Lothar Uedelhoven (rechts) und Thomas Büscher, Vorstände der VR Bank Bergisch Gladbach

Die VR Bank eG Bergisch Gladbach hat sich mit der Volksbank Rhein-Wupper eG in Opladen darauf geeinigt, die beiden Unternehmen im kommenden Jahr zusammen zu legen. Die Aufsichtsräte haben die beiden Vorstände beauftragt, eine Fusion vorzubereiten, teilte die VR Bank am Freitag in einer Presseerklärung mit; die Tageszeitungen (KSTA/BLZ und Rheinische Post) waren von den Bankvorständen bereits am Donnerstag vorab informiert worden. Endgültig entscheiden aber erst die Vertreterversammlungen beider Institute.

Der Sitz der neuen Bank soll  Bergisch Gladbach sein. Damit kann die Stadt nicht nur mit neuen Arbeitsplätzen, sondern auch mit höheren Steuereinnahmen rechnen. Die VR Bank zählt ohnehin zu den größten Gewerbesteuerzahlern der Stadt; die neue (bislang namenlose) Bank wird voraussichtlich zu den 50 größten Genossenschaftsbanken Deutschlands zählen.

Die VR Bank hatte im vergangenen Jahr das bislang von der Stadt genutzte benachbarte Büro- und Geschäftshaus an der Ecke Hauptstraße / Konrad-Adenauer-Platz gekauft, verfügt also über reichlich Platzreserven. Die Volksbank Rhein-Wupper hat ihren Sitz in Opladen und deckt das Leverkusener Stadtgebiet ab.

Die VR Bank residiert in der Fußgängerzone. Das alte Stadthaus (links) hat sie bereits gekauft.

Motiv für die Fusion der mittelgroßen VR Bank mit der nur halb so großen Volksbank in Opladen ist die Überlegung, sich als große Bank besser auf dem Geldmarkt behaupten zu können. Ziel sei eine „zukunftsfähige Genossenschaftsbank”, heißt es in der Mitteilung.

Der gesamte Bankensektor leidet unter dem niedrigen Zinsniveau und stetig steigenden Auflagen, die einen hohen bürokratischen Aufwand erfordern und damit gerade kleine Banken belasten.

Die VR Bank hatte 2015 eine Bilanzsumme von 1,231 Mrd. Euro, die Volksbank Rhein-Wupper kommt auf knapp 600 Millionen Euro. Alle Details zur Jahresbilanz der VR Bank finden Sie hier. Das Bergisch Gladbacher Institut hat 280 Mitarbeiter, die Volksbank bringt 128 Leute mit. Die zwei Vorstände aus Opladen ziehen um; wieviele Arbeitsplätze darüber hinaus verlagert werden, ist aber noch offen, erst im Sommer 2017 sollen die Gesellschafterversammlungen der beiden Genossenschaften formell über die Fusion entscheiden, die dann rückwirkend zum 1.1.2017 vollzogen werden soll.

„Die VR Bank eG Bergisch Gladbach und die Volksbank Rhein-Wupper sind wirtschaftlich starke und kerngesunde Banken. Durch den Zusammenschluss schaffen wir eine gemeinsame Genossenschaftsbank mit einer enormen Leistungsfähigkeit für unsere Mitglieder und Kunden“, erklärt Lothar Uedelhoven, Vorstandschef der VR Bank.

Beide Banken verfügten über ein „sehr attraktives Geschäftsgebiet mit enormem Marktpotenzial”, das durch die Bündelung noch besser erschlossen werden können. Im Einzugsgebieten beider Banken wohnen rund 400.000 Menschen.

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In den vergangenen Jahren war immer wieder über einen Zusammenschluss der VR Bank mit der ebenfalls deutlich kleineren Bensberger Bank spekuliert worden. Die VR Bank stehe dafür weiter zur Verfügung, gab Uedelhoven zu Protokoll.

Daran habe die Bensberger Bank (Bilanzsumme 470 Millionen Euro, 90 Mitarbeiter) nach wie vor kein Interesse, erwiderte Vorstand Helmut Krause. Und auch mit der Ausdehnung der VR Bank kein Problem: während sich die Kollegen mit der Fusion in Richtung Norden ausbreiten orientiere sich die Bensberger Bank Richtung Westen und damit nach Köln.

Auch die Raiffeisenbank Kürten-Odenthal (Bilanzsumme 600 Millionen Euro), die auch Schildgen abdeckt, erklärte gegenüber KSTA/BLZ, eigenständig bleiben zu wollen.

In Bergisch Gladbach ist als vierte Genossenschaftsbank die Sparda West mit einer Filiale vertreten, die keine Bilanzsumme ausweist, das Geschäftsvolumen für diese Zweigstelle aber mit 162 Millionen Euro angibt.

Die VR Bank und der neue Partner in Opladen betonen die Größenvorteile nach der Fusion. Sie ermögliche es beiden Banken, die Regularien der Bankenaufsicht leichter erfüllen zu können. Das fusionierte Institut werde über eine Bilanzsumme von ca. 1,9 Milliarden Euro verfügen, mehr als 415 Mitarbeiter haben, 96.000 Kunden in 24 Geschäftsstellen betreuen und 44.000 Mitglieder haben.

Die neue, größere Bank sei auch für die Mitarbeiter attraktiver als bisher, betont Uedelhoven. Er wird die Bank zunächst gemeinsam mit seinem Ko-Vorstand Thomas Büscher und den Volksbank-Chefs Hans-Jörg Schaefer und Alexander Litz führen. Ob es bei einem vierköpfigen Vorstand bleibt, zweifelt die Rheinische Post bereits an – und verweist auf die deutlich größere Sparkasse Leverkusen, die ihren Vorstand auf zwei Mitglieder reduziert hat.

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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