Bahndammtrasse: Die angedachte Straßenführung

Die Bahndammtrasse mit der sogenannten Querspange

In einer gemeinsamen Petition fordern der Bergische Gladbacher Autobahnzubringer e.V. und der Förderverein rechtsrheinisches Köln von den Landtagsabgeordneten der Region und von Bürgermeister Urbach, den Bau eines Zubringers über den alten Bahndamm zu beschleunigen. Vorgeschlagen wird dabei auch, die 6spurige Straße zu privatisieren.

Im Brief an die Landtagsabgeordneten heißt es mit Bezug auf das zu erwartende Bevölkerungswachstum in der Region:

„Nach den Beschlusslagen in Bergisch Gladbach und Köln stellt die Bahndammtrasse politisch die einzige mehrheitsfähige Variante dar. Allerdings scheint das Verfahren nach der erfolgten Linienbestimmung zur Zell ins Stocken geraten zu sein. Wenn nun das Planfeststellungsverfahren ansteht, bitten wir Sie dringend, den Regionalrat und die Bezirksregierung mit genügend Personal auszustatten, damit diese ihre Aufgaben zügig erledigen können und dadurch das Verfahren beschleunigt wird.”

Konkreter werden die Forderungen im Brief an Bürgermeister Urbach:

„Bergisch Gladbach hat zur Zeit die einmalige Chance, die lnnenstadt mit den Gewerbegebieten zu vernetzen und über die Bahndammtrasse an die A4 anzubinden, wenn diese 6-spurig ausgebaut wird. Die einzelnen Verknüpfungen – Aufzählung wie folgt – fassen wir als Anreihung von Einzelmaßnahmen auf, die allerdings aufeinander abgestimmt sind

  • von der Dechant-Müller-Straße zur Bahndammtrasse
  • von der Tannenbergstraße per Unterführung zur Bahndammtrasse
  • von der Bensberger Straße bis zum Refrather Weg (sog. Querspange).

Auch wir wissen, dass Bergisch Gladbach die höchste Pro-Kopf-Verschuldung im Lande trägt. Da sollte sich Kreativität wieder einmal auszahlen. Wir sollten von den Beispielen lernen, die es zur Privatisierung von Straßen bereits gibt. Das möchten wir lhnen und lhren städdt. Mitarbeiterlnnen sehr ans Herz legen!”

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6 Kommentare

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  1. Also eines ist doch eigentlich wirklich nicht zu übersehen: das Bahndamm Projekt, ist mal wieder so eine völlig sinnlose Maßnahme, gemessen an den Negativfolgen des anvisierten Prestigeobjektes. Daran werden so einige gut verdienen – aber nicht die Gesamtheit der Bergisch Gladbacher Bürgerschaft. Solche Vorhaben sind meines Erachtens schon sittenwidrig. :-/

  2. „Und ewig singt der Bahndamm …“ bzw. der Glaube an einen AB-Zubringer über denselben, der alle vom Joch des Staus erlöse und der Stadt den Segen des Wachstums bringe …
    Letztlich bleibt es eine Glaubensfrage: Die einen glauben an die Verheißung der großen Asphaltschneise, die anderen nicht. Ich glaube nicht daran und kann mich in meinem Unglauben natürlich irren wie jeder andere auch.
    Warum bin ich hier ungläubig? Vielleicht mögen, wenn sie denn käme, die große Schneise, die einen etwas entlastet werden, dafür werden im Gesamten alle desto mehr belastet.
    Vom faktischen Großverlust an Landschaft, Raum und gesundem Grün abgesehen, gäbe es mögliche Wertsteigerung hier, definitiven Wertverlust dort, ggf. leicht reduzierten Lärm und etwas weniger dicke Luft hier, in jedem Fall massiven Lärmzuwachs und martialisch motorengeschwängerte Luft dort
    – Und ob die Verkehrssituation sich im Ganzen wirklich und merklich entspannte, oder ob der „nachdrängende Staufluss“ bloß andere Formen und Verläufe annähme, steht auch dahin …
    Ein Überblick über das eigenartig mutantehafte „Unprojekt“ lässt überhaupt staunen – Eine bessere (AB-)Anbindung von Bergisch Gladbach an Köln, die soll mit einer ausholend durch die Landschaft gefrästen Umleitung erzielt werden:
    Aus und hinter GL, über Gronau, Heidkamp, Lückerath, Refrath, Frankenforst und Bensberg
    – Und auch dort ginge es dann nicht direkt zum Sehnsuchtsort Autobahn, sondern über einen weiteren, ´mal eben vierspurigen Ausbau der Kölner bzw. Frankenforster Straße samt zugehörig massivem „Abräumen“, also per noch einmal zusätzlicher Umleitung der Umleitung, endlich zur Auffahrt ins Glück …
    Fortschritt verlangt Opfer – Aber wäre das wirklich ein „Fortschritt“? Wohin? Und lohnte sich überhaupt das Opfer?
    Gesetzt, man hält diese Art Verkehrsplanung von Vorgestern im Jahr 2016ff. und angesichts demographischer Entwicklung, eines übergreifend durchdacht städtischen Wirtschafts-Entwicklungskonzepts (haben wir das eigentlich …?) und der bereits im Gange befindlich quantitativen wie qualitativen Veränderung von Verkehr und Mobilität überhaupt noch für zeitgemäß, auch darüber ließe sich immerhin streiten
    – Würde diese mitten durch´s tragend grüne Kontor gefräste Asphaltschneise (fahrfertige Fertigstellung, wenn, vielleicht um das Jahr 2025 …), würde also diese irrwitzige Asphaltschneise „im Troge“ oder „auf Stelzen“ den gewaltigen Aufwand und die massiven Kollateralschäden eigentlich und überhaupt lohnen …?
    Politisch wird hier das Schwierige wie immer darin liegen, die unterschiedlichen Interessen, Bedürfnisse und auch Befindlichkeiten zu irgendeiner Art Konsens zu kriegen.
    Und gerade bei solchen „Glaubensfragen“, bei solch massiven Eingriffen, gelingt das in der Regel nie ganz (kann es wahrscheinlich auch nicht).
    Daher ist der jüngst eingebrachte Impuls, über dieses „(Un)Heilsprojekt“ angesichts seiner Dimensionen und Folgen einen Bürgerentscheid anzustoßen, der richtige Weg.
    Wie auch immer der dann auch ausgehen mag, wird man jedenfalls noch einmal Gelegenheit zu einer offenen und vernünftigen Darstellung wie Diskussion haben, die das ganze „Unternehmen“ für alle in vollem Licht erscheinen lassen
    – Und nach der Auszählung wird man wissen, wofür oder wogegen die im Vorfeld schon ´mal gern ungefragt vereinnahmte „Mehrheit“ angesichts dessen tatsächlich ist …

