Mehr und mehr Menschen informieren sich im Netz und beellen bei Amazon & Co. Dabei bieten lokale Händler oft den gleichen Preis, immer den besseren Service. Mit „Kaufnah” starten wir eine Suche, die aus dem Netz zum Handel am Ort führt.

Ich habe es wieder getan. Für die Berichterstattung am Wahlabend fehlte ein Mikrofon. Mittags bei Amazon bestellt, um 20 Uhr war es da. Bequem und schnell. Doch der Stecker passte nicht zum Aufnahmegerät. Bei MS Elektronik, bei Lutz oder bei Saturn hätte ich vielleicht bis zum nächsten Tag warten müssen – aber der Stecker hätte gepasst.

Mich beraten lassen, ausprobieren und vor Ort kaufen hat also auch für mich persönlich Vorteile. Vor allem aber für uns als Stadtgesellschaft: Bergisch Gladbach braucht seinen Einzelhandel, sonst verschwinden Arbeitsplätze, Steuereinnahmen schrumpfen und die Einkaufzentren veröden.

Das Problem ist nur: oft weiß ich nicht, wo ein Geschäft ist, das ein bestimmtes Produkt führt. In Gladbach kenne ich jede Ecke, aber vielleicht in Refrath, Bensberg oder Heidkamp? Bevor ich lange suche, die Geschäfte abklappere, bestelle ich doch im Netz. 

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” order_by=”sortorder” order_direction=”ASC” returns=”included” maximum_entity_count=”500″]Genau für dieses Problem gibt es jetzt eine Lösung: Das Bürgerportal startet gemeinsam mit einem Optiker aus Bad Orb die Kampagne „kaufnah”. Dahinter steht ein Online-Ausschreibungsportal, das den direkten Weg zum lokalen Einzelhändler weist: 

Online suchen, vor Ort kaufen.

Das funktioniert für die Kunden sehr einfach: Sie tragen in das folgende Formular ein Produkt ein, dass Sie gerne kaufen würden. Oder laden ein Foto davon hoch. Das geht besonders gut mit dem Handy.  Wenn alles gut geht, bekommen Sie daraufhin konkrete Angebot von konkreten Händlern hier in Bergisch Gladbach. Wir haben ein paar Testläufe gemacht, es funktioniert. Probieren Sie es doch mal aus:

Aber bitte geben Sie uns – und den Einzelhändlern – eine Chance. Wir starten heute mit dem Projekt. Wir haben die Händlergemeinschaften zwar informiert, aber bislang hat niemand Erfahrung mit diesem Instrument.

Hinzu kommt, dass manche Einzelhändler nicht wirklich jede Stunde in ihre Mails schauen und rasch antworten. Daher kann es gerade jetzt am Anfang eine Weile dauern, bis Sie Angebote bekommen.

Hinter dem Ausschreibungsportal steht eine sehr gute Fachhändler-Datenbank und eine gute Organisation. Dietrich Dehmer, besagter Optiker aus Bad Orb, kennt die Probleme der Einzelhändler aus eigener Erfahrung und hat ein entsprechendes System entwickelt. 

Kaufnah ist keine Preissuchmaschine, um den günstigsten stationären Gewerbetreibenden zu ermitteln. Sondern eine Plattform, die dem Konsumenten die Möglichkeit bietet, sein Wunschprodukt vor Ort zu bekommen.  

Geht eine Anfrage ein, recherchieren Dehmers Mitarbeiter in der Zentrale von Kaufnah die passenden Einzelhändler, anoymisieren die Daten und stellen den Kontakt her. Die Anbieter liefern Angebote (manchmal sogar mit einem besonderen Rabatt), nennen vielleicht Alternativen oder bieten Beratung an.

Das hat für mich als Käufer einige Vorteile. Ich werde mein schlechtes Gewissen los, weil ich schon wieder bei Amazon, Zalando & Co. bestellt habe. Denn eigentlich weiß ich ja, dass der Händler vor Ort oft den gleichen Preis, immer aber den besseren Service bietet. 

Ich spare mir die lange Sucherei und werde auch noch persönlich beraten. Ich frage anonym an, es gibt kein Gefühl einer Kaufverpflichtung. Ich bekomme genaue Infos, bevor ich in den Laden gehen. Und ich entscheide nach der Kompetenz der persönlichen Antwort des Fachhändlers.

Aktualisierung: Erste Reaktionen fallen positiv aus –  in den ersten zwei Wochen haben sich rund 30 Händler aktiv beteiligt, mehr als 100 Anfragen wurden beantwortet. Dafür hat das Projekt „Onlinecity Wuppertal” viele Monate benötigt. 

Aber auch der Einzelhandel profitiert. Der Verkäufer kann zeigen was er kann: beim Produkt, beim Preis und vor allem bei der Beratung. Und das per Mail, ohne Aufwand, ohne Online-Shop. In der Testphase ist der Dienst kostenlos, später zahlt  der Händler eine Gebühr an Kaufnah.

