Gundhild Hebborn ist Leiterin der Kriminalprävention und Opferschutz der Polizei Rhein-Berg.

„Niemand hat das Recht, einen anderen Menschen zu bedrängen. Wehren Sie sich laut und eindeutig: Schreien, schlagen, beißen Sie!“ lautet das Fazit von Gundhild Hebborn, der Leiterin der Kriminalprävention und Opferschutz der Polizei RheinBerg.

Nach den Ereignissen in der Silvesternacht 2015 hatte die SPD Bergisch Gladbach am 25. Januar 2016 zu dem öffentlichen Informationsabend „Sexuelle Übergriffe: Rechtslage und Vorbeugung“ eingeladen.

Das Thema stieß auf großes Interesse: Der Saal im historischen Rathaus am Konrad-Adenauer-Platz war bis auf den letzten Platz gefüllt.

Mehr als 80 Bürgerinnen und Bürger informierten sich bei den Expertinnen u. a. über die Möglichkeiten der Vorbeugung sowie der Selbstbehauptung in schwierigen Situationen und diskutierten mit ihnen die aktuelle Rechtslage im Sexualstrafrecht. Es wurde auch darüber gesprochen, was Frauen nach einem sexuellen Übergriff tun können.

Magdalene Holthausen, Mitarbeiterin der Frauenberatungsstelle von Frauen helfen Frauen e.V. Bergisch Gladbach, ist – genauso wie Gundhild Hebborn – Ansprechperson für viele betroffene Frauen. „Wir beraten und unterstützen Frauen darin, ihre Selbstbestimmtheit wiederzuerlangen bzw. zu stärken und ein Leben ohne Gewalt zu führen. Das sind die Ziele unserer Arbeit,“ erläutert Holthausen.

Magdalene Holthausen

Die beiden SPD-Mitglieder Ute Stauer (Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen Bergisch Gladbach) und Jochen Zieriacks (Vorsitzender der SPD-AG Stadtmitte) haben den Abend organisiert und moderiert.

Für Ute Stauer steht fest, „dass eine pluralistische, demokratische Gesellschaft sich daran messen lassen muss, inwieweit Frauenrechte – im Sinne von freier Selbstentfaltung, Schutz vor Diskriminierung und Gewalt – als allgemeine Menschenrechte respektiert und gewahrt werden.“

Jochen Zieriacks und Ute Stauer

Jochen Zieriacks ist durch seinen Beruf als Gynäkologe mit dem Thema „Sexuelle Übergriffe“ vertraut. Für ihn sind drei Aspekte sehr wichtig: „Erstens: Hinsehen! Zivilcourage ist unersetzlich. Jeder kann zumindest die 110 rufen. Zweitens: Eltern haben einen Erziehungsauftrag gegenüber ihren Kindern. Das Frauen- und Männerbild wird ganz wesentlich durch die Familie geprägt. Drittens: Wir müssen Zugezogenen unsere gesellschaftlichen Normen und Werte erklären. Diese Arbeit müssen wir uns machen. Wir dürfen nicht denken, dass läuft schon alles von selbst.“

Zum Schluss der Veranstaltung appellierten Ute Stauer und Jochen Zieriacks durch das Vorlesen der „Kölner Botschaft“ daran, mit Zivilcourage für die Werte unserer Gesellschaft einzutreten. Dieser Abend sollte dazu einen Impuls setzen.

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