Die Stadtverwaltung will für 10,5 Hektar Gewerbegebiet an der Brüderstraße ein Waldgebiet opfern. Naturschützer halten das für eine Fehlplanung, daher fordern die Bürgerinitiativen, den Plan zu kippen.

Das geplante, ohnehin schon unsägliche Gewerbegebiet an der Brüderstraße im Entwurf für den Flächennutzungsplan (FNP-E)  wurde durch den 1. Änderungsvorschlag der Verwaltung zur drohenden Katastrophe. Eine Verdoppelung der Gewerbefläche auf 10,5 ha erscheint wie ein Witz, ist aber Vorsatz der Planer und der Verwaltungsspitze mit Lutz Urbach und Harald Flügge.

Das ohnehin schmale und als Emissionspuffer unverzichtbare Waldstück zwischen A4 und Wohnbebauung soll bis auf einen wenige Meter breiten Streifen wegfallen. Eine unverantwortliche, die Gesundheit der Anwohner bedrohende Maßnahme.

Am 31. Juli 2017 trafen sich Experten zur Begehung dieses Gebietes. Mark vom Hofe, Vorsitzender des Rheinisch-Bergischen Naturschutzvereins (RBN) und der Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt (LNU) sowie Holger Sticht, Vorsitzender des BUND NRW und des Bündnisses „Heideterrasse“ kamen auf Einladung der BI Frankenforst, um die Situation aus der Sicht der Naturschützer zu beurteilen.

Ihr Fazit: „Allein schon aus naturschutzrechtlichen Gründen ist der FNP-E. an dieser Stelle eine Fehlplanung“, urteilt Holger Sticht. Er stellt weiterhin fest, dass „hier vorkommende geschützte Biotoptypen bisher ignoriert wurden“. Außerdem „befindet sich der betroffenen Waldstreifen innerhalb des 300-Meter-Umgebungsschutzes des FFH (Fauna-Flora-Lebensraum, Gebiete mit höchstem Naturschutz) und Vogelschutzgebietes Königsforst“.

Damit ist der Beweis geliefert, dass das Abholzen des Waldes an der Brüderstraße zugunsten eines dort völlig fehl geplanten Gewerbegebietes eine Absage an die Wohlbefindlichkeit der dort lebenden Menschen, einen Angriff auf deren Gesundheit und einen gesetzwidrigen Eingriff in die Natur darstellt.

Wir fordern die Verwaltung auf, dieses Gewerbegebiet ersatzlos zu streichen und den Gigantismus in dieser Hinsicht, der Bergisch Gladbach den Ruf der „Grünen Stadt“ abnimmt, zu beenden. 

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