  3. Jörg Müller: „Wesentlich besser wäre es daher, die Attraktivität des öffentlichen Personennahverkehrs zu steigern. Eine Stadtbahn in Doppeltraktion fasst genau so viele Fahrgäste wie 80 Autos, wenn man davon ausgeht, dass ein Auto im Schnitt 1,2 Passagiere befördert.“

    Und das würde ich sogar noch um kostenlos nutzbare Shuttle Busse im Innenstadtbereich ergänzen. Aber man verdient ja lieber an Parkplätzen. Dabei käme die Reduzierung des Individualverkehrs allen und allem zugute. Aber die Autoindustrie …. Das System ist das Problem. Wir bräuchten eine wirkliche Marktwirtschaft und nicht diese aufgeblasene expansionsverpflichtete Planwirtschaft, wie wir sie jetzt zu erdulden haben.

    Das bestehende Angebot ist unter aller Sau! Zu den Stoßzeiten überfüllte Busse – was sicher nicht die sichersten Fahrbedingungen sind. Schlechte Planbarkeit durch Verspätungen. Auch für die Fahrgäste der S11 könnte es besser sein, gäbe es in Gläbbisch mal ein zweites Gleis. Aber wir haben neue Pflastersteine. uiuiuiui

    Natur und Lebensräume für den Individualverkehr zu zerstören, sollte eigentlich als veraltet und überholt betrachtet werden. Einerseits soll an natürlichen Ressourcen gespart werden, während man andererseits immer wieder neue Verschwendungsmöglichkeiten schafft. Bus und Bahn fahren spart jede Menge Ressourcen – also sollte sich doch alles auf ein funktionierendes öffentliches Personen Verkehrsnetz konzentrieren. Aber nein – ausgerechnet Samstags und Sonntags werden manche Buslinien überhaupt nicht gefahren oder nur arg reduziert angeboten. Aber wir dürfen nur noch Energiesparbirnen und leistungsgedrosselte Staubsauger benutzen. Wirkt eigentlich völlig absurd, aber es dient nun mal dem wirtschaftlichen Wachstum. :o

  4. Der Bau einer Stadtautobahn kann das Problem nicht Lösen. Im Gegenteil! Schon einmal was vom Braess-Paradoxon gehört? Der Verkehr, der sich vorher auf die K27 und L288 verteilt hat, knubbelt sich dann zusammen auf der neuen Straße. Zudem nimmt die Belastung auf der Alten Wipperfürther Straße durch die Baumaßnahme sogar zu und wird zum neuen innerstädtischen Nadelöhr. Wesentlich besser wäre es daher, die Attraktivität des öffentlichen Personennahverkehrs zu steigern. Eine Stadtbahn in Doppeltraktion fasst genau so viele Fahrgäste wie 80 Autos, wenn man davon ausgeht, dass ein Auto im Schnitt 1,2 Passagiere befördert. Daher ist der Bau einer Stadtbahn im 10-Minuten-Takt zwischen Bergisch Gladbach und Bensberg (evt. weiter bis Moitzfeld?) für mich die einzig sinnvolle Alternative.

