Das Holocaust-Denkmal vor dem Kunstmuseum Villa Zanders

Das Holocaust-Denkmal vor dem Kunstmuseum Villa Zanders

Der Ganey Tikva-Verein belebt eine Tradition und veranstaltet am 9. November am Holocaust-Mahnmal im Park der Villa Zanders ein Gedenken an die Reichspogromnacht von 1938. Der Verein, der die Beziehungen zur Partnerstadt in Israel pflegt, lädt alle Bürger der Stadt ein, „dieses Gedenken an die schrecklichen Verfolgungen während der Nazidiktatur zu teilen, die mit der Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 einen ersten traurigen Höhepunkt erreichten.” Dabei, so der Verein, handele es sich nicht um eine Konkurrenz zur traditionellen Mahnwache in Heidkamp.

Der Ganey Tikva-Verein erinnert:

„In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde es unüberhörbar laut und hässlich in Deutschland, Österreich und der Tschechoslowakei: Juden wurden von Schlägertrupps misshandelt, verjagt oder gar ermordet. Manche wurden inhaftiert und verschwanden. Überall wurden Schaufenster jüdischer Geschäfte zertrümmert, jüdische Wohnungen zerstört und Synagogen in Brand gesetzt.”

Die Initiative kommt von Peter Hoffstadt, Mitglied des Ganey-Tikva-Vereins und ehemaliges SPD-Ratsmitglied. Er erinnerte sich daran, dass es am Holocaust-Mahnmal schon einmal eine Gedenkveranstaltung gegeben hatte und plädierte für einen Neustart.

Die Vereinsvorsitzende Petra Hemming stellte den Kontakt zur IGP her und fand bei Schulleiterin Angelika Wollny Unterstützung. Die Klassen 5 und 12 stellen ein kleines Programm zusammen, das von Bürgermeister Lutz Urbach und von Pfarrer Achim Dehmel, dem stellvertretenden Vereinsvorsitzenden, ergänzt wird.

Gedenken zur Reichspogromnacht in GL

  • Samstag, 5.11., 11 Uhr: Mahnwache an der Kirche St. Joseph, Heidkamp. Veranstalter: DGB, IGP-Schülervertretung, VVN-BdA
  • Mittwoch, 9.11., 18.30 Uhr; Gedenken am Holocaust-Mahnmal im Park der Villa Zanders. Veranstalter: Ganey Tikva Verein und Schüler der IGP

Die Veranstaltung sei keine Gegen- oder Nebenveranstaltung zum Gedenken in Heidkamp, zu der seit 25 Jahren Gewerkschaften, SPD die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) und die Schülervertretung der IGP einladen, betont eine Sprecherin des Ganey Tikva-Vereins.

Gerade mit Blick auf die Partnerschaft mit der Stadt in Israel  sei dem Verein wichtig, das „die Vergangenheit nicht vergessen wird”. Der Verein wolle aber „in einer Zeit des zunehmenden Rechtspopulismus’ bewusst für Frieden und Vielfalt eintreten”.

Die Mahnwache in Heidkamp 2015

Die Mahnwache zur Pogromnacht in Heidkamp findet in diesem Jahr am Samstag, dem 5. November ab elf Uhr vor der Kirche St. Joseph statt. Der Titel „Gegen Ausländerfeindlichkeit und Rassismus, für Toleranz und soziale Gerechtigkeit“ zeige, so heißt es in der Einladung, „dass es um mehr geht, als um eine reine Erinnerungskultur: Aus der Vergangenheit lernen und Brücken in die Zukunft bauen. Es geht um ein friedliches und tolerantes Zusammenleben in sozialer Gerechtigkeit.”

Die Mahnwache wird getragen von der SchülerInnenvertretung der IGP, dem VVN-BdA und dem DGB im Rheinisch-Bergischen Kreis. Walborg Schröder hatte diese Veranstaltung 25 Jahre lang organisiert, hatte die Organisation 2015 aber in jüngere Hände gegeben. Dennoch wird sie auch in diesem Jahr die Eröffnungsrede halten. Für die Stadt nimmt der stellvertretende Bürgermeister Josef Willnecker teil.

Im vergangenen Jahr hatte eine aggressive Kritik eines Antifaschisten an der deutschen Politik und Justiz für heftigen Unmut bei einem Teil der Zuhörer gesorgt.

„Fremdenfeindliche Stimmen im Keim ersticken”

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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