Außerhalb der Stoßzeiten läuft es rund am Driescher Kreuz

Weitgehend unbemerkt hat die Stadtverwaltung die Verkehrsführung am Driescher Kreisel verändert. Der weltweit bekannte „Kirmeskreisel” ist nun plötzlich zweispurig. Ein Bürgerreporter des Bürgerportals hatte aufgepasst und bereits auf ein Problem für die Radfahrer aufmerksam gemacht.

Hintergrund der Maßnahme sind die Baustellen des Megaprojektes „Strunde hoch vier” in der östlichen City, erläutert ein Sprecher der Stadt. Die Probleme rund um die Schnabelsmühle hätten offenbar viele Autofahrer dazu verleitet, Ausweichrouten zu benutzen – und ausgerechnet über die Stationsstraße Auswege aus dem Verkehrschaos zu suchen.

Die Stationsstraße, in der Fußgänger und Autofahrer bei Tempo 20 miteinander klar kommen sollen, ist ohnehin eine Problemstelle der Verkehrsplaner – doch jetzt kommt es hier erst Recht zu einem Stau, der über den kleinen Kreisel vor der RheinBerg-Galerie, den Driescher Kreisel über die untere Hauptstraße bis zurück nach Gronau reicht. Im Berufsverkehr blockieren sich im Kirmeskreisel alle gegenseitig.

Der kleine Kreisel vor der RheinBerg Galerie ist durch Rückstau auf der Stationsstraße oft blockiert

Daher hat die Stadt mit der Kreispolizeibehörde nach Lösungsmöglichkeiten gesucht, um die Leistungsfähigkeit des Kreisverkehrs zu erhöhen. Ihr aktueller Ansatz: im Kreisel wurden zwei Fahrspuren markiert. Das soll dem Verkehr in Richtung Kalkstraße und An der Gohrsmühle die Möglichkeit geben, über den inneren Kreis abzufließen. Außerdem wurde ein Hinweisschild aufgestellt, das die Autofahrer auffordert, die Einmündung An der Gohrsmühle bei Rückstau freizuhalten.

Das Ganze, das betont der Stadtsprecher, sei ein Versuch; Stadt und Polizei würden jetzt beobachten, ob sich die Autofahrer an die neue Regelung gewöhnen und sich die Lage entspannt. Nach einem Monat soll eine erste Bilanz gezogen werden.

Keine Blockade der Zweiradfahrer durch die Zweispurigkeit

Straßenkunst zwischen Gohrsmühle und Unterer Hauptstraße. Hier biegen viele Radfahrer ab

Ein Problem für den Radverkehr sieht die Stadt nicht, weder rechtlich noch praktisch. Es gebe keine Rechtsvorschrift, die Radverkehr im zweispurigen Kreisel verbiete. Nur entsprechende Empfehlungen für die Neuanlage von Kreisverkehren; in der Fachliteratur werde die Nutzung durch Fahrräder für „nicht vertretbar” gehalten.

Die aktuelle Verkehrsführung am Driescher Kreisel sei aber auch nach Meinung der Kreispolizei für Radfahrer unkritisch. Dabei gehen Stadt und Polizei davon aus, dass ohnehin nur wenige Radfahrer den Kreisverkehr nutzen. Die meisten würden die Straße am Zebrastreifen überqueren. Außerdem komme die zu erwartende geringere Durchfahrtsgeschwindigkeit auch dem Radverkehr zugute. Von einer Blockade der Zweiradfahrer durch die Zweispurigkeit könne also keine Rede sein.

Einen eigentlich nahe liegenden Tipp, der aber offenbar wenig genutzt wird, gab uns ein Leser: Wer von Bensberg oder Herrenstrunden in Richtung Paffrath will sollte nicht die Stationsstraße nutzen – sondern durch den Tunnel fahren. Das könnte in der Tat helfen.

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