Am S-Bahnhof wird gebaut: Im Winter soll der Bahnsteig tiefer gelegt werden.

Der Nahverkehr Rheinland und die Deutsche Bahn haben mit ihren Werbeaktionen in Bergisch Gladbach für einige Verwirrung gesorgt, die sich nur allmählich auflöst. Bereits am Donnerstagabend hatte Bürgermeister Lutz Urbach dementiert, dass ein zweites S-Bahngleis und damit eine Taktverdichtung in absehbarer Zeit kommen werde. Jetzt legt die zuständige Stadtverkehrsgesellschaft, die mit den diversen Bahngesellschaften in direktem Kontakt steht, nach.

Demnach gibt es in Sachen S-Bahnhof Bergisch Gladbach diverse Projekte – mit sehr unterschiedlichem Zeithorizont.

Schon in den nächsten Monaten soll der gesamte bestehende Bahnsteig für die S-Bahnline S11 tiefer gelegt werden – damit auf der gesamten Länge ein barrierefreier Einstieg möglich ist, erläutert jetzt Willi Schmitz, Geschäftsführer der Stadtverkehrsgesellschaft. Dieser Umbau solle bereits Anfang 2017 abgeschlossen werden.

Ein Zeitplan, der laut Schmitz machbar ist. Wie der Umbau bei laufendem Betrieb konkret bewerkstelligt werden soll, ist jedoch noch nicht klar. Im Laufe des Jahres folgt dann ein kosmetischer Ausbau des Bahnhofs – zum Beispiel durch eine Bedachtung und eine neue Beschallungsanlage.

Der Ausbau der Strecke mit einem zweiten Gleis bis Dellbrück wird zwar geplant, stellt Schmitz „hocherfreut” fest. Immerhin werde darüber bereits seit mehr als 25 Jahren geredet.

Allerdings werde jetzt erst einmal ausgiebig weiter geplant. Mit einem völlig offenen Ergebnis. Daher handele es sich bei der Unterzeichnung der Planungsvereinbarung am Freitag nur „um den ersten Schritt auf einem noch langen Weg, bis tatsächlich das 2. Gleis liegt und der Takt verdichtet werden kann”.

Sechs Gleise – aber nur eins ist für die S-Bahn nutzbar

Die DB Netz und der Nahverkehr Rheinland, so die Stadtverkehrsgesellschaft, gehe zunächst von einer Planungszeit von zwei Jahren aus. Auch in finanzieller Hinsicht sei derzeit völlig offen, wie und wann es dann mit dem Bau weitergeht.

Ende 2018, nach Fertigstellung der Planungen durch die DB, sei dann vor allem entscheidend, ob die Finanzierung der Maßnahme „Bahnknoten Köln” über ein neues Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz des Bundes gesichert ist. Auch das werde sich erst in den kommenden beiden Jahren herausstellen.

Grundstücke für das 2. Gleis besitzt die Bahn bereits

Bei der Planung der zweigleisigen Strecke ist die Stadt Bergisch Gladbach in zahlreichen Punkten direkt betroffen – und daher auch beteiligt. Dabei gehe es in erster Linie um die Planungen zu den vorhandenen Bahnunterführungen Franz-Hitze-Straße, Damaschkestraße und Buchholzstraße sowie die grundsätzlichen Planungen zum Bahnübergang Tannenbergstraße.

Hier, so deutet die Stadtverkehrsgesellschaft an, gibt es durchaus Konfliktpotenzial zwischen den Beteiligten. Daher sei es wichtig, einvernehmliche und auch umsetzbare Lösungen zu erarbeiten.

Die für den zweigleisigen Ausbau benötigte Trasse auf Bergisch Gladbacher Stadtgebiet befinde sich bereits zu 99,9 Prozent im Eigentum der DB Netz. Daher werde es in der Grundstücksfrage kaum zu Problemen kommen.

Dokumentation: Infobroschüre zum Bahnhof-Ausbau

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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2 Kommentare

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  1. Mir erschließt sich nicht so ganz die Logik, warum man die Bauarbeiten in den Winter legt, zumal es für einige Arbeiten üblicher Weise mehrtägig frostfrei sein muss.
    Der Behelfsbahnsteig ist aus Metallblechen, dass die Fußsohlen beim langen stehen besonders schnell durchkühlen.

    Auch wird immer wieder ein zweites Gleis angesprochen, ohne konkret zu werden. Es wäre doch schon mal ein Schritt in die richtige Richtung, wenn in Duckterath ein kurzes Ausweichgleis mit Oberleitung liegen würde, um Gegenverkehr durchzulassen. Damit erhöht sich zwar nicht die Taktung, doch es bräuchte so keine Bahn mehr ausfallen, nur weil die vorherige Verspätung hat.

  2. Ich würde den Bahnsteig nicht tiefer legen, sonder auf ganzer Länge erhöhen. Bis jetzt gibt es nur unmittelbar vor dem Dach eine Erhöhung die sich über zwei oder drei Türen erstreckt.