Die Radstation besteht aus Glas und einem Drahtgeflecht – und bietet reichlich freie Stellplätze.

Seit diesem Donnerstag ist das Büro der „Rad- und Umweltstation” am S-Bahnhof erneut geschlossen. Inhaber von Monats- und Jahreskarten können die Radstation zwar weiterhin benutzen, aber mehr geht nicht. Der lapidare Hinweis des Betreibers im Fenster: „Das Büro der Station ist … geschlossen”, Hinweise zur Dauer der Betriebsunterbrechung wurden geschwärzt.

Der Besitzer der Radstation, die Stadtverkehrsgesellschaft (SVB) hat einen weiteren Zettel dazu gehängt:

„Leider ohne jegliche Abstimmung mit der Stadtverkehrsgesellschaft Bergisch Gladbach mbH hat der Betreiber der Fahrradstation den Betrieb in großen Teilen eingestellt.”

Bereits Ende Februar war der Betreiber der Radstation, der „Verein Fahrrad-Umwelt e.V., in einem „Streik” getreten und hatte das Büro eine Woche lang geschlossen. 

Sven Bersch, der inzwischen zurückgetretene Vorsitzende, hatte das mit schweren Konstruktions- und Baumängeln bei der 830.000 Euro schweren Radstation begründet – und von der SVB Nachbesserung verlangt. Gleichzeitig hatte er klar gemacht, dass er sein bisheriges Engagement in der Radstation einstellt und sich einen neuen Job sucht.

Bersch war am Donnerstag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Auch die SVB unter Leitung des Beigeordneten Stephan Schmickler hat keinen Kontakt zu Bersch. Eine Kommunikation sei in den vergangenen Wochen nicht möglich gewesen, sagte Schmickler dem Bürgerportal. Der Verein als Vertragspartner der Stadt habe sich „bis heute nicht eindeutig erklärt”. Auch der ADFC, den Bersch früher ebenfalls geführt hatte, distanziert sich.

Laut SVB ist der automatische Betriebs der Station gesichert. Der Betreiber erfülle aber bei weitem nicht seine Pflichten; dazu gehörten neben der Sauberkeit der Station auch diverse Servicearbeiten rund uns Fahrrad.

2014 hatten Sven Bersch, damals als Vorsitzender des ADFC, und Stephan Schmickler gemeinsam für Radfahren geworben. Das Vertrauen ist inzwischen zerstört.

Der SVB habe inzwischen die angeblichen Mängel geprüft. Die Heizung funktioniere einwandfrei, nachdem sie nun nicht mehr nachts ausgeschaltet werde. Der Boden auch der Büroräume bestehe zwar aus Straßenpflaster, aber das sei gemeinsam mit dem Betreiber so geplant gewesen.

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Die (nicht regen- und staubdichten) Außenwände der Radstation selbst seien grundsätzlich in Ordnung. Um die Nässe auch bei Schlagregen draußen zu halten wolle die SVB eine neue Lösung testen; das setze aber einen ansprechbaren Betreiber voraus. Das Staubproblem sei mit der Asphaltierung des Buswarteplatzes seit Monaten ausgeräumt.

Nach Ostern wird der SVB erneut per Anwalt auf den Betreibervertrag pochen. Allerdings, so Schmickler, sei das „Vertrauen in unseren heutigen Vertragspartner leider nachhaltig gestört.” Der Betreiber habe „offenkundig an einem vernünftigen Miteinander kein Interesse”.

Daher führt die SVB bereits Gespräche mit anderen potenziellen Betreibern.

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G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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