eddi-kuehn-2007

Eddi Kühn

Text: Margret Grunwald-Nonte

Ein Autorenabend der besonderen Art fand im Schildgener Begegnungs-Café Himmel un Ääd statt eine Lesung mit „leisen“, eindrucksvollen und emotionalen Tönen – in einer berührenden Atmosphäre für die kleine Gruppe der aufmerksamen ZuhörerInnen.

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Eddi Kühn beginnt nach kurzer Vorstellung seiner Person (er lebt in unserer Region, ist mit Herzblut Lehrer, Musiker, Chorleiter, er singt, komponiert, arrangiert und schreibt seit 2011) aus seinen Büchern zu lesen: Himmel und Erde – Vaters Tagebücher 1926-1946 und Mein Kopf der ist ein Zimmer (eine Zeitreise in die späten siebziger Jahre).

Eddi stellt abwechselnd ausgewählte Passagen aus den Tagebüchern seines Vaters und aus den Schilderungen eines Studentenlebens der späten Siebziger vor. Letzteres beinhaltet – wie er uns später in der anschließenden Diskussion augenzwinkernd verrät – autobiografische Züge. Eindrucksvoll, emotional dicht klingen die Tagebuchaufzeichnungen von Gerhard Kühn, Eddis Vater – anschaulich beschrieben werden Alltagserfahrungen aus dem Berlin der 30er und 40er Jahre, persönliches Erleben vor dem zeitgeschichtlichen Hintergrund der Jahre vor dem 2. Weltkrieg und währenddessen.

Dem gegenüber gestellt werden das Leben, die Träume und Sehnsüchte eines Studenten in den 70er Jahren – auch hier sind die Beschreibungen so detailliert und facettenreich, dass der Zeitgeist dieser Epoche spürbar wird. Es erscheint wie eine Zeitreise zwischen zwei Generationen, die zwar unter verschiedenen politischen und wirtschaftlichen Bedingungen gelebt haben – deren menschliche Bedürfnisse, Nöte und Sehnsüchte sich jedoch sehr ähneln.

Eddi Kühn hat es geschafft, aus der Seekiste voller Tagebücher, die der Vater seinen Kindern hinterlassen hat, nicht nur einen Lebenstraum seines Vaters – leider erst nach dessen Tod – erfüllen zu können, nämlich die literarische Verarbeitung seiner Tagebuchaufzeichnungen, sondern auch unter zeitgeschichtlichen, politischen Aspekten die Erfahrungen und das Lebensgefühl der Kriegsgenerationen (aus dem 1. und 2.Weltkrieg) für nachfolgende Generationen zu bewahren.

Im Anschluss an die Lesung folgte noch ein anregender Austausch über das Gehörte. Vertiefende Fragen der Zuhörer – in einer Altersspanne zwischen 20 und 80+ – sowie spannende und auch sehr persönliche Antworten „machten diesen Abend wunderbar rund“ und Lust auf mehr ….

Himmel un Ääd

Himmel un Ääd ist das ökumenische Begegnungscafé in Schildgen. Sie finden uns auf der Alteberger-Dom-Str. 125

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