  5. Ich hoffe das diese Straße endlich mal umgesetzt wird. Jeden Tag benötige ich in Summe 30 Minuten um 6km (hin und zurück) von der Autobahn zu meiner Wohung zurückzulegen.
    Die Lustheide und Dolmanstraße sind eine einzige Katastrophe. Neben dem Ausbau der Bahntrasse wäre sicherlich auch eine Schulbus hilfreich, damit Eltern nicht jeden morgen ihre Kinder einzeln zur Schule fahren.

    Zur Bahntrasse:
    Die Gründe gegen die Bahntrasse meines Vorredners kann ich in den Punkten 1;2:3;4;7;8;10; und 11 nicht nachvollziehen. Jedoch muss ich auch sagen, dass ich nicht davon ausgehe, dass eine Autobahn gebaut wird, sondern eine reguläre Vorfahrtsstraße.

    zu 1: kann nicht zu treffen sonst wäre in Refrath nicht ständig soviel Stau. Die Leute wollen Richtung A4, Ich nehme aber auch gern ein Trasse die von der Mühlheimer Straße zur Auffahrt Lustheide führt, Dies wäre aber für Punkt 9 kontra produktiv.
    zu 2: Es ist sbreits beschlossen das die A4 bis Moitzfeld 6 spurig ausgebaut wird.
    zu 3: aus derzeit zwei Strecken werden 3 Strecken die möglich sind, somit verteilt sich der derzeitige Verkehr von 2 auf 3 Straßen. Dies würde Entlastung bedeuten, keine Bündelung, nicht alle werden die Strecke nehmen, dies wird sich je nach Startpunkt entscheiden.
    zu 4: Refrath wird entlastet werden, da die Leute aus Gronau und Heidkamp entfallen, die derzeit über den Refrather Weg nach Refrath zur A4 fahren.
    zu 7: dann kann die Frankenforster Straße ertüchtigt werden, dies könnte sogar günstiger sein.
    zu 8: hohe feinstaub und Stickoxid-Konzentrationen enstehen vorallen bei Dieselfahrzeugen während des Motorstartens, Anfahrens, langsam fahrens mit häufigen bremsen, oder sehr schnell fahrens (Autobahn). (Hat uns die VW Affäre gelehrt) Das letztere Mal ausgeklammert, ist dies derzeit der Fall aufgrund der Überlastung der derzeitigen Routen. Ich geh aber nicht davon aus, dass dies eine Autobahn wird sondern, der Bahndamm eine reguläre Vorfahrtsstraße und keine Autobahn und somit keine Geschwindigkeiten über 70km.
    zu 10: Ich sehe keine wirkliche sinnvoll Route für einen Schienenverkehr in diesem Bereich, somit ist dies kein Punkt gegen eine Straße in diesem Bereich. Gerne lass ich mich eines besseren belehren. Sinnvoll für mich wäre die Line 18 aus Dellbrück Richtung Gierath und Refrath zu verlängern mit ausreichend Paerkmöglichkeiten. Dann könnte man noch über eine Verküpfung zwischen der Linie 18 und Linie 1 reden. Hier wäre aber sicherlich ein Bus sinnvoller als eine Schienenlinie. Auch wären mehr Parkplätze enlang der Linie 1 mit sicherheit hilfreich für eine höhere Nutzung der Linie 1.
    zu 11: Es werden Wohnräume die derzeit nicht belastet sind, belastet. Jedoch werden andere Wohnräume entlastet

    Um Vorweg zugreifen. Ein Verzicht auf mein Auto ist für mich keine Option. Derzeit fahre ich mit dem Auto ca. 35 Minuten zur Arbeit, mit Öffentlichen Verkehrsmitteln wäre ich für eine Richtung 70 Minuten unterwegs.

  6. Es ist erstaunlich, dass im 21. Jahrhundert tatsächlich noch jemand glaubt, durch eine isolierte Stadtautobahn Verkehrsprobleme lösen zu können.

    Dabei wünschen sich laut einer Studie des Umweltbundesamtes 82% der Befragten, dass Städte gezielt so umgestaltet werden, dass die Menschen weniger auf das Auto angewiesen sind – gerade bei jüngeren Menschen ist dieser Anteil noch größer (https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/umweltbewusstsein-in-deutschland-2014-0)

    Zu dem konkreten Anliegen, auf dem alten Bahndamm eine isolierte Stadtautobahn zu errichten, die im besten Fall die Fahrtzeit zwischen zwei Staus verkürzt, ist wirklich alles gesagt, z.B hier:
    https://in-gl.de/2010/06/23/15-gruende-gegen-die-diskutierte-l-286-ortsumgehung/