Stefan Höller vom TV Herkenrath

Stefan Höller vom TV Herkenrath beim Hürdenlauf in Boston

Stefan Höller gewinnt die IC4A-Championships

Nach dem Sieg bei den New Yorker Metropolitan Championships gewann Stefan Höller vom TV Herkenrath am letzten Wochenende in Boston auch den Siebenkampf bei den IC4As, den Meisterschaften der Eastern College Conference, der Region im Nordosten USA

Mit 7,47 Sekunden zeigte sich Höller über 60m leicht verbessert gegenüber seinem ersten diesjährigen Mehrkampf vor vier Wochen, belegte allerdings damit allerdings nur Platz zwölf von dreizehn Teilnehmern. Nach 6,38 Metern im Weitsprung, 11,72 Metern mit der Kugel und 1,83 Metern im Hochsprung lag der Student des Manhattan College am Ende des ersten Tages auf Platz sechs, nur 40 Punkte hinter dem vierten, allerdings bereits etwa 300 Punkte hinter dem Führenden. Sein Kommentar: „ Das war ein solider erster Tag, ohne große Enttäuschungen aber auch ohne Ausreißer nach oben.“

Tag zwei begann bereits morgens um 9.00 Uhr mit den 60m Hürden. Trotz der frühen Startzeit zeigte sich Stefan Höller hellwach, sprintete mit 8,50 Sekunden so schnell wie noch nie in einem Mehrkampf und erzielte die beste Zeit aller Teilnehmer. Platz fünf nach fünf Disziplinen, die Aufholjagd hatte begonnen. Mit dem Stab sprang der 20jährige Herkenrather in Boston dann so stark, wie seit langem nicht mehr. 4,25 Meter, 4,45 Meter und 4,55 wurden jeweils im ersten Versuch überquert und auch über 4,65 Meter – seinen Hausrekord – blieb Höller ohne Fehlversuch.

Mit dieser Höhe gewann er auch diese Teildisziplin und konnte die bisher im Mehrkampf Führenden deutlich distanzieren. Die Folge: Höller machte einen Riesensprung im Gesamtklassement und eroberte die Führung nach sechs Disziplinen. Mit guten 2:47,88 Minuten über 1000m ließ sich Höller den Siebenkampfsieg nicht mehr nehmen und gewann seinen ersten IC4A-Titel mit ausgezeichneten 5087 Punkten, 168 Punkten über seiner bisherigen Bestleistung und dem viertbesten Ergebnis in der Geschichte der IC4As.

Bereits am 15. März reist Stefan Höller mit dem Team des Manhattan College zu einem sechstägigen Trainingslager nach Phoenix/ Arizona. Unter günstigen klimatischen Bedingungen sollen die Grundlagen für die bereits am letzten Märzwochenende beginnende Freiluftsaison gelegt werden. Und vielleicht ergibt sich in Phoenix auch ein Treffen mit Dan O´Brien, dem Olympiasieger von 1996 und dreifachen Weltmeister im Zehnkampf, der heute als Coach der Arizona State University arbeitet.

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Marc Schuh bei der WM in Katar 2015

Marc Schuh bei der WM in Katar 2015

Herber Rückschlag für Marc Schuh

Flug nach Dubai am kommenden Sonntag, Teilnahme am Internationalen Meeting in Sharjah und am Grand-Prix-Meeting in Dubai – so lauteten bisher die Einträge in Marc Schuhs Kalender für seine „Road to Rio.“ Doch stattdessen heißt es jetzt: Operation am linken Ellbogen am Mittwoch in Pforzheim und eine 14tägige Trainingspause.

Bereits vor zwei Wochen klagte der Rollstuhlsprinter des TV Herkenrath über Beschwerden im linken Ellbogengelenk. Eine kurzfristig durchgeführte MRT zeigte eine Schwellung im Gelenk, das Training wurde reduziert, die Beschwerden ließen nach. Eine weitere MRT am vergangenen Mittwoch zeigte, dass die Schwellung abgeklungen war, statt dessen wurden freie Gelenkkörper entdeckt, Folgen der enormen Belastungen im Krafttraining eines Rollstuhlsprinters.

Für Schuh stellte sich damit die Frage, unterbreche ich die Vorbereitung auf die Paralympics in Rio und lasse diese Gelenkmäuse sofort entfernen oder gehe ich volles Risiko, verschiebe die Operation auf Ende September und ziehe mein Trainings- und Wettkampfprogramm, möglicherweise auch unter Schmerzen, durch.

Nach Gesprächen mit seiner Familie, mit Heimtrainer Klaus Höller, dem Cheftrainer des DBS, Willi Gernemann und einigen anderen Partnern entschied sich Schuh für eine sofortige Operation. „Ich bin auf ein voll belastbares Ellbogengelenk nicht nur im Sport sondern auch im Alltag angewiesen. Die Gefahr einer dauerhaften Schädigung ist einfach zu groß,“ so Schuh nach kurzer Bedenkzeit.

Beeinflusst wurde diese Entscheidung auch durch die weltfremden und irrealen Normen des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) für die Paralympics in Rio. Während der Deutsche Olympische Sportbund als Nominierungsgrundsatz für die Olympischen Spiele 2016 „eine begründete Endkampfchance bei den Spielen“ voraussetzt, geht der DBS von einer „realistischen Medaillenchance“ aus. Aus diesem Grunde hat er für alle leichtathletischen Disziplinen Leistungen festgesetzt, die Platz fünf der Weltrangliste 2015 entsprechen, unabhängig davon, wie stark die weltweite Konkurrenz in den einzelnen Disziplinen und Startklassen überhaupt ist.

So gilt diese „Platz fünf Regelung“ sowohl für den 100m Lauf der T 33, bei dem bei der letzten WM nur fünf Athleten angetreten sind und die Weltrangliste 2015 auch nur neun Sprinter aufführt, wie auch für Schuhs 400m T54, einen Wettbewerb, in dem bei der WM 24 Sportler antraten und die Weltrangliste Ergebnisse von 131 Fahrern aufweist. Unberücksichtigt blieb bei dieser Festlegung des DBS auch, dass gerade die Rollstuhlsprinter stärker als andere Disziplinen von äußeren Bedingungen abhängig sind, z.B. den Windverhältnissen oder der Qualität und Härte der Bahn. So fordert der DBS für den 400m Rollstuhlsprint als Voraussetzung für Rio eine Zeit von sage und schreibe 46,52 Sekunden!

„Im Grunde genommen habe ich mir gemeinsam mit meinen Kollegen mit dem letztjährigen Rennen von Arbon, mit meinem Europarekord, den Superzeiten der Nächstplazierten selbst `das Grab gegraben´. 46,52 – das ist solch eine Wahnsinnszeit, weder 2012, noch 2013 und 2014 wurde diese Zeit weltweit auch nur von einem einzigen Sportler erreicht oder unterboten. Eine solche Zeit muss ich nun fahren, um in Rio überhaupt teilnehmen zu dürfen, während ich 2012, 2013 und 2014 damit Weltranglisten-Erster geworden wäre. Was soll das?“

Hinzuzufügen ist, in diesem Jahr findet kein Wettkampf auf der Rekordpiste in Arbon statt, der Bahn auf der sechs der zehn besten 400m-Ergebnisse des Jahres 2015 und drei der vier die jemals gefahrenen Zeiten unter 46 Sekunden erzielt wurden.

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