So könnte sich BGL laut FNP-Entwurf bis 2035 entwickeln: grün sind Agrarflächen bzw. Wälder, schwarz umrandet die geplanten neuen Gewerbeflächen, rot die potenziellen Wohnflächen. Sie können jede Karte durch einen Klick vergrößern.

Sie haben den Überblick verloren, was im aktuellen Entwurf für den Flächennutzungsplan drin steht, welche Fläche bebaut, welche geschont werden soll? Damit sind Sie nicht alleine. Daher bringen wir knapp auf den Punkt, was Sie wissen müssen.

Aber auch diese Zusammenstellung ist lang. Sie können sich an den Übersichtskarten und Stadtteilen orientieren, welche Flächen Sie interessieren. Es lohnt sich auch, den gesamten Entwurf Revue passieren zu lassen – weil dann erst das Gesamtbild klar wird. 

So viel vorab: Der Flächennutzungsplan soll für die nächsten 15 Jahre festschreiben, wo im Stadtgebiet eine Bebauung mit Wohnhäusern oder Gewerbe grundsätzlich möglich ist.

Hintergrund: Was ist ein Flächennutzungsplan?
Der neue Flächennutzungsplan soll ein Handlungsrahmen für die Entwicklung von Bergisch Gladbach bis ins Jahr 2035 werden. In ihm wird dargestellt, wie eine Fläche künftig genutzt werden soll.

Der Flächennutzungsplan regelt, wo zum Beispiel Wohn- oder Gewerbegebiete entstehen können oder welche Flächen der Landwirtschaft oder dem Wald vorbehalten werden sollen. Er wird auf der Grundlage der zu erwartenden Entwicklung und Bedürfnisse erstellt.

Da diese sich auf längere Sicht verändern können, muss laufend beobachtet werden, ob die zugrunde gelegenen Annahmen und Prognosen noch aktuell sind. Der Flächennutzungsplan bildet den Rahmen, um zum Beispiel bedarfsgerecht Wohngebiete oder Gewerbegebiete im Zuge eines späteren Bebauungsplans zu entwickeln.

Welche Flächen tatsächlich abgerufen und mit Bebauungsplänen erschlossen werden, entscheidet der Stadtrat erst in den kommenden Jahren Schritt für Schritt. Dann gibt es weitere Bürgerbeteiligungen.

Allerdings hat die Ratsmehrheit von CDU und SPD dafür mit einer Prioritätenliste bereits einen Fahrplan festgelegt. Der ist zwar nicht Bestandteil des FNP, soll aber später mit dem Feststellungsbeschluss des Flächennutzungsplans ergänzt werden. Damit gehe der Stadtrat eine Selbstbindung ein, bestätigt CDU-Fraktionschef Michael Metten.

Und damit ist klar, welche Flächen als erstes in den Jahren 2022 bis 2025 entwickelt werden, wenn der FNP durchgeht. Sie verteilen sich relativ gleichmäßig auf elf Stadtteile. 

Aktuell liegt der Entwurf für den FNP auf den Tisch und im Rathaus Bensberg öffentlich aus. Er ist die überarbeitete Fassung des Vorentwurfs, zu dem sich Bürger und Träger öffentlicher Belange in rund 4400 Stellungnahmen kritisch geäußert hatten. Der Stadtrat hatte den Vorentwurf am 20.12. mit den Stimmen von CDU, SPD, Grünen und LKR in die nächste Runde geschickt.

Bis zum 9. Februar können die Bürger Einwände schriftlich einreichen. Einige Bürgerinitiativen haben sich bereits geäußert, um einige (zum Teil große) Flächen kümmert sich aber gar keine Initiative. Daher geben wir im Folgenden einen Überblick und gehen wir einmal alle relevanten Flächen im Sauseschritt durch. Weiter unten finden Sie weiterführende Infos. 

Das große Bild: Rücknahmen auf breiter Front

Wohnen: Im (ersten) Entwurf für den FNP waren 180,5 Hektar an potenziellen Wohnflächen aufgelistet worden, im jetzt vorliegenden Vorentwurf sind es nur noch 68,4 Hektar – wenn man nur die echten Neudarstellungen zählt, ohne Übernahmen aus dem alten FNP oder Bestandsanpassungen. Gemessen an der Gesamtfläche der Stadt Bergisch Gladbach (8305 ha) sind das 0,82 Prozent.

Wo sich diese – zum Teil nach wie vor umstrittenen – Rest-Flächen befinden, zeigt diese Karte, Details zu den Flächen finden Sie weiter unten.

