Bernd Martmann, Fachbereichsleiter, Ko-Dezernent, SEB-Vorstand

Bernd Martmann gibt seine Aufgabe als Vorstand des Stadtentwicklungsbetriebes (SEB) zum Jahresende ab. Der SEB war von der Stadt 2010 als eigenständige „Anstalt öffentlichen Rechts” gegründet worden, um die Entwicklung von Gewerbeflächen, die Wirtschaftsförderung und den Tourismus besser voran treiben zu können. Die Amtszeit von Martmann auf diesem Posten war auf fünf Jahre befristet und läuft jetzt turnusgemäß aus.

„Ich habe bereits vor gut anderthalb Jahren angekündigt, für eine weitere Periode nicht zur Verfügung zu stehen”, sagte Martmann am Donnerstag dem Bürgerportal. Nach der schwierigen Aufbauarbeit und einigen großen Problemen mit dem neuen Gewerbegebiet Obereschbach seien dort jetzt die ersten Betriebe eingezogen, der SEB laufe erfolgreich. Daher wolle er sich auf andere Aufgaben konzentrieren.

Diese Entscheidung fügt sich in einen größeren Umbau der Verwaltungsstrukturen ein, mit dem Bürgermeister Lutz Urbach sein Team seit seiner Wiederwahl neu aufstellt. Beteiligt sind diverse Ebenen: Fachbereichsleiter, Dezernenten, Beigeordnete, städtische Eigenbetriebe und womöglich noch eine neue Stadtwohnungsbaugesellschaft. Das macht die Sache etwas unübersichtlich und führt im Stadtrat zu Widersprach, in der Opposition ebenso wie in der schwarz-roten Mehrheit.

Verwaltungsrat bestimmt vor Weihnachten einen neuen Chef

Beim SEB soll der Verwaltungsrat in seiner Sitzung am 16. Dezember einen neuen Vorsitzenden wählen, die Position hatte die Stadt intern ausgeschrieben. Gleichzeitig wird das Vorstandsamt auf eine volle Stelle ausgeweitet, weil die Stadt die Wirtschaftsförderung weiter ausbauen will, so die offizielle Ansage.

Martmann hatte den SEB-Vorsitz in Personalunion parallel zu seiner Position als Leiter des Fachbereichsleiter 8 ausgefüllt – und hat inzwischen weitere Aufgaben in der Stadtverwaltung übernommen.

Neue Verwaltungsstruktur, neue Verantwortlichkeiten

Seit dem Sommer ist der 58-Jährige zum Co-Dezernent befördert worden. Dezernenten bilden in der Verwaltungsstruktur der Stadt-Bergisch Gladbach eine weitere Ebene oberhalb der acht Fachbereichsleiter. Die Dezernate VV1 und VV2 werden von Stadtkämmerer Jürgen Mumdey und Stadtbaurat Stephan Schmickler geleitet, das Dezernat BM von Bürgermeister Lutz Urbach.

Die Stelle von Schmickler (55) wird allerdings im Mai 2016 vakant, der Baurat (und als Beigeordneter auch Stellvertreter des Bürgermeisters in der Verwaltung) hatte angekündigt, nach zwei Amtszeiten aufzuhören. Dagegen hatte der Stadtrat den Vertrag mit Kämmerer Mumdey (60) im vergangenen Jahr noch vor der Kommunalwahl bis 2022 verlängert.

Dem Bürgermeister wurde Martmann als Co-Dezernent zur Seite gestellt; gleichzeitig wanderten Teile der Aufgaben von Mumdey (Schule, Kultur, Sport) und Schmickler (StadtGrün, Hochbau) in das Dezernat von Urbach/Martmann. Die Details zeigt der Verwaltungsgliederungsplan (ein Doppelklick vergrößert das Schaubild):

Martmann, der Mitglied der Grünen ist, verantwortet nun den Fachbereich 4 (Bildung, Kultur, Schule, Sport) und den eigenen Fachbereich 8 (Immobilien). „Über die Liegenschaften haben beide Bereiche eng miteinander zu tun”, sagt Martmann, „und bei der Schulsanierung kommen da einige spannende Aufgaben auf uns zu.” Eine Vernetzung der Fachbereiche sei sinnvoll, dabei arbeite er eng mit dem neuen Fachbereichsleiter und alten Kollegen Dettlef Rockenberg zusammen.

Lokalpolitik diskutiert über Gehaltsanpassung

Wenig Verständnis hat Martmann für die öffentliche Diskussion über seine Gehaltserhöhung in der Kommunalpolitik. KSTA/BLZ hatte am Mittwoch berichtet, der Hauptausschuss solle in nichtöffentlicher Sitzung eine Erhöhung um 25 Prozent billigen – was bei CDU und SPD auf Widerstand treffe. Das Thema steht heute auch auf der Tagesordnung des Hauptausschusses.

Im Gegensatz zu den anderen Dezernenten, so Martmann, leite er seinen eigenen Fachbereich weiter, habe einen weiteren Fachbereich hinzu bekommen, die Vergütung für den SEB-Vorstandsposten fällt. Da sei, auch angesichts seiner Leistungen, eine Anpassung des Gehaltes angemessen: „Ich kann Erfolge vorweisen: Was ich anpacke, wird auch umgesetzt.”

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G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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