Schüler der Jahrgangsstufe 12 der IGP trugen Berichte von Opfern vor

Am Mittwoch gedachten rund 80 Bergisch Gladbacherinnen und Bergisch Gladbacher den schrecklichen Geschehnissen der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938, in der es unüberhörbar laut und hässlich in Deutschland wurde: Juden wurden von Schlägertrupps misshandelt, verjagt oder gar ermordet. Manche wurden in- haftiert und verschwanden. Überall wurden Schaufenster jüdischer Geschäfte zertrümmert, jüdische Wohnungen zerstört und Synagogen in Brand gesetzt.

Schülerinnen und Schüler der Integrierten Gesamtschule Paffrath (IGP) trugen zum Programm bei, zu dem Pfarrer Achim Dehmel als stellvertretender Vorsitzender des Ganey-Tikva-Vereins begrüßte. Er freute sich besonders, dass so viele junge Menschen an der Gedenkveranstaltung aktiv teilnahmen, denn für viele Jugendliche sind die Themen Nationalsozialistische Diktatur und Holocaust allenfalls aus dem Geschichtsunterricht ein Begriff.

Eine 5. Klasse der IGP trugt israelische Lieder vor

So trug am Holocaust-Mahnmal im Park der Villa Zanders eine 5. Klasse der IGP israelische Lieder vor, während sich Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 12 mit den Berichten von Opfern auseinandergesetzt hatten und diese vortrugen.

Bürgermeister Lutz Urbach berichtete darüber, dass die Reichspogromnacht in Bergisch Gladbach weniger Opfer gefunden habe, weil nur wenige Juden damals in der Stadt wohnten, jedoch ließen sich im Stadtarchiv eindeutige Zeitungsausschnitte mit entsprechenden Forderungen finden: „Schluss mit der Gefühlsduselei mit den Juden“ oder „dass die Juden in unserem Volk ausgetilgt werden“.

Bürgermeister Lutz Urbach

Lutz Urbach betonte: „Fremdenhass, Rassismus und Ungerechtigkeit dürfen in dieser Gesellschaft keinen Platz mehr haben. Auch nicht gegenüber anderen Völkern. So ist die heutige Veranstaltung nicht nur ein Gedenken an die Judenverfolgungen der Vergangenheit, zeitgleich ist sie ebenso eine Warnung für die Gegenwart und Zukunft.“

Hinweis der Redaktion: Bereits am 5.11. fand die traditionelle Mahnwache in Heidkamp statt. Fotos von Klaus Müller von der Veranstaltung finden Sie hier. 

Am Rande der Gedenkfeier wurde über die Auswirkungen des zunehmenden Populismus‘ in der Welt diskutiert. Am Abend der Präsidentenwahl in den USA ein brennendes Thema!

Zum Abschluss legten Teilnehmer Steine auf das Holocaust-Mahnmal im Park der Villa Zanders

Susanne Schlösser

engagiert sich im Arbeitskreis Ganey Tikva, der die Kontakte mit der Partnerstadt in Israel fördert.

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