Rosa eingezeichnet sind bestehende Wohngebiete, rot die im Entwurf vorgeschlagenen Neuausweisungen. Alle Illustrationen sind Screenshots aus dem FNP-Entwurf

Gewerbe: Im FNP-Entwurf waren 13 neue Flächen mit einem Volumen von 49,5 Hektar aufgeführt worden, davon bleiben unter dem Strich noch 33,6 Hektar übrig. Darunter befinden sich zwei ganz neue Flächen: Der von Krüger beantragte Bereich im Neuborner Busch und die Flächen auf dem Gelände der BASt.

Diese 33,6 Hektar entsprechen 0,4 Prozent des gesamten Stadtgebiets. Und auch davon stehen nur 27,3 Hektar frei zur Verfügung, die anderen sind für die Erweiterung bestehender Betriebe gedacht.

Die Verteilung der Rest-Flächen zeigt diese Karte:

Grau eingezeichnet sind bestehende Gewerbegebiete, schwarz die im Entwurf vorgeschlagenen Neuausweisungen

Die Wohnflächen im Detail

Herkenrath

Im Osten der Stadt stehen eine ganze Reihe von Wohnflächen im Entwurf, die zunächst geplanten Gewerbegebiete sind gestrichen worden.  Im Steckbrief des Entwurfs heißt es: 

„Herkenrath weist hohe Entwicklungspotenziale auf, da es von Freiraum umgeben ist und anders als die zentraler/westlicher gelegenen Stadtteile in den vergangenen Jahren nicht gewachsen ist. Mit der geplanten Verlängerung der Stadtbahnlinie 1 (und dem Vorlaufbetrieb durch leistungsfähige Buslinien) wird die Attraktivität des Stadtteils wachsen, gleichzeitig stellt sie einen wichtigen Beitrag zur Leistungsfähigkeit des Mobilitätsnetzes im Osten der Stadt dar. Das Wachstum Herkenraths soll vornehmlich im Osten – wo auch die Stadtbahnlinie verläuft – stattfinden, der Trassenverlauf der geplanten Stadtbahnlinie 1 ist somit im Rahmen des Bebauungsplanes zu berücksichtigen.”

Die Bürgerinitiative Moitzfeld-Herkenrath hatte sich (mit Erfolg) vor allem auf die geplanten Gewerbegebiet konzentriert. Sie warnt allerdings, dass „die riesigen neuen Wohngebiete in Herkenrath, die bereits überlastete Infrastruktur (Verkehrsachse, aber auch Schulen, Kindergärten, …)  überfordern”. Komplette Stellungnahme

As 2: Asselborn Unterheide

Eine der größten Wohnflächen liegt am nördlichen Rand von Herkenrath, die Fläche As2 Unterheide ist mit 8,4 Hektar (Vorentwurf: 8,5) ausgewiesen. Im neuen Entwurf sind die Angaben, wieviele Wohnungen hier entstehen können, weggefallen. Laut Vorentwurf wären das 210 Wohneinheiten. Die Fläche zählt zu den Bereichen, die durch eine Verlängerung der KVB Linie 1 angeschlossen werden soll. 

Im Steckbrief des Entwurfs  (Anlagenband, Seite 26, Doku s.u.) ist vor allem die Entfernung zu den Nahversorgern als kritisch eingestuft; Umweltaspekte liegen demnach im grünen oder gelben Bereich. Dort heißt es: 

„Unterheide liegt zwar im nördlichen Ausläufer Herkenraths, ist aber ein attraktiver Standort für ruhiges, ländliches Wohnen. Die Infrastruktureinrichtungen des Stadtteils Herkenrath sind nur zum Teil noch fußläufig, ansonsten jedoch gut mit dem Fahrrad erreichbar. Die Entfernungen der nächsten Nahversorgungseinrichtung sowie zur nächsten Bahn-Haltestelle sind aufgrund der ansonsten gegebenen Anbindung der Fläche vertretbar. (…)”

In der Prioritätenliste von CDU/SPD liegt As2 in der mittleren Gruppe, würde also erst nach 2025 entwickelt werden. 

As4 Oberheide

Diese im Süden anschließende Fläche ist gegenüber dem Vorentwurf von 5,5 auf 5,4 Hektar nur minimal verkleinert worden. Hier wäre Platz für etwa 100 Wohneinheiten.  

Im Steckbrief (Seite 28) fällt die Bewertung ähnlich wie bei As 2 aus. Hier heißt es unter anderem: 

„Die Bebauung arrondiert die Bestandsbebauung und ist so zugeschnitten, dass sie – gemeinsam mit As2 -insbesondere mehrere nach Osten weisende Bebauungsansätze integriert, die auch zu ihrer Erschließung genutzt werden können.”

In der Prioritätenliste von CDU/SPD liegt As3 in der dritten Gruppe, würde also erst dran kommen, wenn so gut wie alle anderen Flächen aufgebraucht sind.  

