Politik ist der Ort, wo wir uns darüber verständigen, wie wir miteinander leben wollen.

Anita Rick-Blunck, Kandidatin der FDP für die Landtagswahl

Wenn ich darüber nachdenke, was Jo Cox passiert ist, der englischen Abgeordneten, die sich so sehr um Ausgleich und Verständigung bemüht hat – und die vor einigen Tagen getötet worden ist, ist eines klar: SO definitiv nicht.

Das empfinden wohl in diesen Tagen viele genauso – das Erschrecken ist groß über die Eskalation, über die Radikalisierung in unserer Gesellschaft.

Ich selber habe mich gerade erst entschieden, die nächste Zeit intensiv mit „der Politik“ zu verbringen – als Landtagskandidatin der FDP für die Wahl am 14. Mai 2017 in NRW. Was bedeutet diese Entwicklung nun für mich, wenn ich tagtäglich – auf den Marktplätzen und wo auch immer – auf die Menschen zugehe. Und dabei auch Positionen zeige und Aussagen treffe, mit denen ich mich nicht nur beliebt mache?

Eines heißt es nicht: Dass ich beginne, den Leuten nach dem Mund zu reden und klare Bekenntnisse zu vermeiden … stattdessen immer schön political correct zu bleiben! Das wäre nicht mein persönlicher Stil; das entspricht nicht der Haltung meiner Freien Demokratischen Partei.

Was es hingegen bedeutet: Dass ich die Menschen ernst nehme, die auf mich zukommen, mit denen ich ins Gespräch gehe. Dass ich ihnen offen zuhöre, mit ihnen auf Augenhöhe spreche und ihre Gründe hinterfrage – bei den Leuten auf der Straße und in meinem Bekanntenkreis, aber auch bei den politischen „Mitbewerbern“.

Das fällt mir (noch?) vergleichsweise leicht: Ich bin nicht der Polit-Profi mit dem Habitus, nur meinesgleichen wisse, wo es „langgeht“ … und die Erfahrungen und Kompetenzen der anderen außerhalb der Politik seien nicht so viel wert.

Wir können nur dann etwas bewegen, wenn wir uns auf Debatten einlassen, wenn wir Argumente austauschen und unsere Überzeugungen aneinander messen. Das ist nicht immer nur die pure Harmonie, das ist mühsam und anstrengend. Aber: Nur so entstehen nach und nach gute Lösungen.

Dabei müssen wir in unserem eigenen kleinen (politischen) Aktionsradius so miteinander umzugehen, dass wir im Guten Maßstäbe setzen. Ohne ein vorschnelles Urteil über die oft komplexen Gründe abgeben zu wollen, warum Konflikte eskalieren oder Menschen „durchdrehen”: Es ist den Versuch wert, auf Verständigung zu setzen und die Motive und auch Befürchtungen der anderen ernst zu nehmen.

Wir leben in Zeiten, die einem Angst machen können und die Reflexe auslösen, sich auf sicheres Terrain zurückzuziehen und das Bestehende zu schützen und um jeden Preis zu bewahren. Ich bin jedoch zutiefst davon überzeugt, dass wir gute Gründe haben, an eine gute Zukunft zu glauben und darauf zu vertrauen, dass wir mit unseren Fähigkeiten das auch „hinkriegen“. Nicht als Selbstläufer – aber mit klarem analytischem Blick und der Mobilisierung unserer Kräfte.

Ich bin davon überzeugt, dass sich Dinge ändern lassen – auch wenn Politik das sprichwörtliche „Bohren dicker Bretter” ist! – Um genau dieses Mandat werben wir, wenn wir um die Stimme der Wähler bitten – nicht dafür, dass wir das Anvertraute nur verwalten.

Das bedeutet nicht Aktionismus um jeden Preis; es bedeutet, dass Aufwand und Ertrag in einer vernünftigen Relation stehen müssen. Es bedeutet eine Abfolge immer neuer Güterabwägungen – weil eine Entscheidung für etwas immer eine Entscheidung gegen etwas anderes ist. Das kann aber nicht bedeuten, dass uns der Mut zu Entscheidungen, zu Veränderungen fehlt, weil ja immer irgendwo ein Risiko lauert.

Für die Vertreterin einer Partei, die von eigenen Mehrheiten weit entfernt ist, bedeutet das, unermütlich zu werben: um Partner und Unterstützer für die Ziele, die wir für erstrebenswert halten.

Das ist mein Antrieb, mich „in den Ring” der Politik zu begeben – und gleichzeitig meine Botschaft, mit der ich in den nächsten Monaten die Menschen in meiner Nähe „mitzunehmen” versuche … meine persönliche Variante von „German Mut“.

Ich möchte mit Ihnen aus den unterschiedlichsten Perspektiven darüber sprechen, wie wir hier in unserer Stadt und in unserem Land miteinander leben wollen. Ich freue mich auf viele Gelegenheiten, Ihnen zu erläutern was ich damit meine:

Die Zukunft hat die Farbe, die wir ihr geben.

Anita Rick-Blunck

FDP Vorsitzende Bergisch Gladbach

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