Archivbild. Foto: Danny Klünder

Aktualisierung, 12.9.2016: Von den acht Irakern hat nur das Ehepaar mit dem kleinen Kind Asyl beantragt und wurde in die Erstaufnahme nach Dortmund gebracht, wo der Asylantrag bearbeitet wird. Die anderen fünf Personen haben laut Kreisverwaltung angegeben, in Deutschland kein Asyl beantragen zu wollen. Sie sollten an die Bezirksregierung überstellt werden, sind nach der Übernachtung in Katterbach aber einfach verschwunden, so die Kreisverwaltung.

Der ursprüngliche Beitrag vom 11.9.2016:

Die Polizei hat am Samstagvormittag auf der Raststätte Königsforst-West acht Menschen aus einem polnischen Kühl-Transporter befreit. Ein anderer Lkw-Fahrer hat den polnischen Fahrer des Kühl-Lkw auf  Klopfgeräusche aus dem Auflieger aufmerksam gemacht. Der Fahrer informierte die Polizei, die den plombierten Kühlwagen öffnete und zwischen einer gekühlten Ladung Schokolade sechs Männer, eine Frau und ein dreijähriges Mädchen fand.

Die Flüchtlinge wurden vor Ort vom Rettungsdienst der Malteser versorgt. Nach Angaben der Polizei ging es ihnen trotz der Temperatur von nur 13 Grad im Lkw vergleichsweise gut. Der Notarzt schickte nur das Kind zur Überprüfung ins Krankenhaus, dort wurde das Mädchen aber rasch entlassen.

Die Erwachsenen wurden zur zentralen Wache in Bergisch Gladbach gebracht, wo sie fotografiert und die Fingerabdrücke gesichert wurden. Nach ersten Vernehmungen, so die Polizei weiter, handelt es sich bei der Gruppe um Iraker, die nicht nach Deutschland, sondern nach England wollten.

Der Fahrer war jedoch auf dem Weg nach Süddeutschland. Er kam aus England, war von Dover nach Calais übergesetzt und hatte in Belgien auf einem Großparkplatz übernachtet. Dort stand er zwischen Lastwagen, die auf dem Weg nach England waren. Offenbar waren dort die Iraker in den Auflieger gebracht worden; Schlepper müssen die Türen dann von außen verschlossen und neu plombiert haben.

Zunächst in Bergisch Gladbach untergebracht

Der Lkw-Fahrer machte sich am Samstagmorgen auf den Weg nach Deutschland und legte in Rösrath eine Pause ein.  Er wurde nach seiner Vernehmung entlassen; laut Polizei gibt es keine Anhaltspunkte, dass
er von den Flüchtlingen in seinem Kühlraum wusste.

Das weitere Verfahren hat zunächst das Kreisausländeramt übernommen. Nach einem Datenabgleich wurde die gesamte Gruppe für das Wochenende in Bergisch Gladbach untergebracht. Schon am Montag aber werden sie in eine Landesunterkunft in Dortmund gebracht, wo das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge über den weiteren Verbleib entscheidet, teilte ein Sprecher des Rheinisch-Bergischen Kreises mit.

Wer ist für den Asylantrag zuständig?

Grundsätzlich müssen die Flüchtlinge dort ihren Asylantrag stellen, wo sie die EU betreten haben. Das sieht das Dublin-Abkommen der EU vor. Allerdings hat Deutschland von diesen Rückführmöglichkeiten in den vergangenen Monaten wenig Gebrauch gemacht. Zudem gibt es praktische Probleme, wenn die Flüchtlinge an der EU-Außengrenze nicht registriert wurden. In diesem Fall könnten die Flüchtlinge über Frankreich oder Belgien eingereist sein.

Sollte sich nicht nachweisen lassen, in welchem Land die Flüchtlinge in die EU eingereist sind ist das Land zuständig, in dem der Flüchtling zum ersten Mal Asyl beantragt hat. Das könnte dann Deutschland sein.

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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