Hr 6a Goethestraße

Diese Fläche sollte sich laut Vorentwurf über 10,5 Hektar um das nordöstlichen Ende von Herkenrath herumziehen, wurde jedoch im Entwurf auf 1,7 Hektar drastisch verkleinert. Zudem landete sie in der Priorisierung in der letzten Gruppe.

Im Steckbrief (Seite 42) heißt es:

„Die Fläche wird vom Breitenweg, vom Hombacher Weg und von der Bebauung Thomas-Mann-Straße unmittelbar umgeben und erschlossen, so dass sich ihre Bebauung trotz der bewegten Topografie aufdrängt. Letztere führt zu einem attraktiven Ausblick in die freie Landschaft.” 

Hr10a In der Flade (Prio 1)

Auch diese Fläche im Osten von Herkenrath wurde verkleinert, von 9,5 auf 3,8 Hektar. CDU/SPD hatten hier die Priorisierung 1 vergeben.

Im Steckbrief (Seite 44) heißt es: 

„Die Baufläche schließt nordöstlich an die bereits im Bebauungsplanverfahren befindliche Sonderbaufläche im Süden des Zentrums an, auf der insbesondere ein neuer Nahversorgungsmarkt für Herkenrath entstehen soll.”

Moitzfeld

Der Stadtteil ist nach Ansicht der Verwaltung ein guter Standort für weitere Wohnflächen. Im Entwurf heißt es:

„Moitzfeld besitzt Entwicklungspotenziale, da es von Freiraum umgeben und anders als die zentraler/westlicher gelegenen Stadtteile in den vergangenen Jahren nicht gewachsen ist. Mit der verlängerten Stadtbahnlinie 1 wird seine Attraktivität steigen. (…)Moitzfeld verfügt über ein kleines Zentrum mit guter ÖPNV-Anbindung, das durch zusätzliche Einwohner stabilisiert würde und von der Baufläche fußläufig erreichbar ist.” 

Mo7c An der Grube (Prio 1)

Im Vorentwurf waren mit 7a, 7b und 7c insgesamt 9 Hektar vorgesehen, davon blieb Mo7c mit 1,6 Hektar am östlichen Rand des Ortsteils übrig.  Die Fläche erhielt die Priorität 1.

Im Steckbrief (Seite ) heißt es: 

„Mit der Baufläche wird der Siedlungskörper am östlichen Rand erweitert auf einer bisher landwirtschaftlich beziehungsweise als Garten genutzten Fläche. Die Arrondierung orientiert sich am baulichen Bestand und ist möglich, da eine früher bestehende Streuobstwiese untergegangen ist. Auf eine größere Flächenabgrenzung wird verzichtet, um ein Zusammenwachsen der Ortsteile Moitzfeld und Herweg zu vermeiden. Der östliche Abschluss der Wohnbaufläche soll daher eingegrünt werden.”

Mo7d An der Grube (Prio 1)

Hier waren 3,5 Hektar geplant, übrig blieben 2 Hektar. Auch hier haben CDu/SPD die höchste Priorität vergeben.

Im Steckbrief (Seite 56) heißt es u.a.:

„Die landwirtschaftlich geprägte und teil-bebaute Fläche liegt an der Kreuzung Friedrich-Ebert-Str./Moitzfeld. Die Erschließung ist von Norden möglich, östlich ist ein Park+Ride-Platz geplant. (…) Auf Grund der zentralen Lage und der emittierenden Nutzungen im Umfeld ist eine gemischte Baufläche vorgesehen, welche die städtebauliche Verbindung zwischen Wohnbebauung im Umfeld und der südlich angrenzenden gewerblichen Baufläche herstellt.”

Bärbroich

Bb1 Ottoherscheid (Prio 1)

Im kleinen Ortsteil Bärbroich ist eine kleine, von 2 auf 1,2 Hektar verkleinerte Fläche ausgewiesen, die der Eigenentwicklung dienen soll. Ihr haben CDU/SPD die Priorität 1 zugewiesen, eine rasche Entwicklung wäre möglich. 

Im Steckbrief (Seite 30) wird lediglich die Entfernung zu Versorgungseinrichtungen mit „rot” bewertet. Dort heißt es: 

„Die Baufläche (…) liegt zwar peripher, ist aber ein attraktiver Standort für ruhiges, ländliches Wohnen. Die Infrastruktureinrichtungen im Kern von Herkenrath sind gut mit dem Fahrrad sowie über 1 Buslinie erreichbar. Perspektivisch wird der Ausbau der Linie 1 dieses Gebiet besser mit öffentlichen Verkehrsmitteln erschließen. Eine bauliche Entwicklung in Bärbroich kommt nur im Rahmen der Eigenentwicklung in Betracht.”

