Stephan Schmickler, Stadtbaurat Bergisch Gladbach

Stephan Schmickler, vor der Baustelle Schnabelsmühle

Aktualisierung 3.12: Auf Anfrage teilt die Stadtvermittlung mit, dass Stephan Schmickler nicht mit vollen, sondern mit reduzierten Bezügen in den Ruhestand geht. Die Vergütung für seine freiberufliche Tätigkeit werde bei der Pension zum Teil angerechnet. Zudem sei sein Stundensatz deutlich geringer, als ein Planungsbüro berechnen würde. Der Rat ist bei der Beauftragung nicht beteiligt, das gehört zum laufenden Verwaltungsgeschäft.

Der ursprüngliche Beitrag vom 2.12.2015:

Die Stadtverwaltung hat darauf hingewiesen, dass die Amtszeit des 1. Beigeordneten der Stadt Bergisch Gladbach, Stephan Schmickler (55), zum 31. Mai 2016 ausläuft. Das war soweit bekannt; neu ist dagegen, dass Schmickler keine weitere Amtsperiode anstrebe, sondern „eine andere Aufgabe” wahrnehmen wolle.

Diese andere Aufgabe wird Schmickler für die Stadt Bergisch Gladbach wahrnehmen. In der Pressemitteilung (Dokumentation siehe unten) wird der scheidende Stadtbaurat so zitiert:

„Ein großes, wichtiges Projekt ist die Aufstellung des Flächennutzungsplans, dies liegt mir sehr am Herzen“, stellte Schmickler dar. Bereits seit Sommer 2014 ist die Leitung der zuständigen Stabsstelle Stadtentwicklung unbesetzt. „Daher habe ich mit Kollegin Wibke Krause dieses Projekt in den letzten Wochen und Monaten entwickelt und fortgeschrieben. Nun möchte ich als von der Stadt beauftragter Fachmann die Aufstellung des Flächennutzungsplans in den nächsten zwei Jahren gemeinsam mit Politik und Verwaltung erfolgreich abschließen.“ Diese Aufgabe wird der scheidende Stadtbaurat ab dem 1. Juni 2016 wahrnehmen.

Schmickler ist Leiter des Dezernatsbereich II und seit Juni 2000 für die Stadtentwicklung, die Stadtplanung, die Bauaufsicht, die Vermessung, den Straßenbau, den Umweltschutz sowie den Bereich Abfall und Abwasser verantwortlich. Im Sommer hatte der geborene Kölner und studierte Raumplaner allerdings die Bereiche Hochbau, Immobilienbetrieb und Grünflächen an den neuen Ko-Dezernenten Bernd Martmann verloren.

In einem Pressegespräch zog Schmickler am Mittwoch eine Bilanz seiner Arbeit und gab einen Ausblick auf seine letzten Monate im Amt. Dabei kündigte er auch seinen Abgang an. Die Ratsfraktionen von CDU und SPD seien darüber bereits informiert worden.

Der überzeugte Radfahrer Schmickler gilt als Vertreter eine klaren Meinung, womit er in der Politik das eine oder andere Mal angeeckt war. Zuletzt hatten ihm Vertreter von CDU und SPD im Herbst vorgeworfen, eine Kostenerhöhung des geplanten Kreisverkehrs an der Schnabelsmühle um 38 Prozent eigenmächtig genehmigt zu haben.

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Die Schnabelsmühle gehört mit zum Megabauprojekt „Strunde hoch vier”, das erst 2017 abgeschlossen werden soll. Doch nach Schmicklers Weggang wird das Amt des Baurates erst einmal vakant bleiben: die Stadtverwaltung unterliegt einer einjährigen Wiederbesetzungssperre. Angesichts der Bedeutung des Amtes wird die Stadt aber eine Ausnahme beim Landrat beantragen.

Zum Ausscheiden von Stephan Schmickler hat die Stadtverwaltung eine umfangreiche Pressemitteilung herausgegeben, wir dokumentieren den Wortlaut:

Die Amtszeit des Ersten Beigeordneten der Stadt Bergisch Gladbach, Stephan Schmickler, läuft zum 31. Mai 2016 aus. Zu Beginn der Wiederwahlfrist – sechs Monate vor Ende seiner zweiten achtjährigen Amtsperiode – informierte der 55-Jährige bei einem Pressegespräch im Rathaus Bensberg über seine beruflichen Zukunftspläne.

Seit Juni 2000 leitet der studierte Raumplaner den Dezernatsbereich II. Der gebürtige Kölner war in diesen 15 ½ Jahren für die Stadtentwicklung, die Stadtplanung, die Bauaufsicht, die Vermessung, den Straßenbau, den Umweltschutz sowie den Bereich Abfall und Abwasser verantwortlich. Bis 2015 gehörten auch Hochbau, Immobilienbetrieb und Grünflächen zum Zuständigkeitsbereich des Stadtbaurats.

