Seit Montag ist der Driescher Kreisel zweispurig!

Offenkundig hielt es die Verwaltung für geboten, innerhalb der Kreisverkehrsbahn eine zweite Fahrspur zu markieren. Man kann nur mutmaßen, dass sie mit dieser Maßnahme den Verkehrsfluss verbessern will.

Allerdings nimmt sie damit auch eine Verringerung der Verkehrssicherheit in Kauf, schließlich verkompliziert es die Verkehrsführung und motiviert zu Überholvorgängen in dem ohnehin recht kleinen Kreisel.

Konsequenzen für Radfahrer

Zudem hat dies Konsequenzen für den Radverkehr.  Denn eigentlich müsste der Kreisverkehr nun für Radfahrer gesperrt werden, denn die „Empfehlungen für Radverkehrsanlagen” ERA2010, welche per Ministerialerlass in NRW für Landes- und Bundesstraßen verbindlich ist, hält Radverkehr in zweistreifigen Kreisverkehren für nicht vertretbar. Zitat:

„4.5.4 Kleine Kreisverkehre mit zweistreifig befahrbarer Kreisfahrbahn

… haben nicht den Sicherheitsgrad kleiner Kreisverkehre …
… Führung des Radverkehrs auf der Kreisfahrbahn nicht vertretbar …
… Radverkehr and den Knotenpunkten bevorrechtigt über Furten geführt …”

Hierzu ist anzumerken, dass auch die Führung über Furten nicht den Sicherheitsgrad der Fahrbahnführung in einspurigen Kreisverkehren erreicht. Beispielsweise sind die Fußgängerfurten zwischen Unterer Hauptstraße und Fußgängerzone Unfallschwerpunkte.

Und ich bezweifel, dass sich dies nennenswert ändern würde, wenn diese legal fahrend mit dem Rad genutzt werden dürften.

Eine Stellungnahme der Stadt, wieso und warum diese Änderung der Verkehrsführung zugelassen wurde wäre wünschenswert.

Offenkundig zählt in Bergisch Gladbach „freie Fahrt” mehr als die körperliche Unversehrtheit nicht motorisierter Verkehrsteilnehmer.

Aktualisierung: Die Stadtverwaltung hat reagiert, alle Infos finden Sie hier

Holger M.

Familienvater, Angestellter in Köln, seit 8 Jahren in GL. Passionierter Radfahrer

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2 Kommentare

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  1. Seit Bestehen des Kreisverkehrs habe ich immer die Kreisfahrbahn genutzt um diesen zu durchqueren. Das ging in der Regel auch problemlos. – Lediglich 2 mal meinten motorisierte Fahrzeugführer (1xQuad + 1KFZ) mich innerhalb des Kreisels überholen zu müssen und haben mich beim Ausfahren dann so geschnitten, dass ich scharf bremsen musste.

    Ich befürchte, dass dieser Überholzwang mit der Zweispurigkeit dramatisch zunehmen wird.

  2. Als Radfahrer kann man mit diesem Kreisverkehr keinen wirklichen Frieden machen. Die einen versuchen ihn mit einer je nach persönlicher Veranlagung unterschiedlich dosierter Mischung aus Erfahrung, Todesverachtung und Ignoranz der Rechtslage zu überwinden, die anderen nehmen lieber am motorisierten Verkehr teil.
    Im Zusammenhang mit der unteren Hauptstraße ist diese Stelle nicht nur zentral gelegen, sondern wahrscheinlich auch einer der zentralen Gründe, aus dem sich viele Menschen, insbesondere (unsichere) Gelegenheitsradfahrer, gegen das Fahrrad entscheiden, um in die Innenstadt zu gelangen.