Hebborn

In Hebborn sind drei Wohnflächen mit insgesamt 13,6 Hektar Fläche im Entwurf enthalten, die im Bereich der Kreuzung von Alter Wipperfürther Straße und Odenthaler Straße liegen. Dort sind zudem Park-and-Ride-Plätze vorgesehen. Im Entwurf heißt es:

„Mit der Bebauung wird der Stadtteil Hebborn über die bisherige Zäsur der B506 hinaus nach Norden erweitert. Die Infrastruktureinrichtungen und die öffentlichen Verkehrsmittel des Stadtteils Hebborn sind fußläufig erreichbar und werden durch die Neubebauung in ihrem Bestand hinsichtlich einer kontinuierlichen Nachfrage gesichert.”

In Hebborn werden die Pläne bislang kaum diskutiert, eine Bürgerinitiative hat sich hier nicht gebildet. 

He6 Mutzerfeld (Prio 1)

Diese Fläche ist von stolzen 12 auf bescheidene 1,3 Hektar zurück genommen und ergänzt die bestehende Bebauung am Mutzer Feld an der Grenze zu Voiswinkel. Auf eine Bebauung der gesamten Wiese zum zentralen Waldstück wurde verzichtet – vor allem wohl mit Blick auf die regionalen Grünvernetzungsfunktionen der Fläche. Priorität: 1

Im Steckbrief (Seite 32) heißt es: 

„Die Siedlung Mutzerfeld liegt zwar peripher, ist aber ein attraktiver Standort für ruhiges, zum Teil ländliches Wohnen. Aus landesplanerischen Gründen sind neue Bauflächen in Mutzerfeld nur im Rahmen der Eigenentwicklung zulässig.”

He7 Alte Wipperfürther / Odenthaler Straße

Auch diese, offenbar besonders attraktive Fläche direkt an der B506 wurde von 7,5 deutlich auf 4,8 Hektar reduziert. Sie umfasst jetzt nur noch den Streifen entlang der Straße, die sogenannte Drachenwiese. Der Bereich zwischen Friedhof und Wald wurde ausgespart. Zudem liegt die Priorisierung in der mittleren Gruppe. 

Im Steckbrief (Seite 34) heißt es u.a.: 

„Die Fläche ist ideal geeignet für die Ansiedlung eines Lebensmittelmarktes, womit der heute mangelhaften Versorgung des Hebborner Nordens abgeholfen wäre. Die städtebauliche Bewertung weist der Fläche eine der besten Eignungen für eine Wohnbauentwicklung im gesamten Stadtgebiet aus. Die Fläche stellt sich heute als nur noch rein landwirtschaftlich genutzter Bereich ohne weitere Grünelemente dar. Der Eingriff auf Flächen eines landwirtschaftlichen Vollerwerbsbetriebes steht der fehlenden Verfügbarkeit anderer, geeigneter Flächen gegenüber.”

He 12 Schützenberg

Hier handelt es sich um die ziemlich große Fläche am Hang auf der rechten Seite der Odenthaler Straße stadtauswärts in Richtung Heidkamp. Sie wurde von 9 auf 7,5 Hektar reduziert. Laut Vorentwurf wäre hier jetzt noch Platz für gut 300 Wohneinheiten. Allerdings wurde der Schützenberg von CDU/SPD mit der Priorisierung 3 versehen, steht damit also vorerst nicht zur Entwicklung an.

Das schätzt die Verwaltung offenbar anders ein, denn im Steckbrief (Seite 36) heißt es: 

„Der Schützenberg ist die größere Neudarstellung einer Wohnbaufläche, die am nächsten am Stadtzentrum mit seinem Bahnanschluss liegt. Durch die gleichzeitig zentrale, wie ruhige Lage am Siedlungsrand sowie die Hochplateaulage mit Fernblick bietet die Fläche sich als besonders attraktiver Wohnstandort an. 

Der Zuschnitt der Fläche begründet sich daraus, dass hier für verschiedene Bevölkerungsgruppen zentrumsnah (viel) Wohnraum geschaffen werden kann, wodurch das Zentrum von Bergisch Gladbach gestärkt würde. (…)  Die Topografie sowie die bestehende Bebauung im Umfeld erschweren die Erschließung der Fläche für den Kraftfahrzeugverkehr, die Straßenerschließung ist daher nur von der B506 im Nordosten des Plangebiets möglich. (…) Im Bebauungsplan sind Lösungen zur Überwindung des Höhenunterschiedes (zur Odenthaler Straße) zu finden, dabei verbleibende Flächen können als Grünflächen-/ Ausgleichsflächen, zur Regenwasserentwässerung (Rückhalte-Kapazitäten) und für die Naherholung vorgesehen werden oder als landwirtschaftliche Flächen verbleiben.”