Dabei muss der Händler keine Vorleistungen erbringen. Es zahlt keine Eintragungsgebühr, muss keine Fotos oder Texte liefern. Nur seine Mails kontrollieren – und auf Anfragen reagieren.

Wenn Sie selbst Händler sind, können Sie sich direkt bei kaufnah melden. Dann kontrolliert das Team von Dehmer, ob Ihre Daten (Adresse, Angebot, Kontaktmöglichkeiten) korrekt in der Datenbank erfasst sind. Oder Sie klicken auf den Button links und tragen sich selbst ein. Kostenlos.

Bitte geben Sie uns Rückmeldungen. Was läuft gut, was nicht? Was sollte verbessert werden?

Zum Hintergrund: Was und wo ist Kaufnah

Kaufnah ist eine Online-Ausschreibungsplattform, gegründet von Dietrich Dehmer in Bad Orb. Erste Versuche laufen bereits in Wuppertal (Online-City) gemeinsam mit Atalanda, in Göppingen ist die örtliche Wirtschaftsförderung im Boot. Jetzt aber ist Bergisch Gladbach dran, mit der ersten Partnerschaft zwischen Kaufnah und einem lokalen Medium.

Zur Person: Wer ist Dietrich Dehmer

Der Kaufnah-Gründer ist Optiker, seit 20 Jahren in Bad Orb tätig. Gleichzeitig betreibt er Kaufnah. In diesem Video stellt er sich und seine Vision vor.

Zur Sache: Warum macht das Bürgerportal dabei mit?

Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die digitale Informations-, Kommunikations- und Transaktionsplattform für die Stadt Bergisch Gladbach zu sein. Zudem wollen wir die Stadtgesellschaft stärken. Dazu gehört ein gesunder lokaler Einzelhandel. Denn nichts ist schlimmer, als eine öde oder gar tote Innenstadt. Darum sind wir dabei.

Noch Fragen? Schreiben Sie mir, Ihr gwatzlawek@in-gl.de

Noch mehr Infos für Händler:

Kaufnah löst bei Kunden und Händlern starke Resonanz aus

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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9 Kommentare

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  1. War leider ein Schuß in den Ofen :-( Meine Anfrage nach einem aktuellen Smartphone in oberen Preissegment blieb unbeantwortet. Das war’s dann wohl.

  2. @Martin Willis Wie gesagt, das Projekt steht noch am Anfang, die Zahl der teilnehmenden Händler wächst, ist aber noch gering. Daher muss je nach Anfrage recherchiert werden, bevor Kaufnah die Anfragen weiterleiten kann. Und dann kommt es darauf an, ob und wie schnell die Händler reagieren. Daher können wir zunächst nur um etwas Geduld bitten.

  3. Gestern angefragt und immer noch keine Antwort. Über Amazon hätte ich das Produkt schon im Briefkasten! Das muss besser, ansonsten wird das nix!

  4. Sehr gute Idee! Direkt ausprobiert, hat funktioniert, sogar günstiger als über Amazon! :-)

    Aber ein paar Vorschläge habe ich noch:

    – Bessere Darstellung im Smartphone wäre gut!
    – Im Angebot sollte bitte der Originalbetreff inkl. Angabe des Artikels stehen.
    – In der Angebotsemail sollte es eine direkte Kontaktmöglichkeit zum Händler geben (ähnlich zu den anonymisierten Links bei Amazon).

    Danke!

  5. Eine SEHR gute Initiative. Spannend finde ich auch die dazugehörige Diskussion. Auf Dauer werden nicht viele aus Nostalgie oder Lokalpatriotismus am Ort kaufen aber auch wir Kunden müssen uns schon mal die Frage stellen, ob wir bei jedem Kauf den letzten cent herauspressen oder auch einfach selbstverständlich immer ein wenig für den Service zahlen, dass wir lebendige Innensstädte und lokale Beratung haben. Genau da fängt dann, dass nicht immer befriedigende Wechselspiel mit dem Handel an. Ich habe mehrfach erlebt, dass Verkäufer wenig kompetent waren oder nicht gar so freundlich. Ich kaufe gerne lokal aber der Service muss stimmen.
    mfg

  6. @Heinz Adrian: Bislang noch nicht, die sind in Arbeit. Aber eigentlich ist keine App nötig – das Eingabefenster funktioniert auf jeder mobilen Website.

  7. @Benno Nuding: Das System ist supersimpel und läuft gut. Wie gesagt, jetzt kommt es darauf an, dass die Einzelhändler mitmachen und sich das ganze einspielt. Probieren Sie es aus.

  8. Super Idee. Hoffentlich ist das System so anwenderfreundlich, das es gut läuft.

  9. guten Morgen Herr Watzlawek,

    gibt es diese „kaufnah“ auch als App?

    MfG

    H. Adrian