Obwohl der Rheinisch-Bergische Kreis der wohlhabendste in ganz NRW ist, liegen die Mieten im Durchschnitt nur knapp über dem Landesniveau. Und sie sind im vergangenen Jahr auch nur mäßig gestiegen, heißt es im neuen Wohnungsmarktreport der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG). In der Stadt Bergisch Gladbach sieht das allerdings ganz anders aus.

Rhein-Berg verfügt über die höchste Kaufkraft in NRW, daher gehört der Mietmarkt laut LEG zu den „relativ hochpreisigen Regionen”, die Leerstandsquote von 2,6 Prozent war 2014 bereits relativ gering. Die mittlere Angebotsmiete habe 2015 7,31 Euro pro Quadratmeter betragen. Damit lag sie 93 Cent über dem NRW-Wert und war die vierthöchste aller Landkreise.

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Bittere Fakten zu Rhein-Berg
Der Rheinisch-Bergische Kreis ist der wohlhabendste Landkreis in ganz NRW, die durchschnittliche jährliche Kaufkraft der Einwohner liegt mit 25.765 Euro um 15 Prozent über den Landesdurchschnitt.

Die Arbeitslosenquote von 6,3 Prozent im Jahr 2014 war im Landesvergleich unterdurchschnittlich, die Beschäftigungsdynamik innerhalb des Kreises jedoch nur mäßig: Das Plus von 11,2 Prozent bei den sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten zwischen 2005 und 2015 lag deutlich unter dem NRW-Anstieg von 15,3 Prozent.

Der Rheinisch-Bergische Kreis zeigt Anzeichen von Überalterung: Die Anteile der dort ansässigen 41- bis 60-Jährigen sowie der über 60-Jährigen gehörten im Jahr 2014 beide zu den höchsten aller 54 Kreise und kreisfreien Städte in NRW.

Die Bevölkerung nahm in den letzten Jahren nur unwesentlich zu. Die Prognose des Statistischen Landesamts Nordrhein-Westfalen sagt zudem von 2014 bis 2030 eine Stagnation der Einwohnerzahl voraus, bis 2040 aber ein Plus von 7,6 Prozent bei der Haushaltszahl.

Die Bautätigkeit war im Rheinisch-Bergischen Kreis im Jahr 2014 mit 5,8 fertiggestellten und 6,3 zum Bau genehmigten Wohnungen pro 1.000 Bestandswohnungen im Landesvergleich leicht überdurchschnittlich.

Der Mietanstieg war mit 1,8 Prozent von 2014 bis 2015 und 7,7 Prozent in den letzten fünf Jahren eher mäßig. Für das preiswerteste Zehntel der angebotenen Wohnungen seien die Mieten 2015 sogar um 0,8 Prozent günstiger gesunken. Ihr Mittelwert von 5,20 Euro lag allerdings nach wie vor weit über dem Landesmittel von 4,44 Euro.

Spitzenmieten in Bergisch Gladbach

Innerhalb des Kreises gibt es ein sehr deutliches Gefälle vom Kölner Stadtrand bis nach Wermelskirchen im ländlichen Nordosten.

Alle Spitzenmärkte liegen in Bergisch Gladbach. Die höchste mittlere Angebotsmiete von 8,42 Euro wurde in Alt-Refrath und Frankenforst verlangt, wo es einen fast unmerklichen Übergang in die Nachbarstadt Köln gibt.

Hintergrund: Angebotsmieten
Die im LEG-Report genannten Mieten sind Angebotsmieten, also die Mieten, die von den Anbietern bei einer Neuvermietung verlangt werden.

Im Unterschied zu Bestandsmieten, die auf abgeschlossene Mietverträgen aus der Vergangenheit basieren, spiegeln Angebotsmieten die Werte aus den aktuellen Wohnungsinseraten vor Abschluss eines Mietvertrags wider.

In Standorten mit Nachfrageüberhang (wie in Bergisch Gladbach) ist davon auszugehen, dass die Angebotsmiete der Neuvertragsmiete entspricht.

In Bensberg waren es 21 Cent weniger. Hier gibt es das stärkste hochpreisige Segment in RheinBerg: Das teuerste Zehntel der angebotenen Wohnungen kostete im Mittel 11,73 Euro pro Quadratmeter. Zudem sind die hier angebotenen Wohnungen die mit Abstand größten im Kreis: Im Mittel umfassten sie im Jahr 2015 rund 87 Quadratmeter.

Hintergrund: So sieht es in anderen Städten aus
Rösrath (PLZ 51503) hat mit 7,23 Euro die höchsten mittleren Angebotsmieten.

Der wohlhabendste Ort im Kreis ist das Odenthal mit einer mittleren Haushaltskaufkraft von 5.496 Euro, damit auf Rang 5 aller Postleitzahlgebiete in NRW. Zugleich ist die mittlere Angebotsmiete von 7,18 Euro nur mäßig. Daher verzeichnete Odenthal die kreisweit niedrigste Wohnkostenquote von 15,2 Prozent.

Die Angebotsmiete in Overath beträgt 7 Euro, in Wermelskirchen 6,20 Euro.

In Burscheid und Wermelskirchen waren im unteren Marktsegment sogar noch Wohnungen für weniger als 5 Euro im Angebot.

Ähnlich sind die Konditionen im Westen und Süden von Bergisch Gladbach (PLZ 51469). Auch hier machen sich die Nähe zu Köln und zum S-Bahn-Anschluss bemerkbar. Allerdings hätten die Bürger hier im Schnitt die geringste Kaufkraft des gesamten Kreisen.

Bei einer hohen mittleren Angebotsmiete von acht Euro führt das dazu, dass hier die Bewohner einen weit überdurchschnittlichen Anteil ihres Einkommens für die Miete ausgeben müssen. Der Anteil der Warmmiete an der Haushaltskaufkraft beträgt 21,4 Prozent. Ähnlich, aber nicht ganz so drastisch, sieht es in den Innenstadtbereichen von Bergisch Gladbach (PLZ 51465) aus. Im Norden von Bergisch Gladbach (PLZ 51467) ist die mittlere Kaufkraft die stadtweit höchste mit 5.025 Euro.

Dokumentation: Der gesamte LEG-Report für Rhein-Berg

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Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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