Nussbaum

In Nussbaum geht es um zwei Flächen, um den Weidenbusch und um die Nussbaumer Wiese mit dem Kölner Fenster. Bei der ersten Fläche ist alles ruhig geblieben, bei der zweiten hat sich eine sehr aktive Bürgerinitiative gebildet, die mit vielen Argumenten gegen diese Fläche und gegen die Vorgehensweise beim FNP protestiert. Komplette Stellungnahme

Nu1c Im Weidenbusch

Diese Fläche im Nordwesten von Nussbaum wurde von 4 auf 3,2 Hektar reduziert. Priorität: 2

Im Steckbrief (Seite ) heißt es:

„Die östlich angrenzende Baufläche ist bereits im rechtkräftigen Flächennutzungsplan enthalten und von drei Seiten von Wohnbebauung umgeben, wurde bisher aber aufgrund ungünstiger Erschließungsmöglichkeiten nicht bebaut. Mit der geplanten neuen Wohnbaufläche wird die Möglichkeit eröffnet, den Gesamtbereich sinnvoll (ringförmig) zu erschließen, ohne die südlich und westlich angrenzenden hochwertigen Naturbereiche (u.a. Zufluss zum Weidenbach, Naturschutzgebiet Fronnenbroich) zu beeinträchtigen.”

Nu7 Peterskaule

Hier waren zunächst 11 Hektar für 352 Wohneinheiten in den Vorentwurf aufgenommen worden, womit die Wiese und das Kölner Fenster komplett zugebaut worden wäre. Auf Vorschlag von CDU/SPD hat die Verwaltung die Fläche nun in einem Nord- und einen Südteil gesplittet, mit insgesamt 7,4 Hektar. dazwischen bleibt eine Sichtachse für das Kölner Fenster frei. 

Nu7a Nord

Dieser Teilfläche mit wahrscheinlich besonders begehrten und teuren Grundstücken geben CDU/SPD die Priorität 3.

Hierzu heißt es im Steckbrief (Seite 60):

„Die Baufläche schließt unmittelbar nordöstlich an den Kern von Paffrath mit seinem zentralen Versorgungbereich und gutem Infrastrukturangebot an, das fußläufig erreichbar ist. Sie stellt einen attraktiven Wohnstandort dar, die städtebauliche Bewertung weist der Fläche eine der besten Eignungen für eine Wohnbauentwicklung im gesamten Stadtgebiet aus. Die Fläche wird heute landwirtschaftlich genutzt, ist aber auch ein frequentierter Raum für die Freizeitnutzung. (…) Zudem wird die häufig genutzte Wegeverbindung nach Osten berücksichtigt und hält nördlich dieser Wegeverbindung einen rund 100 Meter breiten Korridor frei, der somit auch weiterhin als regionale Sichtachse fungiert („Kölner Fenster“). Die verbleibende Baufläche schließt unmittelbar südlich bzw. östlich an die Bebauung der Siedlung Nußbaum an und kann von dort und von Südwesten erschlossen werden.”

Nu7b Süd

Die neu zugeschnittene Fläche Nu 7b reicht bis an die Bebauung am Pannenberg heran und geht bis zum Weg, der die Fläche teilt.

Diese Teilfläche, die im Süden bis unmittelbar an den Pannenberg heran reicht, erhielt die Priorität 1 – soll also möglichst rasch entwickelt werden.

Hierzu heißt es im Steckbrief (Seite 62):

„Die Fläche knüpft an bebaute Flächen an und ist zur Hälfte landwirtschaftlich, zur Hälfte durch große, teilweise verwilderte Gartenflächen geprägt. Sie liegt unmittelbar südlich einer häufig genutzten Wegeverbindung nach Osten und arrondiert die Bebauung zwischen Steinenkamp und Pannenberg. Die westlich anschließenden Waldflächen werden nicht überplant; zur geschützten Peterskaule verbleibt ein ausreichender Abstand. Im Rahmen eines Bebauungsplanverfahrens sind die Möglichkeiten zur Erschließung der Fläche zu überprüfen. “

Schildgen, Katterbach, Kalmünten

Eine weitere Zusammenballung von potenziellen Wohnflächen findet sich im Nordosten der Stadt. Aber auch in den Ortsteilen Schildgen, Katterbach und Kalmünten sind viele Fläche massiv beschnitten worden. 

Hier ist die Bürgerinitiative Schildgen sehr aktiv, sie konzentriert sich jetzt noch auf die Fläche Sc 16d und erhebt grundsätzliche Einwände. Gesamte Stellungnahme

Kb7a Herkenfelder Weg

Diese Fläche hieß zunächst „Am Schulmuseum” und umfasste stolze 7,5 Hektar, davon sind im Entwurf nur noch 0,5 Hektar am Herkenfelder Weg übrig geblieben. Bei der Priorisierung taucht diese Fläche nicht auf. 