„Bereits seit einigen Wochen habe ich mir die Frage gestellt, ob noch weitere acht Jahre Amtszeit schaffbar sind“, erläuterte Schmickler ehrlich. „Seit 27 Jahren bin ich Wahlbeamter und habe mich dabei immer sehr für die Menschen und Themen in meinem Arbeitsbereich eingesetzt.“ Altersmäßig wäre die dritte Amtsperiode in Bergisch Gladbach durchaus möglich. „Aber“, so gibt der Familienmensch ehrlich zu, „ich merke, dass die große Arbeitsbelastung mir nicht genug Freiraum für Privates lässt, insbesondere für kommende Aufgaben in der Familie.“

Gemeinsam mit Bürgermeister Lutz Urbach hat der Erste Beigeordnete deshalb überlegt, welche Alternativen möglich sind. „Ein großes, wichtiges Projekt ist die Aufstellung des Flächennutzungsplans, dies liegt mir sehr am Herzen“, stellte Schmickler dar. Bereits seit Sommer 2014 ist die Leitung der zuständigen Stabsstelle Stadtentwicklung unbesetzt. „Daher habe ich mit Kollegin Wibke Krause dieses Projekt in den letzten Wochen und Monaten entwickelt und fortgeschrieben. Nun möchte ich als von der Stadt beauftragter Fachmann die Aufstellung des Flächennutzungsplans in den nächsten zwei Jahren gemeinsam mit Politik und Verwaltung erfolgreich abschließen.“ Diese Aufgabe wird der scheidende Stadtbaurat ab dem 1. Juni 2016 wahrnehmen. Darüber wurden bereits die Ratsfraktionen von CDU und SPD in Kenntnis gesetzt.

„Ich habe in den letzten Tagen mit vielen Menschen geredet. Viele bedauern, dass die Zusammenarbeit nicht fortgesetzt wird, aber – vor allem im privaten Bereich – erhalte ich viel Zuspruch, dass dies ein guter Weg sein wird“, berichtete Schmickler, der verheiratet und  Vater von fünf Kindern im Altern von 14 bis 26 Jahren ist.

Im Rahmen des Pressegesprächs nutzte der Stadtplaner die Gelegenheit, zurückzublicken und eine erste Bilanz zu ziehen: „Einer meiner ersten Termine war die Grundsteinlegung für die Bebauung im Park von Schloss Bensberg“, erinnerte er sich.

Auch den Bebauungsplan des heutigen Hermann-Löns-Viertels übernahm Schmickler als Erbstück: „Die Bebauung habe ich dann mit begleitet.“. Eigene Akzente setzte der Stadtbaurat dann unter anderem  mit der Rahmenplanung Stadtmitte und der Regionale 2010, mit der Entwicklung der Gewerbegebiete Meisheide und Obereschbach, der Sanierung und Modernisierung vieler Schulen sowie des Klärwerks Beningsfeld. Aktuell steht die Sanierung des Bauhofes Untereschbach an.

Schade findet der Dezernent, dass die Planung der Anbindung an die A 4 über den Bahndamm nicht weiter fortgeschritten ist. Auch bauliche Veränderungen in der Bensberger Stadtmitte hätte er sich zum Ende seiner Amtszeit gewünscht.

Ein Aspekt ist Stephan Schmickler sehr wichtig: „Bergisch Gladbach ist heute in der Region angekommen und wahrnehmbar. Diesen Platz haben wir uns mit vielen Aktivitäten und Akteuren erarbeitet und uns damit – auch überregional – einen guten Namen erworben.“

Auch kleine Projekte erwähnte der engagierte Verwaltungsmann gern: „Wir waren die erste Kommune mit Niederflurmüllwagen, damit die Kollegen bessere Arbeitsbedingungen erhalten.“ Barrierefreiheit, Mobilitätsmanagement, Sponsoring der öffentlichen Grünflächen und natürlich der Hochwasserschutz sind wichtige Punkte seiner Arbeit.

„Schön ist, dass ich den Kontakt zu Kolleginnen und Kollegen noch halten kann“, blickte der engagierte Verwaltungsmann nach vorn. Seinem möglichen Nachfolger oder Nachfolgerin bietet er an, jederzeit Ansprechpartner zu sein.

Über die Nachfolge wird in den nächsten Monaten entschieden werden. Bürgermeister Lutz Urbach erläutert, dass die Stelle nach der Gemeindeordnung öffentlich ausgeschrieben wird. Zum Ende der Ära von Stephan Schmickler erklärte der Verwaltungschef: „Die Aufstellung des Flächennutzungsplans ist eine wichtige Aufgabe in der Verwaltung, und ich bin sehr zuversichtlich, dass Stephan Schmickler dieses Projekt gut steuern wird.“ Lutz Urbach fügte hinzu: „Ich arbeite mit Stephan Schmickler seit meinem Dienstantritt im Jahr 2009 sehr vertrauensvoll zusammen und freue mich auch auf die weitere Zusammenarbeit.“

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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