Tülay Durdu kandidiert für die SPD bei der Landratswahl im Rheinisch-Bergischen Kreis

Tülay Durdu wurde in Bensberg geboren und wuchs in Hoffnungsthal auf. Zwischenzeitlich lebte die Tochter türkischer Eltern einige Jahren in Köln, kehrte aber vor zehn Jahren nach Rösrath zurück und fand dort ihre familiäre und politische Basis. 

Sie ist Kauffrau für Bürokommunikation und Wirtschaftsfachwirtin, hat fast ihr ganzes Berufsleben bei der  TÜV-Rheinland InterTraffic GmbH verbracht. Dort ist sie jetzt Referentin Vertrieb & Marketing. In dem Unternehmen hat sie 2008 den Betriebsrat mitgegründet und war von 2013 bis 2014 Vorsitzende des Arbeitnehmergremiums. Deutsche Staatsbürgerin wurde sie mit 28 Jahren, den türkischen Pass gab sie dafür ab. 

Ebenfalls 2008 kam Durdu in Rösrath für die SPD als sachkundige Bürgerin in den Stadtrat, seit 2014 ist sie reguläres Ratsmitglied, zudem sachkundige Bürgerin im Kreistag. 

Dieses politische Engagement will Durdu jetzt zum Beruf machen – sie tritt bei der Landratswahl am kommenden Sonntag für die SPD an und will die erste Frau an der Spitze des Rheinisch-Bergischen Kreises werden: „Ich will im Kreistag auf meine Art und Weise etwas bewegen. Ich bin Frau, Ehegattin, Mutter, habe Migrationshintergrund – das alles macht mich aus”, sagte sie in einem Interview mit der Rheinischen Post. 

Was ist ein Landrat, was macht er, was verdient er?
Der Landrat wird direkt gewählt, wie ein Bürgermeister. Als „hauptamtlicher kommunaler Leitungsbeamter“ verdient er rund 100 000 Euro brutto plus etwas mehr als 30.000 Euro für zusätzlich wahrgenommene Ämter (abzüglich der an den Kreis abzuführenden Gelder).

Der Landrat muss aber nicht nur ein erprobter Verwaltungsfachmann, sondern auch ein gewieften Politiker sein. Denn er hat viele Job und Aufgaben – die die Bürger ziemlich direkt betreffen.

Er ist Chef der Kreisbehörde, die mehr als 1000 Menschen beschäftigt, in so beliebten Einrichtungen wie etwa dem Kraftfahrzeugamt.

Er ist Chef der Kreispolizeibehörde – und damit oberster Polizist des Rheinisch-Bergischen Kreises.

Er ist Vorsitzender des Kreistag, dessen Sitzungen er leitet. Der Landrat hat im Kreistag normales Stimmrecht – wie jedes andere Mitglied.

Er beaufsichtigt die Gemeinden – und ist in den Zeiten der kommunalen Finanznot dadurch ein sehr wichtiger Mann geworden, denn er beaufsichtigt in erster Instanz die Nothaushalte der Kommunen – und schreitet ein, wenn die Vorgaben nicht erfüllt oder gar getrickst wird.

Er ist der lokale Verbindungsmann der Landesregierung – und muss sie über alles landespolitisch Relevante in seinem Landkreis informieren.

Man merkt, der Landrat führt ein Doppelleben, als Beamter und Politiker. Daraus ergeben sich auch seine unterschiedlichen formalen Kompetenzen. Im Bereich der Aufgaben des Landkreises ist er die Beschlüsse des Kreistages und seiner Ausschüsse gebunden, als Chef des staatlichen Landratsamtes aber an die Weisungen der staatlichen Mittel- und Oberbehörden. In diesem Bereich hat der Kreistag nichts zu sagen.

Warum muss jetzt ein neuer Landrat gewählt werden? Wie? Für wie lange?
Der amtierende Landrat Hermann-Josef Tebroke (CDU) kandidiert für seine Partei für den Bundestag. Daher hat er sein Amt zur Verfügung gestellt, der Nachfolger wird parallel zur Bundestagswahl am 24.9. gewählt. Gewählt ist, wer mehr als 50 Prozent der Stimmen erhält. Sollte im ersten Wahlgang keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit erhalten gibt es am 8. Oktober eine Stichwahl.

Normalerweise dauert die Amtszeit des Landrats sechs Jahre – in diesem Fall sind es aber ausnahmsweise acht Jahre: NRW hatte 2007 die Amtszeit der Bürgermeister und Landräte von 5 auf 6 Jahre verlängert. Damit erfolgte eine Entkopplung von den allgemeinen Kommunalwahlen. 2013 wurde dies wieder rückgängig gemacht. Künftige Wahlen sollten dann wieder zeitgleich mit den Kommunalwahlen stattfinden. Um dieses landeseinheitlich zu erreichen, hat der Gesetzgeber Übergangsregelungen getroffen.

In den Fällen, in denen die Amtszeit innerhalb der ersten drei Jahre der laufenden Wahlperiode des Rates bzw. Kreistags endet (bis 31.05.2017), werden die neuen Amtsinhaber bis zum Ablauf der Wahlperiode (30.10.2020) gewählt. Endet die Amtszeit jedoch nach dem 31.05.2017 und dies ist im Rheinisch-Bergischen Kreis der Fall, wird die/der Neugewählte bis zum Ende der dann folgenden Wahlperiode und somit bis zum Jahr 2025 gewählt.