Im Steckbrief (Seite 46) heißt es: 

„Die Baufläche liegt etwa mittig zwischen den Stadtteilzentren Schildgen und Paffrath sowie günstig zur Achse der L288 – Kempener Straße – mit ihrem guten ÖPNV-Angebot. Die schlechte Lage der Fläche zum nächsten Bahnhof steht den weiteren positiven Bewertungen zur Fläche gegenüber. Insbesondere die Bildungsinfrastruktur ist gut erreichbar. Mit der Baufläche erhält der Herkenfelder Weg auch an seiner nordwestlichen Ecke eine beidseitige Bebauung.”

Kb8c Lubusch (früher 8a Lubusch und 8b Hufer Weg)

Hier wurden zwei Flächen aus dem Entwurf zusammen gelegt und neu geschnitten, von ursprünglich 16 sind nur noch 2,5 Hektar übrig geblieben. Zudem vergaben CDU/SPD die Priorisierung 3.

Im Steckbrief (Seite 48) heißt es: 

„Die Baufläche liegt etwa mittig zwischen den Stadtteilzentren Schildgen und Paffrath sowie günstig zur Achse der L288 – Kempener Straße – mit ihrem guten ÖPNV-Angebot. (…) Der vorgesehene Standort erhält den regionalen Grünzug bis zur Bebauung an der Kempener Straße und die durch den Wechsel von Wald und Freiflächen attraktive Landschaft westlich der Straße „Sträßchen Siefen“. 

Kb10 Katterbach Straße (früher: Hufer Weg)

Diese Fläche war im Vorentwurf noch ausgemustert worden, findet sich im Vorentwurf aber mit 0,9 Hektar wieder. Hier fehlt eine Priorisierung. 

Im Steckbrief (Seite 50) heißt es: 

„Die Potentialfläche Kb 10 drängt sich durch ihre bauliche Vorprägung (Hinterlandbebauung) auf. Die Darstellung von Wohnbauflächen an dieser Stelle sind auch aufgrund der guten Lage im Siedlungszusammenhang vertretbar. Der Erhalt des Grünzuges zwischen Katterbach und Paffrath/Nußbaum wird nördlich der Fläche Kb10 sichergestellt.”  

Sc16b – Im Aehlemaar 

Hier waren zunächst 7,5 Hektar geplant, im Entwurf stehen für die Fläche östlich von Schildgens Zentrum noch 1,9 Hektar. Priorität: 2

Im Steckbrief (Seite 80) heißt es:

„Die vorgesehene Baufläche ist von zwei Seiten (West, Nord) von Bebauung umgeben und bereits heute in Teilen durch Bebauung, Gartennutzungen etc. geprägt. (…)  Sie bietet günstige Voraussetzungen für eine zentrumsnahe Arrondierung von Schildgen, ohne die Qualität des südöstlich angrenzenden Freiraums zu beeinträchtigen.”

Sc 16d Odenthaler Marktweg

Hier handelt es sich um ein weiteres, etwas anders zugeschnittenes Teilstück der Fläche Sc 16b des Vorentwurfs. Hier ist die Priorisierung nicht eindeutig. 

Dazu heißt es im Steckbrief (Seite 82):

„Mit der Baufläche erhält der Odenthaler Markweg auch an seinem östlichen Ende eine beidseitige Bebauung; die Planung nutzt insofern eine vorhandene Erschließungsanlage sinnvoll aus und arrondiert die Siedlungsfläche. Auf der heute landwirtschaftlich genutzten und von einer Gastrasse durchquerten Fläche sind wie in der Umgebung zwei Bautiefen möglich.” 

Die Bürgerinitative verweist auf einen seltenen Boden in dieser Region und fordert daher eine weitere Verkleinerung der Fläche

Sc2c Kalmünten (Prio 1)

Weitere Flächen hat die Verwaltung im Flecken Kalmünten gefunden. Hier waren zunächst 4,5 Hektar mit 108 Wohneinheiten geplant, das wurde im Entwurf auf 1,3 Hektar reduziert. 

Im Steckbrief (Seite 76) heißt es: 

„Der Ortsteil Kalmünten liegt zwar etwas abseits vom übrigen Siedlungsgefüge, ist aber ein attraktiver Standort für ruhiges, ländliches Wohnen. (…) Aus landesplanerischen Gründen sind neue Bauflächen in Kalmünten nur im Rahmen der Eigenentwicklung zulässig. Die vorgesehene Baufläche liegt am Rand eines nur noch rein landwirtschaftlich genutzten Bereichs ohne weitere Grünelemente. Unter Wahrung eines angemessenen Waldabstands weist sie hinsichtlich der Umweltaspekte das geringste Konfliktpotential der möglichen Erweiterungsflächen in Kalmünten auf.”

