So sieht es aus, wenn Luft- und Lärmfilter fehlen!

Der neue FNP-Entwurf der Stadtverwaltung bedeutet für Frankenforst eine weitere Verschlechterung. Daher lädt die lokale Bürgerinitiative für Mittwoch zu einer Versammlung, bei der die Pläne vorgestellt werden.

Die Verwaltung der Stadt Bergisch Gladbach hat nach den Stellungnahmen der Bürger reagiert und einen neuen Entwurf zum Flächennutzungsplan (FNP) zur Entscheidung vorgelegt!

Es wird der Eindruck erweckt, dass fair gegenüber den Einwendungen argumentiert worden wäre, doch tatsächlich haben die Stadtplaner keiner Nachweise zur Ablehnung von handfesten Argumenten vorgelegt.

Auch wurden Argumente mit der Begründung zurückgewiesen, dass man diese erst später prüfen will. Eine Einbeziehung eine Stadtentwicklungskonzept und der vorher in einem langwierigen Prozess entwickelten Konzepte ist nicht erkennbar.

Das Ergebnis ist für die Waldgebiete an der Autobahn A4 niederschmetternd und die Schlußfolgerungen sind zynisch. Von einer Abwägung der verschiedenen Interessen und schon vorhanden und zukünftiger Belastungen der Anwohner kann keine Rede sein.

Dabei geht es um die Bedeutung des Waldes, um die Lärmbelastung, Feinstaubimmissionen, Wohn- und Freizeitqualität, wertvolle Böde etc. Diese Argumente werden von den Planern als „emotional“ abgewertet oder unter Verweis auf den späteren Bebauungsplan einer aktuellen Prüfung entzogen. Gleiches wird für die gewichtigen Einwände der Träger der öffentlichen Belange angewandt.

Schlimmer geht immer: Flächenverbrauch im Frankenforst soll noch ausgeweitet werden.

In dem „neuen Vorschlag der Verwaltung“ soll die geplante Gewerbefläche (Brüderstr.) von 4,5 ha auf 10,4 ha (davon 2,5 ha BASt-Gelände) sogar noch erweitert werden. Ein schmaler Pseudo-Baumstreifen soll das Gewerbegebiet von der Wohnbebauung trennen.

Die Brüderstraße soll unter der Bedingung der Realisierung der Autobahnanbindung („alter Bahndamm“) an der Autobahn entlang geführt werden. Diese bedeutet nicht nur mehr Belastungen für die direkten Anwohner, sondern auch mehr Verkehr, Lärm und Luftverschmutzung für den ganzen Stadtteil Frankenforst, sondern für die ganze Stadt und auch die Stadtteile im Norden in in der Mitte.

Die vorgesehenen Gewerbegebiete bedrohen allein an der Brüderstr. ca. 79.000 m² am Rennweg  ca. 41.000 m², an der BAST ca. 26.000 m². Insgesamt gehen ca. 146.000 m² Waldfläche für immer verloren. Dies entspricht einer Fläche von 20,5 Fußballfeldern.

Politik will am 26. September über weiteres Verfahren entscheiden

Am 26. September 2016 sollen die zuständigen Ausschüsse des Stadtrats über den Vorschlag von Bürgermeister Lutz Urbach und Stadtbaurat Harald Flügge diskutieren und beschließen, diese in das weitere Planungsverfahren zu schicken und weiter zu verfolgen.

Während sich die große Koalition aus CDU & SPD bedeckt hält und noch intern diskutiert wohin man will, haben sich andere Parteien im Stadtrat klar positioniert.

Die FDP fordert eine weitere Ausweitung von  Gewerbeflächen und Wohnflächen zu Gunsten der Wirtschaft und zu Lasten der Bürgerinnen und Bürger und der Umwelt. Die vorliegenden Plänen scheinen der FDP noch nicht genug.

Dagegen hat sich DIE LINKE. klar positioniert und fordern den sofortigen Stopp der jetztigen zerstörerischen Flächennutzungsplanung und einen Neuanfang mit mehr Bürgerbeteiligung.

Auch die Grünen haben sich zu vielen Flächen negativ geäußert und kritisieren den gesamten Plan grundsätzlich und wollen eine neue Diskussion über die Rahmenbedingungen.

Die Bürgerinitiative Frankenforst will weiter offen und sachlich mit allen Bürgerinnen und Bürgern diskutieren, um eine Änderung der vorliegenden Pläne bei einer Mehrheit im Stadtrat zu bewirken. Dazu will man zunächst den Bürgerinnen und Bürgern die Pläne vorstellen, die Bürgermeister Lutz Urbach dem Stadtrat zur Abstimmung vorgeschlagen hat.

Bürgerversammlung Frankenforst FNP

Mittwoch, 20. September 2017
19:30 Uhr – Rittersaal
Grundschule Frankenforst
Taubenstr. 11-13
51427 Bergisch Gladbach Frankenforst

Mehr Informationen unter  www.frankenforst.de

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Tomás M. Santillán

Tomás M. Santillán lebt seit seinem ersten Lebensjahr in Bergisch Gladbach Refrath. Bekannt wurde Tomás M. Santillán durch sein Engagement als Antragsteller des Bürgerentscheid gegen des Cross-Border-Leasing 2003 und seine Kandidaturen als Bürgermeister und Landrat. Von 2009-2014 vertrat er DIE...

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