Wer darf den Landrat wählen?
Wahlberechtigt für die Wahl ist derjenige, der am Wahltag das 16. Lebensjahr vollendet hat, Deutscher ist oder die Staatsangehörigkeit eines Mitgliedstaates der Europäischen Gemeinschaft besitzt, seit mindestens dem 16. Tag vor der Wahl im Wahlgebiet des Rheinisch-Bergischen Kreises seine Wohnung, bei mehreren Wohnungen seine Hauptwohnung hat und nicht vom Wahlrecht ausgeschlossen ist.

Zu ihren politischen Schwerpunkten zählt Durdu unter anderem die Themen Kinderbetreuung und Cybermobbing, demografischer Wandel und Pflege, die Bekämpfung von Arbeitslosigkeit sowie Mobilität im ländlichen Raum. Lernen Sie die SPD-Politikerin in unserem Fragebogen näher kennen.

Wie starten Sie in den Tag?
Mit einer Tasse Kaffee und über meine App die Nachrichten lesen.

Was wollten Sie als Kind werden? Polizistin

Und was sind Sie geworden? Referentin für Vertrieb und Marketing

Wohin laden Sie Kollegen/Geschäftspartner am liebsten ein?
Kollegen – zu mir zu nach Hause. Geschäftspartner lade ich in ein gut geführtes Restaurant ein.

Wohin gehen Sie gerne mit Familie/Freunden?
Mit meiner Familie reise ich sehr gerne und möchten so viele Länder, Städte und Kulturen sehen und kennenlernen. Die Wahner Heide ist von uns fußläufig ein paar Minuten entfernt. Das nutzen wir zu jeder Jahreszeit mit Familie und Freunden zum Spazieren sehr gerne.

Wohin gehen Sie, wenn Sie ganz für sich sein wollen?
Im Sommer auf meine schöne Terrasse im Winter in meine Leseecke mit einem interessanten Buch.

Wie sieht für Sie ein perfekter Tag aus?
Wenn ich ganz viele glückliche Menschen erlebe und ich dazu beigetragen habe.

Tee oder Kaffee; Bier oder Wein? Kaffee, Rotwein und Wasser

Was ist für Sie das größte Unglück? Kriege, Krankheiten, Ungerechtigkeiten …..

Bitte ergänzen Sie: der Kreis RheinBerg ist …
Im RBK bin ich auf die Welt gekommen und aufgewachsen. Hier ist meine Heimat hier bin ich Zuhause und hier möchte ich alt werden.

Lesen Sie mehr: Alle Beiträge zur Wahl des Landrats

Was ist RheinBergs größter Pluspunkt?
Ländliches Flair mit städtischem Charakter und die Nähe zu Großstadt Köln.

Was ist RheinBergs größtes Problem? Leider die Verkehrssituation

Wenn Sie drei Wünsche für RheinBerg frei hätten, …
… würde ich die Verkehrssituation verbessern, mehr Freizeitangebote für Jung und Alt schaffen und das ländliche Flair erhalten.

Wenn Sie einen persönlichen Wunsch frei hätten, …
… würde ich weiter gesund und fit bleiben wollen.

Was war Ihre größte Leistung?
Als Betriebsratsvorsitzende die Integration von ca. 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern innerhalb kurzer Zeit zu bewerkstelligen.

Was war Ihre größte Niederlage oder Ihr schlimmster Fehler?
Gott sei Dank hab ich diese Erfahrung nicht erfahren dürfen.

Was ist Ihr größtes Ziel? Landrätin zu werden

Was ist Ihre Stärke?
Der faire Umgang mit Menschen, strategisches Denken und Handeln, sowie lösungsorientiertes Arbeiten, Durchsetzungsvermögen

Was ist Ihre Schwäche? Manchmal bin ich zu direkt

Wie sind Sie als Chef? Fair und Zielorientiert

… und was würden Ihre Mitarbeiter sagen? Dasselbe

Worüber können Sie sich richtig aufregen? Über ungerechte und egoistische Menschen

Wer ist Ihr größtes Vorbild im Beruf?
Im Beruf habe ich keine Vorbilder. Es gibt aber sehr viele Menschen die großartiges geleistet haben.

Wer ist Ihr Vorbild im Privatleben? Mein Vater, mit seiner Geduld und seinem Fleiß.

Was war der beste Ratschlag, den Sie je erhalten haben?
Mache das unmögliche möglich

Welchen Ratschlag würden Sie Ihren Kindern erteilen?
Aus Fehlern lernst Du für Dein Leben. Wichtig ist, nach einer Niederlage wieder aufzustehen und nur wer liegen bleibt verliert.

Welche Frage wurde nicht gestellt, würden Sie aber gerne beantworten?
Was ist ihr Lebensmotto? Nicht reden, machen!

Noch mehr Tülay Durdu: Alle Beiträge – Website – Facebook – Mail

Porträts der anderen Bewerber für das Amt des Landrats (Stephan Santelmann, Dorothee Wasmuth, Jörg Wagner und Tomas Santillan) folgen.

CDU: Kölns Sozialamtschef soll Landrat werden

Grüne nominieren Jörg Wagner für Landratswahl

FDP findet in Refrath neue Kandidatin für Landratswahl

SPD wählt Tülay Durdu zur Landratskandidatin

Linke tritt mit Tomás M. Santillán zur Landratswahl an

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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1 Kommentar

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  1. Landratswahl-Stichwahl

    Guten Tag!

    Radioberg hat heute über die “Wahlpanne” berichtet!

    MfG
    Frank Reuter