Sc5b Zum Scheider Feld (Prio 1)

Hier sind unverändert 1,5 Hektar vorgesehen. Im Steckbrief (Seite 78) heißt es dazu: 

„Die Fläche wird als Baufläche neu dargestellt und ergänzt die gemischten Nutzungen entlang der L 101 und insbesondere das südlich benachbarte Gewerbegebiet „Zum Scheider Feld“. Die auf der gegenüberliegenden Straßenseite der L 101 liegende Wohnbebauung Rothbroich und der Hoverhof mit umfangreichem Gebäudebestand wird hierdurch sinnvoll ergänzt. (…) Angrenzend ist ein Park-and-Ride-Parkplatz dargestellt, der einen Umstieg auf den ÖPNV sicherstellt. (…)  Zur nördlich gelegenen Dhünn hält der Standort einen großzügigen Abstand, sodass auf die besonders geschützten FFH-Arten keine Auswirkungen zu erwarten sind.” 

Heidkamp

In den Steckbriefen heißt es zu diesem Stadtteil: „Heidkamp und seine Ausläufer zum nordöstlich angrenzenden Sand zählen zu den noch relativ zentrumsnahen attraktiven kleinteiligen Wohnlagen, die nur über wenige Entwicklungsmöglichkeiten verfügen. Heidkamp selbst verfügt über ein kleines, aber funktionsfähiges Zentrum mit sehr guter ÖPNV-Anbindung, das von der Baufläche fußläufig erreichbar ist.” 

Auch hier gibt es keine Bürgerinitiativen.

Hk3a Oberheidkamp  (Prio 3)

Die Fläche am nördlichen Rand des Lerbacher Walds ist mit unverändert 3,5 Hektar geplant. Hier wäre Platz für knapp 100 Wohneinheiten, die Priorisierung ist mit Stufe 3 aber nachrangig, trotz der laut Verwaltung hohen Attraktivität.

Im Steckbrief (Seite 38) heißt es:

„Die am Nordwestrand des Lerbacher Waldes gelegene Baufläche nutzt eine relativ kleine und singulär gelegene Ackerfläche sowie gärtnerisch genutzte Grundstücke. Die städtebauliche Bewertung weist der Fläche eine der besten Eignungen für eine Wohnbauentwicklung im gesamten Stadtgebiet zu. Die Abgrenzung der Fläche orientiert sich an der umliegenden Wohnbebauung und deren Anknüpfungspunkten sowie den benachbarten Waldflächen. Sie wird von einer kleinen Straße in Nord- Süd-Richtung durchquert und ist so günstig an die Schulkomplexe Bonnschlade und Am Rübezahlwald angebunden. Eine Erschließung ist insofern von Norden und von Süden möglich.”

HK 4a  Lerbacher Weg (Prio 1)

Die Fläche am Lerbacher Weg wurde leicht von 1,5 auf 1,4 Hektar verkleinert. Auch hier sieht die Verwaltung eine hohe Attraktivität. CDU/SPD hatten die Priorität 1 zugeordnet.

Im Steckbrief (Seite 40) heißt es: 

„Die Baufläche liegt am Ostrand des Stadtteils und in attraktiver Lage zum großen Erholungsbereich der Hardt und zu den Schulkomplexen Bonnschlade und Am Rübezahlwald. Die städtebauliche Bewertung weist der Fläche eine der besten Eignungen für eine Wohnbauentwicklung im gesamten Stadtgebiet zu.”

Refrath

Den westlichsten Stadteil stuft die Stadtverwaltung auch als attraktivsten ein, der am dringendsten neue Wohnflächen benötigt. Wirklich fündig geworden ist sie hier aber nicht. 

Im Steckbrief heißt es:

„Durch die optimale Anbindung an Köln, die Region und darüber hinaus (Autobahn 4, Stadtbahnlinie 1, Flughafen…) gilt Refrath neben Bensberg als der attraktivste Stadtteil Bergisch Gladbachs, dem es aber seit Jahren an Entwicklungsflächen mangelt. Dies bewirkt überdurchschnittliche Immobilienpreissteigerungen und vielfache Bestandsverdichtungen. Speziell in Refrath sind neue Bauflächen, die auch Nachfragern mit niedrigen bis mittleren Einkommen zugänglich sind, dringend erforderlich. “

Re8a Im Buchenkamp (Prio 1)

Hier waren im Vorentwurf eine Minifläche von 0,5 Hektar identifiziert worden, im Entwurf sehen 0,6 Hektar. Aber auch das würde nicht einmal für 20 Wohneinheiten reichen. Priorität: 1

Im Steckbrief (Seite 64) steht:

„Mit der Baufläche wird eine kleine ungenutzt Freifläche, die südlich an die Stadtbahnlinie 1 angrenzt und ansonsten allseits von Kölner Stadtgebiet umgeben ist, für eine Bebauung vorbereitet. Die städtebaulich integrierte Fläche hat in ihrer jetzigen Funktionen kaum Freiraumwert und drängt sich für eine Bebauung auf. Einer relativ hohen Schallbelastung stehen die unmittelbare Nähe der Stadtbahnhaltestelle und des Erholungswaldes gegenüber.”

