen. Sein schönes, mit Schiefer verkleidetes Wohnhaus wurde 2007 abgerissen. Und nur noch einige ältere Paffrather erinnern sich an „Antons Pützchen“, eine hinter seinem Wohnhaus gelegenen Quelle.

Anton Feckter hat jahrzehntelang an der Paffrather Schule gewirkt. Erst 1874 ging er nach 55 Dienstjahren in Pension und hat zuletzt noch die Enkel seiner ehemaligen Schüler unterrichtet. Ein innerhalb der Schulgeschichte des Rheinlandes einmalig langes Lehrerleben.

Ausstellung: Anton Feckter aus Paffrath (1800 – 1874) 
55 Jahre Lehrer im preußischen Rheinland. Eine Ausstellung im Schulmuseum Bergisch Gladbach – Sammlung Cüppers in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv Bergisch Gladbach
23. Oktober 2015 – 30. Oktober 2016

Nach sechs Wochen Ausbildung mit 18 Jahren ins Lehreramt

Mit gerade mal 18 Jahren war der in Vilkerath als Sohn eines Küsters geborene Jüngling am 2. November 1818 von der Gemeinde als neuer Lehrer angestellt worden. Zuvor hatte er als Präparand an seinem Heimatort erste Erfahrungen im Unterrichten gesammelt und sich dann in nur sechs Wochen an der Lehrerfortbildungsanstalt in Düsseldorf auf seinen Beruf vorbereitet.

Wohnhaus Feckter, um 1890, Foto: Vinzenz Feckter

Aber – und das war auch im preußisch gewordenen Rheinland entscheidend – er war immerhin geprüfter Lehrer. Sein Vorgänger, der 1807 angestellte Vikar Stellberg, hatte noch in einem Stübchen seines Wohnhauses unterrichtet. Und mit dem Schulbesuch der ihm anvertrauten Schüler nahm er es wohl nicht so genau: Im Juli 1810 waren von 255 schulpflichtigen Kindern, sage und schreibe, gerade mal 16 gekommen.

Ab 1821 unterrichtete Anton Feckter in der neuen Schule am Flachsberg und bezog von der Gemeinde ein „Normalgehalt” von 65 Talern und 15 Silbergroschen. Hinzu kam das Schulgeld von den “bemittelten” Eltern, die pro Kind und Monat 3 Silbergroschen bezahlen mussten.

Neben der sozialen Situation des Lehrers Feckter und der ländlichen Bevölkerung sind die zahlreichen Schulversäumnisse, Fabrikarbeit der Kinder, der Lehrplan an der katholischen Schule, die Ausstattung sowie die Lehr- und Lernmittel der Zeit um 1840 wichtige Themen.

An Kritik fehlte es nicht

Die Ausstellung geht auch auf die Kritik ein, die Schulpfleger, Schulvorstand und der Pfarrer der Paffrather St. Clemens Kirche als Ortsschulinspektor zunehmend an Lehrer Feckter in seinem Alter übten. Sie schließt mit dem Ausblick auf die Katterbacher Schule – seit 1990 Standort des Schulmuseums. Diese war 1871 als Filialschule der Paffrather Schule für die Kinder bis zu 11 Jahren entstanden, damit „diese nicht so weite Wege machen mussten.”

Ausstattung und Lehrmittel in der Schule Paffrath, 30. Juli 1836

Am Beispiel des Lehrers Anton Feckter wird erstmals ein wichtiges Kapitel der Lokal- und Schulgeschichte des Rheinlandes zwischen 1815 und 1870 dokumentiert. Der Begleitband zur Ausstellung erscheint als Nr. 9 in der Reihe der „Schul-Hefte“, ist mit 140 Seiten richtig üppig geworden, prachtvoll bebildert und für 10 Euro im Schulmuseum zu bekommen.

Anton Feckter aus Paffrath (1800 – 1874)
55 Jahre Lehrer im preußischen Rheinland

Eine Ausstellung im Schulmuseum Bergisch Gladbach – Sammlung Cüppers in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv Bergisch Gladbach

23. Oktober 2015 – 30. Oktober 2016

PDFDrucken

Peter Peter Joerißen

Vorsitzender des Fördervereins des Schulmuseums Bergisch Gladbach e. V. Kempener Straße 187, 51467 Bergisch Gladbach, Tel. 02202/84247 www.das-schulmuseum.de

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.