Reinhold Koehler, Décollage Pur, 1961_13. Foto: Hartmut Witte

In der ersten großen Ausstellung in diesem Jahr zeigt das Kunstmuseum Villa Zanders Werke von Reinhold Koehler unter dem Titel „Décollage”.

Der Siegener Künstler Reinhold Koehler (1919 – 1970) fand während seiner Arbeitsjahre zu einer ebenso aggressiv-destruktiven wie aufbauend-gestalthaften Bildform. Gerade die Ästhetik des „nicht-Schönen“ im konventionellen Sinne, die Schönheit des Zerstörten, hat er in bildnerischen wie lyrischen Werken vielschichtig und beziehungsreich ausformuliert.

Er gehört sicher zu jenen Künstlern, denen noch nicht der ihnen angemessene Platz in der deutschen Kunst eingräumt wurde. In den wenigen Jahren zwischen dem Zweiten Weltkrieg und seinem plötzlichen Tod im Jahr 1970 hat er ein immenses künstlerisches Werk entwickelt und sich dem Prinzip der Décollage in den verschiedenen Medien verschrieben.

Nach einer letzten umfangreichen Präsentation seines Werks in den Jahren 1985/86 will diese Ausstellung in einem Haus, das sich der Kunst aus Papier widmet, die facettenreiche Werkgruppe der Décollagen mitsamt ihrer Entstehungsgeschichte vorstellen. Koehlers Entwicklung von der klassischen Malerei sowie die Befreiung vom Gegenstand dürften dabei als repräsentativ für eine ganze Generation von Künstlern gelten.

Mit großem Eifer hat Reinhold Koehler seine Ausdrucksmittel innerhalb weniger Jahre umfassend erweitert und zu einer zuweilen radikalen, oft aber auch poetischen Bildsprache gefunden. Dazu wählt er die Décollage: Strukturierung der noch weißen Oberfläche mit Messereinschnitten, darüber Einschwärzung oder Einfärbung und schließlich Gestaltung durch Wegreißen größerer und kleinerer Papierfetzen.

Daneben entstehen mit ähnlicher Technik auch die  farbintensiven Plakatdécollagen. Das aggressiv-destruktive Moment findet sich so bei ihm zusammen mit aufbauend-gestaltenden Arbeitsprinzipien, die er sowohl in seiner Lyrik als auch in Materialbildern fortgeführt hat.

Es erscheint ein Katalog mit Texten von Angela Koehler, Dieter Ronte und Petra Oelschlägel sowie einem von Angela Koehler erstellten Werkverzeichnis der Décollagen (Mitarbeit: Hartmut Witte), Hrsg. Kunstmuseum Villa Zanders, Bergisch Gladbach, 2017, 208 Seiten, Preis 24,00 Euro.

Eröffnung: Sonntag, 14.1.2018, 11:30 Uhr

Programm:
Begrüßung durch: 
Josef Willnecker, 1. Stellvertr. Bürgermeister
Dr. Petra Oelschlägel, Kunstmuseum Villa Zanders
Einführung durch Prof. Eberhard Fiebig, Kassel
Musikalischer Beitrag: Markus Hufschmidt, Flöte und Iwona Salling, Klavier

Dauer der Ausstellung: 14.1. bis 22.4.2018

Kunstmuseum Villa Zanders

Das städtische Museum wurde 1992 in der Gründerzeitvilla der Fabrikantenfamilie Zanders eröffnet und feiert 2017 sein 25jähriges Bestehen. Mit seiner einzigartigen Sammlung von „Kunst aus Papier“, der Kommunalen Galerie mit Malerei der Düsseldorfer Schule aus dem 19. Jhdt. sowie einem ambitionierten...

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