Die Pyramide im alten Glanz.  (Archivbild)

Wer heute am Peter-Bürling-Platz vorbei kam, erlebte eine Überraschung: die schon verloren geglaubte Weihnachtspyramide wird für das Refrather Winterdorf aufgebaut. Der Neu-Refrather Gastronom Gerhard Alberts hat das traditionelle Wahrzeichen des Weihnachtsmarkts aus Bonn zurückgekauft.

Damit kehrt der Markt jetzt aber nicht zu den alten Zeiten zurück, sondern zu einer neuen Koexistenz von Pyramide und Almhütte, von „AfterSause” und Nikolaus.

Freimütig räumt Timo Schulte ein, dass es 2014 mit der lautstarken Gaudi etwas zu weit ging. Schulte, der mit Pascal Zahn und Benni Wilmes die Refrather Events UG gegründet und das Winterdorf vor drei Jahren neu erfunden hatte, nimmt die Kritik der Anwohner ernst, die sich über den Lärm bis Mitternacht und darüber hinaus beschwert hatten.

Gerhard Alberts, Pascal Zahn, Benni Wilmes, Timo Schulte, Fernand Parfondry, Daniel Kirchenmayer.

Schulte, Zahn und Wilmes als Betreiber der Almhütte haben sich mit dem Veranstalter, der IG Refrather Handel e.V. und Gerhards Alberts, dem Betreiber der Gastronomie-Buden, an einen Tisch gesetzt und eine neues, ausbalanciertes Konzept abgesteckt.

Heiligabend ist Feierabend

Die größte Änderung: das Winterdorf wird wieder ein echter Weihnachtsmarkt und hört damit am 24. Dezember auf. Die schlappen Tage zwischen den Jahren, aber auch die krachende Silvesterparty fallen aus.

Das Bühneprogramm hört bereits um 20 Uhr auf, in der Almhütte wird um 21:45 zur letzten Runde aufgerufen – und eine Platzwache sorgt dafür, dass um 22 Uhr wirklich Ruhe einkehrt.

Der Nikolaus kommt nach Refrath. Nicht der Weihnachtsmann.

Die Weihnachtsbeleuchtung, auch das immer ein sensibler Punkt, wird „wieder liebevoller gestaltet”, verspricht Schulte. Der Nikolaus heißt wieder Nikolaus und nicht Weihnachtsmann, und auch die Krippen kehren zurück.

Die große Bühne wird jetzt gegenüber der Reibekuchenhütte aufgebaut, womit sich der Platz etwas weiter öffnet – und bietet in diesem Jahr einen ausgwogenen Mix: viel Weihnacht, viele Programmpunkte für Kinder, aber auch Pop und Rock für die etwas ältere Generation.

Ein Klick vergrößert das Programm

„Wir sprechen die Anwohner mit einem Rundschreiben an und richten eine Hotline ein; wir wollen in unserem dritten Jahr alles etwas besser machen – für Refrath und mit Refrath,” verspricht Schulte mit Blick auf die Beschwerden aus dem vergangenen Jahr.

Aber auch das Ordnungsamt hatte sanften Druck in Richtung Besinnlichkeit ausgeübt; immerhin ist der Status „Weihnachtsmarkt” mit einer starken Reduzierung der Platzmiete verbunden.

Die Mielenforster Musikanten sorgen in der Almhütte für Stimmung. Spielen aber nur bis 20 Uhr. Foto: Andreas Weinand

Für die Sicherheit wird es eine Nachtwache und eine Kameraüberwachung geben; und die Gasflaschen (die im vergangenen Jahr in Brand gerieten) werden nur noch in sehr reduzierter Zahl auf den Platz kommen.

Neu-Refrather holt die Pyramide ins Dorf zurück

Für einen echten Überraschungsknaller sorgt jedoch Gerhard Alberts, der 2013 zum ersten Mal nach Refrath gekommen war, sich als Norddeutscher so sehr in das Dorf verliebt hatte, dass er inzwischen hierher gezogen ist.

Er erkannte sofort die Chance, als die Weihnachtspyramide plötzlich wieder zum Verkauf stand: „Ich habe schon viele Pyramiden gesehen, aber dieses Exemplar ist einmalig”, schwärmt der Gastronom, „mehr Weihnachten geht nicht”.

Die Weihnachtspyramide. (Archivbild)

Inzwischen ist die Pyramide im Refrather Gewerbegebiet überholt und von ihren Anbauten befreit worden. Sie soll einträchtig neben der Almhütte als Anziehungsmagnet für das Winterdorf dienen. Denn auch Alberts will nicht zurück zum typischen Weihnachtsmarkt, sondern lobt die ungewöhnliche Atmosphäre in Refrath: „Das ist weniger ein Markt, sondern viel mehr ein Treff, wo man nach der Arbeit noch mal schnell hin geht.”

Damit muss allerdings das Winterdorf-Lied aus dem vergangenen Jahr neu getextet werden:

Daniel Kirchmayer, Vorstand der IG Refrather Handel, ist sich sicher, in der Kombination von Pyramide und Almhütte das Optimum gefunden zu haben. Damit habe Refrath etwas etabliert, auf das „Gladbach und Bensberg mit Recht neidisch sind”.

Die IG ist zwar der Veranstalter des Winterdorfs, hat das geschäftliche Risiko aber an die beiden Betreiber der gastronomischen Einrichtungen, an die Events UG und an Albertz abgegeben. Die Einzelhändler beteiligen sich aber als Sponsoren für die Gemeinkosten, wie zum Beispiel die festliche Beleuchtung und das kostspielige Showprogramm auf der Bühne.

Einer der Höhepunkte im Vorjahr: Cat Ballou auf dem Peter-Bürling Platz

Das kann dafür aber auch mit einigen Highlights aufwarten: So stehen die Räuber, Graham Bonney und das Jimmy Kelly Trio auf dem Programm. Für viele Refrather ist aber auch die „AfterSause” mit den Mielenforster Musikanten an jedem Mittwoch um 18 Uhr ein Muss.

Los geht es schon am nächsten Montag, dem 23.11., die offizielle Eröffnung mit dem Bürgermeister findet am 28. November statt, am folgenden Sonntag sind die Geschäfte geöffnet. Der große Nikolausumzug findet natürlich am 6. Dezember statt.

Im vergangenen Jahr hatte der Rheinisch-Bergische Kreis das Winterdorf porträtiert:

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G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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