Oliver Schillings führt in das Thema ein

Bergisch Gladbacher Unternehmen haben auf Einladung der Initiative „Leben und Arbeiten in Bergisch Gladbach“ (ILA-GL) Einstiegstests in die Digitalisierung gemacht. Die Ergebnisse dieser „DigiChecks” bringen einige interessante Erkenntnisse.

Bei der Veranstaltung „Wie digital sind die Bergisch Gladbacher Unternehmen?“ in den Räumlichkeiten der Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft DORNBACH wurde das Megathema „Digitalsierung“ greifbar.

Nach einer Einführung in das Thema von Dr. Oliver Schillings, Vorstand von ILA-GL und Geschäftsführer der Agentur Alpha & Omega PR, mit einem Blick über den großen Teich und einem „Ausflug“ in die Vorgehensweise bei der Digitalisierung von Stephan Michels, Geschäftsführer von DORNBACH, wurde der DigiCheck-Test anhand der Ergebnisse der vier Bergisch Gladbacher „Probanden“ vorgestellt.

Die im B2B-Bereich tätigen Firmen mit dem Schwerpunkt produzierendes Gewerbe sehen allesamt Digitalisierung als Chance, weshalb sie einen Mitarbeiter als Ansprechpartner und Verantwortlichen dafür einsetzen.

Die Unternehmen versprechen sich vor allem vereinfachte Arbeitsabläufe, die Reduzierung von Arbeitsaufwand im Alltagsgeschäft und bessere Zusammenarbeit mit Kunden und Zulieferern. Nur eines unter ihnen strebt aktuell ein neues Geschäftsmodell an, ein zweites vertreibt bereits digitale Produkte.

Kein Fachkräftemangel – bei innovativem produzierenden Gewerbe

Eine Überraschung: Es gibt bei den vier exemplarisch ausgewerteten Bergisch Gladbacher Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe keinen Fachkräftemangel, im Gegensatz zu anderen Studien.

Insgesamt erfasst der Test mit 100 Fragen zu verschiedenen Themen. In anderen Bereichen lagen die getesteten Unternehmen näher am Durchschnitt. Datenbasis sind über 200 Testergebnisse. Übliche Ausreißer nach oben sind die Finanzen, bei denen viele Unternehmen mit vorne dabei sind. Nachholbedarf gibt es häufig im Vertrieb.

Digitalisierung gefährdet viele Berufsgruppen

Dr. Oliver Schillings hatte als Einstieg in das Thema einen Blick in die USA gewagt. Am Beispiel einer intelligenten App zeigte er digitale Transformationsprozesse auf: Die gesamte Schadensabwicklung nach einem Autounfall wird hier automatisch durchführt. Gutachter, Kundenbetreuer im Callcenter, Buchhalter, Mitarbeiter im Innendienst sind hier überflüssig.

Automatisierung und künstliche Intelligenz ersetzen bereits viele Berufsgruppen – Tendenz steigend. Schillings Fazit aus seinen Beobachtungen: „Lebenslanges Lernen ist die Devise. Wir müssen Digitalisierungsprozesse verstehen und mehr Agilität in das eigene Unternehmen bekommen. Das bedeutet auch Herrschaftswissen abzugeben und vor allem eine klare digitale Agenda zu entwerfen.“

Stephan Michels schildert die Erfahrungen bei Dornbach

Die Zukunft der Steuerberater? Aufgabengebiet ändert sich

Stephan Michels hat die Gäste an den Erfahrungen von DORNBACH teilhaben lassen. Er bringt es auf den Punkt: „Der erste Schritt in die Digitalisierung sah so aus, dass ich mir angeschaut habe, was bei DORNBACH hereinkommt und was herausgeht und welche Software sich dafür einsetzen lässt.“

Eine wichtige Erkenntnis kam danach schnell: „Digitalisierung ist in erster Linie kein IT-Thema, sondern ein Strategie-Thema und deshalb Chef-Sache.“ Michels möchte nicht auf das „digitale Dilemma“, sondern auf die digitale Dividende schauen.

Pragmatischer Einstieg mit dem DigiCheck – und dann?

Obwohl das bisherige Geschäft bei den Befragten und vielen Bergisch Gladbacher Firmen einen Großteil des Umsatzes generiert (und wahrscheinlich noch lange generieren wird), lohnt sich ein effektives und agiles Innovationsmanagement. Durch den DigiCheck können Unternehmen einen pragmatischen Einstieg in den Veränderungsprozess finden. Er hilft dabei Hemmschwellen zu nehmen und bietet eine erste Orientierung.

Die Initiative „Leben und Arbeiten in Bergisch Gladbach“ (ILA-GL) setzt sich für einen attraktiven und gesunden Standort ein. Bei Unternehmensbesuchen, Vorträgen und in Arbeitskreisen werden Themen aus den Bereichen Verkehr, Bildung, Flächen sowie Infrastrukturen für Gewerbe, Digitalisierung, Stadtentwicklung und Soziales vorgestellt und diskutiert. ILA-GL erarbeitet auf Grundlage dessen Positionen, die aktiv in die öffentliche Diskussion und Politik eingebracht werden.

Wirtschaftlich Tätige sind herzlich dazu eingeladen, die Initiative „Leben und Arbeiten in Bergisch Gladbach“ (ILA-GL) kennen zu lernen und sich zu engagieren. Informationen zu ILA-GL und Veranstaltungskalender finden sich auf der Website.

Die Initiative „Leben und Arbeiten in Bergisch Gladbach“ ist ein Zusammenschluss von Unternehmern, Selbstständigen, Freiberuflern und wirtschaftlich Tätigen, die die Stimme der Wirtschaft in der Standortpolitik stärken und sich in den Dialog mit einbringen möchten.

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1 Kommentar

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  1. Da kann man der Initiative „Leben und Arbeiten in Bergisch Gladbach“ nur gratulieren und zum verstärkten Fortsetzen der Aktivitäten zum Thema Digitalisierung auffordern. Endlich das richtige Thema für die ILA auf der Agenda, der Nachholbedarf scheint groß zu sein.

    Wenn bereits beim ersten „DigiCheck“ als Ergebnis dargestellt wird, dass es bei innovativem produzierendem Gewerbe keinen Frachtkräftemangel gibt, dann sind vielleicht noch mehr Überraschungen zu erwarten. Vielleicht gibt es ja auch nach Digitalisierung den bislang reklamierten Flächenbedarf nicht mehr.

    Vielleicht könnte sich als weitere Überraschung ergeben, dass sich die Anforderungen an die Verkehrsinfrastruktur, die Mobilität völlig verändern, weil nach Digitalisierung andere Abläufe und Prozesse möglich sind. Wie klein das Verkehrsdelta sein kann, damit der Verkehrsfluss wieder hergestellt ist, das sieht man jetzt in der Urlaubszeit am besten. Allein das müsste durch Digitalisierung erreichbar sein, abgesehen vom modalen Shift.

    Zugegeben, es waren nur vier Probanden, da ist das Ergebnis wahrscheinlich nicht repräsentativ, aber vielleicht wäre es hilfreich, den „DigiCheck“ ganz einfach mal vorzustellen.