Die Paffrather St. Clemens Kirche wurde 1160 zum ersten Mal urkundlich erwähnt – heute ist sie eine der bedeutendsten Kirchen im Kreis

Die Pfarrkirche St. Clemens in Paffrath bekommt eine neue Orgel. Ein Gutachten des Erzbistums verweist auf große technische und klangliche Mängel der alten Orgel. Die Firma Orgelbau Scholz aus Mönchengladbach wurde mit dem Neubau beauftragt.

Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 450.000 Euro. Ende 2019 soll die neue Orgel für Gottesdienst- und Konzertbesucher ertönen. 250.000 Euro will der Pfarrverein durch Spenden einnehmen.

„Die Paffrather werden stolz sein auf ihre neue Orgel”, dessen ist sich Ulf Breideneichen sicher. Er ist Sprecher der Projektgruppe ‘Unsere Orgel für St. Clemens’, und er erklärt, wie die Gemeinde das Geld für den Neubau des Instruments aufbringen will – mit rund einer halben Millionen Euro vergleichbar mit dem Bau eines Einfamilienhauses.

So soll die neue Orgel einmal aussehen und sich optimal den baulichen Vorgaben der Kirche anpassen.

„Natürlich haben uns die immensen Kosten für den Neubau mehr als beeindruckt, aber wir sind uns sicher, dass wir das Großprojekt gerade in Paffrath stemmen können”, sagt Breideneichen.

Man habe einen starken Zusammenhalt in der Gemeinde mit vielen erfolgreichen Geschäftsleuten, vielen engagierten Menschen und Vereinen, die sich mit der Kirche St. Clemens identifizieren. Auch über viele Unterstützer in und um Bergisch Gladbach verfüge man.

Spendenkonto: Pfarrverein St. Clemens
VR-Bank eG Bergisch Gladbach-Leverkusen
IBAN:    DE 38 3706 2600 3102 0540 15
Verwendungszweck „Patenschaft“

Unter anderem werden Patenschaften für die rund 1.500 Pfeifen der Orgel vergeben. „Es ist doch toll zu wissen, dass man sich in der Orgel verewigen kann und auch weiß, dass ein bestimmter Ton für einen selbst spielt”, begeistert sich Organist Andreas Dewey.

Andreas Dewey ist seit 21 Jahren Organist in der Pfarreiengemeinschaft und freut sich auf die neue Orgel. Seit seiner Anstellung im Jahr 1996 wird über eine neue Orgel diskutiert.

Die alte Orgel – nur noch ein Provisorium

Das Orgelwerk von St. Clemens weise erhebliche klangliche und technische Defizite auf. Das hat der Orgelsachverständige des Erzbistums Köln in einem ausführlichen Gutachten nachgewiesen. Der Kirchenvorstand der Gemeinde St. Clemens hatte das Gutachten 2014 in Auftrag gegeben.

Der Gutachter hält den bereits seit einigen Jahren ins Auge gefassten Bau einer neuen Orgel für den sinnvollsten Weg – eine Restauration würde unverhältnismäßig mehr kosten und die klanglichen Mängel nicht beseitigen.

Die alte Orgel stammt aus der Zeit der Kirchenerweiterung von 1910. Danach wurde sie mehrfach um- und ausgebaut. So wurde sie 1956 durch die Firma Klais in Bonn überarbeitet und ein elektrischer Spieltisch mit dem Baujahr 1948 aus dem Kölner Dom hinzugefügt. Ein weiterer Umbau, bei dem fast die gesamte historische Substanz der Orgel verloren ging, erfolgte 1978.

Heute ist die Orgel nur noch ein Provisorium, das bereits an zahlreichen Stellen Beschädigungen oder behelfsmäßig reparierte Stellen aufweist. „Es grenzt manchmal schon ein Wunder, wie unser Organist Andreas Dewey aus der alten Orgel noch schöne Lieder hervorzaubert. Aber auch das wird immer schwieriger, da Ersatzteile für die elektrischen Bauteile nicht mehr zur Verfügung stehen”, meint Kirchenvorstand Ulf Breideneichen.

Die alte Orgel wird im Ganzen oder in Teilen zum Kauf angeboten. Der erzielte Preis komme dem Neubau der Orgel zugute.

Hochwertiges Musikinstrument für bedeutende Kirche

1160 wurde die Paffrather Basilika als eine dem Kölner Domkapitel unterstellte grundherrschaftliche Pfarrkirche zum ersten Mal urkundlich erwähnt. 1908 wurde der Grundstein für einen Erweiterungsbau gelegt.

Aufgrund ihres Alters, ihrer besonderen Architektur und der Ausmalung durch den Künstler Anton Wendling gehört St. Clemens zu den bedeutendsten Kirchen im Rheinisch-Bergischen Kreis; ihre hervorragende Akustik wird von Musikern sehr geschätzt. Viele Orchester und Chöre nutzen den Kirchenraum für musikalische Veranstaltungen. Dabei ist Kirchenorgel zumeist wichtiger integraler Bestandteil.

Eine so bedeutende Kirche wie St. Clemens verdiene auch eine hochwertige Orgel, da sind sich die Verantwortlichen der Orgelbau-Projektgruppe rund um Pastor Wilhelm Darscheid einig. Und mit Martin Scholz habe man einen Orgelbauer gefunden und beauftragt, der über fast 25 Jahre Erfahrung im Orgelbau verfüge und sich dabei eine hervorragende Reputation erarbeitet habe.

Orgeln aus seiner Werkstatt in Mönchengladbach klingen heute vor allem im Rheinland z.B. im Aachener Dom; eine kleine transportable Orgel steht sogar in Japan.

Die Orgel für die Paffrather Kirche umfasst 27 Register und 1479 Pfeifen – verteilt auf Hauptwerk, Schwellwerk und Pedal. Auch Teile der alten Orgel werden integriert. So wird der Orgelprospekt der alten Stahlhutorgel an die Kirchenrückwand versetzt und drei Originalregister können in das neue Instrument übernommen werden.

Das neue Instrument soll nach ca. zwei Jahren Bauzeit Ende 2019 fertig gestellt sein und wird dann mittig auf der Orgelempore mit seinem neuen Klang nicht nur die Paffrather erfreuen.

Die Firma aus Mönchengladbach hat bereits mit ersten Holzarbeiten für das Gehäuse, die Posaunentrichter und das Pedalwerk der neuen Orgel begonnen, die Orgelbank ist schon fertig.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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