Stephan Santelmann will Landrat und Chef der Kreisverwaltung werden

Der erweiterte Kreisvorstand der CDU hat Stephan Santelmann, Leiter des Amtes für Soziales und Senioren in Köln, für die Kandidatur bei der Landratswahl im Herbst nominiert. „Wir haben jemanden mit Führungserfahrung in einer großen Verwaltung und einer langfristigen Perspektive gesucht, der in der Region gut vernetzt ist – den haben wir mit Stephan Santelmann gefunden”, sagte der Kreisvorsitzende Rainer Deppe am Dienstag bei der Vorstellung des Bewerbers. 

Am 26. April befinden die CDU-Mitglieder, am 24. September parallel zur Bundestagswahl die Wähler – doch hat Santelmann offensichtlich gute Chancen, Nachfolger von Hermann-Josef Tebroke als Chef der Kreisverwaltung Rhein-Berg zu werden. Tebroke hatte 2011 mit 51 Prozent der Stimmen gewonnen und kandidiert jetzt für den Bundestag

Der Findungskommission hatten wie schon 2011 neben Deppe der Fraktionsvorsitzende im Kreis, Holger Müller und Bergisch Gladbachs Bürgermeister Lutz Urbach angehört. Erster Kandidat der CDU war Kreisdirektor Erik Werdel gewesen, der aber aus persönlichen Gründen abgesagt hat. Santelmann wurde im erweiterten Kreisvorstand einstimmig bei vier Enthaltungen gewählt. 

Rainer Deppe stellte Stephan Santelmann vor

„Wo wollen wir leben und arbeiten, bei welchem Verkehr?”

Der Bewerber Santelmann wechselt zwar aus der etwas größeren Behörde der Metropole in den Landkreis – doch ihn reize der thematisch weiter gefasste Aufgabenbereich, sagte der 51-Jährige bei seiner Vorstellung. Als wichtigste Themen nannte er Verkehr, Mobilität und Infrastruktur; aber auch Integration, Senioren und „die Grundfrage: wo wollen wir leben und arbeiten, bei welchem Verkehr?”

Der Rheinisch-Bergische Kreis sei zwar sehr gut aufgestellt, bringe als wachsende Region aber viele Herausforderungen mit, denen er sich „mit Optimismus und Humor” stellen wolle. Ausdrücklich erwähnte er den Bereich Wirtschaft und Digitalisierung, wo die Kreisverwaltung vielleicht noch besser werden könne.

Ein Hamburger im Rheinland

Santelmann wurde in Hamburg geboren, ist aber im Landkreis Harburg aufgewachsen und dort über die Junge Union in die Politik gekommen. Er  hat Politik, Geschichte und Verwaltungsrecht in Münster und Bonn studiert. Danach hat er von 1993 bsi 1999 für Familienministerin Hannelore Rönsch in Bonn gearbeitet, als Redenschreiber im Ministerium und später als Referent in der Unionsfraktion.

Als der Bundestag 1999 nach Berlin zog ist Santelmann mit seiner Frau (einer Bonnerin) im Rheinland geblieben. 

Beruflich wechselte er in die Kölner Stadtverwaltung: Er war zunächst Fachrefrerent für Oberbürgermeister Harry Blum gearbeitet, ebenso wie der heutige Bergisch Gladbacher Bürgermeister Lutz Urbach. Sein Themen schon damals: Soziales, Gesundheit, Jugend, Interkulturelles und Ehrenamt.

2003 wurde Santelmann Amtsleiter bei Blums Nachfolger Fritz Schramm und später Leiter des Kölner Amtes für Soziales und Senioren. Die hat immerhin 800 Stellen, wächst rasch und ist deutlich größer als die Kreisverwaltung mit rund 700 Stellen.

Bürgermeisterin Henriette Reker hat mit seinem geplanten Weggang offenbar nichts zu tun – mit ihr habe er schon in ihrer Zeit als Sozialdezernentin gut und eng zusammen gerarbeitet, sagt Santelmann.

Bürgermeisterkandidatur in Ratingen, Wohnsitz in Porz

Politisch hatte sich Santelmann in der 90.000 Einwohner großen Stadt Ratingen engagiert. Dort trat er 2009 bei der Bürgermeisterwahl für die CDU und FDP an, verlor aber mit 30 Prozent deutlich gegen den Amtsinhaber, der von der lokalen Bürger-Union gestellt wurde. Dabei, so Santelmann, habe er viel Wahlkampferfahrung gesammelt und viel gelernt. 

Santelmann wohnt mit Frau und zwei Söhnen in Porz – nur „einen Steinwurf” von Bergisch Gladbach entfernt. Sollte er gewählt werden, das betont Santelmann, würde die Familie in den Kreis umziehen. Mit seinen beiden Söhnen sei er am Wochenende auf vielen Sportplätzen der Region unterwegs – daher wisse er, dass RheinBerg eine wunderschöne Region sei. 

Bis es soweit ist arbeite er aber mit voller Kraft weiter in Köln und nutze seine Freizeit, um möglichst viele Themen, Personen und Orte des Kreises kennen zu lernen. Am Mittwoch geht es damit los, als Gast in der Kreistagsfraktion.

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G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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