Das Foto von 2015 zeigt die heutigen Kontrahenten noch als Team: Gerhard Alberts, Pascal Zahn, Benny Wilmes, Timo Schulte, Fernand Parfondry, Daniel Kirchenmayer.

Die guten Nachrichten vorweg: Das Refrather Winterdorf findet auch 2017 statt und die IG Refrather Handel hat wieder einen handlungsfähigen Vorstand; das Gespenst einer Auflösung der Händlergemeinschaft ist vom Tisch.

„Refrath ist Sieger,” verkündete der alte und neue Vorsitzende der IG Refrather Handel, Daniel Kirchenmayer in einer Presseerklärung, die der Handelsverband NRW-Rheinland am Donnerstagnachmittag veröffentlichte. Gewinner sind die Betreiber der Almhütte. Es gibt aber auch einen Verlierer. 

Erst ganz am Ende und ganz am Rande erwähnt der Einzelhandelsverband den Gastronomen Gert Alberts. Und zwar als einer von drei Partnern, die einen Dreijahres-Vertrag über den Weihnachtsmarkt geschlossen hatten. Eine Mitgliederversammlung der IG, so der Einzelhandelsverband, habe entschieden, „dass der Weihnachtsmarkt zukünftig ohne Weihnachtspyramide durchgeführt wird”. 

Nach wie vor sind die Hintergründe nicht ganz transparent, weder Kirchenmayer noch Alberts waren am Donnerstagabend zu erreichen.

Klar ist, dass Alberts und die „Refrather Events TBP UG” von Timo Schulte, Pascal Zahn und Benny Willmes die Weihnachtsmärkte gemeinsam organisieren sollten, in einer friedlichen Koexistenz der Almhütte der Refrather Events und der Weihnachtspyramide von Alberts, der auch die anderen Imbissbuden betrieb.

Die Weihnachtspyramide bleibt 2017 im Lager

2015 ging das gut, 2016 gab es ordentlich Krach. Die Männer von der Almhütte sprachen von unhaltbaren Zuständen und kündigten die Zusammenarbeit mit Alberts einseitig auf.

Der Vorstand der IG hatte jedoch offenbar Bedenken, ob das ohne Schadenersatzforderungen juristisch durchgeht, stand plötzlich selbst im Zentrum heftiger Kritik und kündigte den Rücktritt an. Die Lokalzeitung sah schon ein Ende des Weihnachtsmarktes und eine Auflösung der IG. 

Kampfabstimmung bringt klares Ergebnis

So kam es nicht. Schulte, Zahn und Willmes erzwangen eine außerordentliche Mitgliederversammlung und damit eine Kampfabstimmung: entweder die Almhütte oder die Weihnachtspyramide. Einige Missverständnisse wurde ausgeräumt, dann war die Entscheidung klar: Alberts und seine beliebte Pyramide sind raus. Das Winterdorf ist wieder in alleiniger Hand der Almhüttler.

Ob es noch ein juristisches Nachspiel geben wird bleibt offen. Das Kirschblütenfest wird 2018 noch ein (letztes?) Mal von Alberts organisiert. 

In der IG selbst geht es weiter wie zuvor. Der geschäftsführende Vorstand wollte von Rückzug nichts mehr wissen, der gesamte Vorstand wurde entlastet und neu gewählt. Einstimmig. 

Die Almhütte bietet ein breites Musikprogramm. Foto: Andreas Weinand

Die Einordnung ins große Bild kommt von Marcus Otto, dem Geschäftsführer des Handelsverbandes NRW-Rheinland: „Für den Einzelhandel in Refrath ist der Weihnachtsmarkt wichtig. Das ist ein bedeutender Baustein im Kampf gegen die Weihnachtseinkäufe im Internet. Unser Ziel ist es die Kunden in die Geschäfte zu führen. Unser Ziel ist es nicht, Unstimmigkeiten in der Öffentlichkeit zu diskutieren.“

„Weihnachten kann kommen”, verkündet die IG Refrather Handel auf ihrer Facebookseite in einem Beitrag mit einem Foto von Schulte, Zahn und Wilmes. Und proklamiert: „Ein Dorf und eine Seele.”

Nach Angaben von KSTA/BLZ fiel die Entscheidung zugunsten der Almhütte mit 17 gegen 22 Stimmen. Das spricht eher für ein gespaltenes Dorf. 

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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1 Kommentar

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  1. Vorab, mein Mann und ich kommen aus Siegen, sind somit keine Refrather.

    Allerdings sind wir Großeltern 2er kleiner Refrather und die sind genau wie wir sehr enttäuscht vom diesjährigen Winterdorf. Sowohl optisch, als auch “inhaltlich”. Von weihnachtlicher Stimmung keine Spur.
    Kaum “Buden” plus die fehlende Weihnachtspyramide und die offensichtlich dazugehörigen Imbissbuden sind die eine Enttäuschung. Aber, und das wiegt viel schwerer für unsere Enkel – wo ist das Kinderkarusell, auf dem selbst 1 jährige schon alleine fahren können? Der Große (3 1/2 J.), freute sich seit Wochen auf dieses Karusell, weil er jetzt endlich groß genug ist, um auf einem Pferd oder Motorrad zu sitzen. Die letzen Male (auch Kirschblütenfest) kam er noch nicht mit den Füßen auf den Boden und durfte daher diese nicht benutzen. Außerdem wollte er auch zum 1. Mal mit seiner kleinen Schwester (7 Monate) zusammen in der Bimmelbahn fahren.
    Können Sie sich seine Enttäuschung und den traurigen Blick vorstellen? Mir hat es das Herz zerissen.
    Das neue Karusell ist absolut kein Ersatz – da es nur für größere Kinder geeignet (wir waren Zeuge, als ein ca. 2 jähriger bitter geweint hat vor Angst und der Betreiber das Karusell anhalten musste),ohne ein schützendes Dach und der Standort (früher Pyramide) extrem zugig ist. Bei Regen nicht zu nutzen.

    Lieber IG Refrather Handel – Sie wollen Kunden anlocken? So aber nicht!
    Wir kommen jetzt bereits das 4. Mal zum Winterdorf und ich habe in Ihren Geschäften das ein oder andere Weihnachtsgeschenk gekauft, während mein glücklicher Enkel von Opa bewacht, auf dem Karusell saß und seine Freude hatte.
    Ihr kleines, beschauliches “Einkaufszentrum” samt Winterdorf wird tagsüber überwiegend von Großeltern wie uns und Müttern mit Kleinkindern und Säuglingen besucht. Unser Enkel war nicht das einzige enttäuschte Kind. Und wenn`s den Kleinen nicht gefällt, kaufen auch Oma und Opa nicht zusätzlich ein – sondern gehen wie wir, durchgefroren, traurig und hungrig wieder nach Hause. Und Wiederkommen ist nicht nötig. So verliert man Kunden.