Re8b Im Buchenkamp (Prio 1)

Auch hier geht es um eine kleine Fläche die gegenüber dem Vorentwurf mit 1,0 Hektar jetzt leicht auf 1,1 Hektar erweitert wurde. 

Im Steckbrief (Seite 66) steht:

„Südlich der Stadtbahnlinie 1 liegen bis zum Heuweg übertiefe Hausgärten, die sich für eine Ergänzung der vorhandenen Wohnbebauung anbieten. Die städtebaulich integrierte Fläche hat in ihrer jetzigen Funktionen nur privaten Freiraumwert und drängt sich für eine Bebauung auf. (…) Die Erschließung kann vom Heuweg aus erfolgen.” 

Sand

In diesem kleinen Ortsteil haben es drei Flächen in den Entwurf geschafft. Die Verwaltung beurteilt die Lage so: 

„Im relativ kleinen Stadtteil Sand ist ein moderates Wachstum der Wohnbauflächen wünschenswert, um die Infrastrukturausstattung (insbesondere Grundschule und Lebensmittelmarkt) dauerhaft auszulasten und somit zu sichern. Diese Einrichtungen sind von der geplanten Baufläche aus fußläufig erreichbar.” 

Sa3b + 3d Am Kleifeld – Häuser-Dombach (Prio 1)

Hier blieben von den 0,5 Hektar im Vorentwurf noch 0,2 Hektar übrig. Hinzu kommt die benachbarte Fläche 3d mit weiteren 0,6 Hektar.

In den Steckbriefen (Seite 70 und 74) steht: 

„Mit beiden benachbarten Flächen wird auf den überwiegend locker bebauten beziehungsweise als Gartenland genutzten Flächen im Bereich Dombach-Sander- Straße/Häuser Dombach eine arrondierende kleinteilige Bebauung ermöglicht, deren Konturen sich aus der Bestandsbebauung ergeben. Ein Zusammenwachsen mit der Siedlung Häuser Dombach ist nicht beabsichtigt.”

Sa3c Am Kleifeld – Häuser-Dombach (Prio 1)

Hier hatte der Vorentwurf 4 Hektar vorgesehen, im Entwurf stehen jetzt noch 2,9 Hektar. Dazu heißt es im Steckbrief (Seite 72):

„Die Baufläche liegt nördlich der Bebauung der Herkenrather Straße und nutzt das noch relativ ebene Gelände, das nördlich durch einen bewaldeten und relativ steilen Hang zur Straße Häuser Dombach hin begrenzt wird bestmöglich für eine angemessene Wohnbebauung aus. Westlich grenzt die Bebauung der Dombach-Sander Straße an, östlich orientiert sich die Baufläche am Ende der Bestandsbebauung an der Herkenrather Straße, von wo auch die Erschließung erfolgen kann.”

Wir dokumentieren den Anlagenband mit den Steckbriefen für die einzelne Flächen, den allgemeinen Entwurf sowie den Umweltbericht. 

 
 
 

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

6 Kommentare

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  1. Eine tolle Ausarbeitung des Bürgerportals, kompetent und hochinformativ – vielen Dank! Kann jemand eine Information zu dem östlichen Gebiet in Refrath ergänzen?

  2. Im Netzwerk der FNP-Flächen im Stadtgebiet ist das Bürgerportal eine wichtige Hilfe zur Übersicht für die Bürger und als Forum für Meinungsaustausch; herzlichen Dank an Herrn Watzlawek ! Ich werde sofort Mitglied im iGL Freundeskreis und mache einen Dauerauftrag als Unterstützer klar!
    Weiter so !

  3. Herzlichen Dank an das Bürgerportal für die andauernde fundierte Begleitung der komplexen Diskussion und die sehr gute Zusammenfassung und Dokumentation! Ohne die Arbeit des Bürgerportals wäre die Diskussion zum FNP-Entwurf sicherlich kaum so breit. Und die Ergebnisse der Planung würden vielen erst auffallen, wenn es in die Umsetzung geht.

  4. „In Hebborn werden die Pläne bislang kaum diskutiert, eine Bürgerinitiative hat sich hier nicht gebildet.“ – Das liegt wohl an der Akzeptanz dieser ausgewogenen Maßnahme. Mit den geplanten Erweiterungen in Hebborn, ist auch eine Aufwertung des Stadtteils möglich.